Letzte Aktualisierung: 14.06.2018

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QS5: Die Geschichte des europäischen Welthandels und der wirtschaftliche Globalisierungsprozeß (als PDF erhältlich)

Der fünfte Band der "Querschnitte" beabsichtigt, einen Beitrag zur unverändert aktuellen Globalisierungsdebatte zu leisten. Die These, daß die Globalisierung keine Tendenz des ausgehenden 20. Jahrhunderts ist, sondern vielmehr eine prozeßhafte Zuspitzung von Entwicklungen, die bis ins späte Mittelalter zurückreichen, wurde von der Forschung vielfach aufgeworfen und ist mittlerweile zum Bestandteil des Allgemeinwissens geworden.
Die Sozialwissenschaften haben das Verhältnis zwischen den verschiedenen Wirtschaftsregionen der Erde, ausgehend von einer vermeintlich dauerhaften Dominanz des Nordens, analysiert. Erst mit der gegenwärtigen Globalisierungsdebatte wurden auch alternative Annahmen formuliert: Durch die zunehmende weltweite Vernetzung, so die implizite Hoffnung der Globalisierungstheoretiker, würden sich die bestehenden ökonomischen und sozialen Unterschiede zwischen den Weltregionen nach und nach nivellieren. Anhand der Bedeutung des Handels als Motor für Globalisierung, Modernisierung und Unterentwicklung will der vorliegende Sammelband die in diesen Diskussionen vertretenen Ansätze in einen historischen Kontext stellen. Auch kulturelle Unterschiede und historische Rahmenbedingungen sollen in ihren Auswirkungen auf die Gestaltung von Handelsbeziehungen näher untersucht werden, ebenso die Entstehung kolonialer und postkolonialer Abhängigkeitsmuster.
Die einzelnen Beiträge decken ein breites Spektrum ab: Von den mittelalterlichen ursprüngen der europäischen Expansion ausgehend, spannt sich der Bogen über das Zeitalter der Spanier und Portugiesen und die niederländischen, englischen und französischen Handelsimperien, über den afrikanisch-amerikanischen Sklavenhandel und die Situation der unabhängig gewordenen lateinamerikanischen Gesellschaften bis hin zur Blüte und dem Ende des europäischen Hochimperialismus. Eine Darstellung der vielfältigen Rückwirkungen der frühen europäischen Expansion auf Europa ergänzt das Panorama.
Die aufgeworfene Frage, ob Globalisierungsprozesse Entwicklungsunterschiede auszugleichen vermögen, oder ob Globalisierung wirtschaftliche und kulturelle Unterschiede zwischen Regionen nicht vielmehr verstärkt, können die hier vorgelegten Beiträge nicht klären. Doch war das auch nicht das Anliegen des Bandes. Ziel war vielmehr, aufzuzeigen, daß die Globalisierung die Konsequenz eines langen historischen, über Jahrhunderte hinweg sich entwickelnden Prozesses darstellt, der auch heute noch nicht abgeschlossen ist.


Autor:  Friedrich Edelmayer / Erich Landsteiner / Renate Pieper (Hg.)
Buchverlag:  Verlag für Geschichte und Politik
ISBN:  3-7028-0375-0, ISBN 3-486-56536-2
Preis:  für AbonnentInnen der Beiträge: ¤ 10.- (als PDF erhältlich)
Erscheinungsjahr:  2001
Erscheinungsort:  Wien
Leseprobe:  QS5Inhalt
Leseprobe:  QS5Einleitung
Leseprobe:  QS5Landsteiner
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