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Andrea Griesebner, Christina Lutter

Geschlecht und Kultur. Ein Definitionsversuch zweier umstrittener Kategorien.

Quelle: Beiträge zur historischen Sozialkunde. Sondernr. 1/00. 30. Jg.

Bis vor wenigen Jahren war die These der feministischen Forschung, dass Geschlecht eine der grundlegenden Kategorien ist, mit deren Hilfe sich Gesellschaften eine Ordnung geben, heftig umkämpft. Auch wenn Geschlecht heute von den allermeisten Sozial-, Kultur- und GeisteswissenschaftlerInnen als zentrale Kategorie anerkannt wird, so ist die Kontroverse um die Kategorie Geschlecht keineswegs beendet. Sie beginnt heute bei der Frage, wie die einzelnen WissenschaftlerInnen Geschlecht theoretisieren. WissenschaftlerInnen, die die "kulturelle und konstruktivistische Wende" der 80er Jahre initiiert und mitvollzogen haben, sehen die binäre Einteilung von Menschen in Frauen und Männern nicht länger als eine von der Natur festgelegte und damit von Zeit und Raum unabhängige Gegebenheit. Ihrem Verständnis von Geschlecht als sozio-kultureller Konstruktion liegt die Annahme zugrunde, dass die Frage, was Frauen zu Frauen und Männer zu Männern macht, nicht biologisch festgelegt, sondern historisch, sozial, kulturell und diskursiv hergestellt wird. Damit ist eine grundsätzliche Kritik am sex-gender-Konzept verbunden.
Zur Erinnerung: Die US-amerikanische Soziologin Ann Oakely hatte Anfang der siebziger Jahre eine analytische Trennung von sex und gender vorgeschlagen, wobei sie beiden Kategorien folgendermaßen differenzierte:
"Sex" is a word that refers to the biological differences between male and female (...) "gender" however, is a matter of culture: it refers to the social classification into "masculine" and "feminine". The constancy of sex must be admitted, but also must the variability of gender" (Oakely 1972:16).
Die Einführung einer eigenen Kategorie gender war eine der Voraussetzungen dafür, die in Gegenwart und Vergangenheit ‚vorgefundenen' sozialen Positionen und Verhaltensmuster von Frauen zu historisieren, und durch die Historisierung biologistischen Erklärungsansätzen über das Wesen von Frauen den argumentativen Boden zu entziehen. Nicht die Hirnwindungen, die Nervenstränge, der Hypothalamus, die Gene oder die DNA entscheiden darüber, was und wie Frauen und Männer sind, sondern der jeweilige historische Kontext, also politische und ökonomische, kulturelle und soziale Bedingungen und die durch sie geprägten Wahrnehmungsweisen. Gleichzeitig blieb die Trennung von sex als dem anatomischen und gender als dem sozio-kulturellen Geschlecht dem traditionellen Dualismus Natur und Kultur verhaftet (vgl. dazu auch den Beitrag von Cornelia Klinger in diesem Heft). Unhinterfragt floß so die Vorstellung, dass das historisch variable gender immer und überall an einen von Natur aus vergeschlechtlichten Körper andockt, in die Forschungen ein. Deutlich zeigt sich das etwa dann, wenn historische oder gegenwärtige Menschen einfach in zwei Gruppen - Männer und Frauen - sortiert und die feststellbaren Unterschiede ausschließlich auf die Geschlechterdifferenz reduziert werden. Unberücksichtigt bleibt, dass sozialen und kulturellen Ordnungen Kategorisierungen, Rollenzuschreibungen und -verteilungen vorausgehen, die Geschlecht überhaupt erst herstellen. Was wir mit Herstellung von Geschlecht meinen, soll folgendes Beispiel illustrieren. Die Kunsthistorikerin Daniela Hammer-Tugendhat zeigte, dass Künstlerinnen des 17. bis 19. Jahrhunderts deshalb auf Gattungen wie Stillleben, Genrebilder, Porträts und vor allem die Textilkunst ausgewichen waren, weil ihnen der Zugang zu den Kunstakademien versperrt und das Aktstudium verboten war. Die Historienmalerei, die vom 17. bis zum 19. Jahrhundert den höchsten Rang innerhalb der Hierarchie der Künste einnahm, blieb so ihren männlichen Kollegen vorbehalten. Die traditionelle Kunstgeschichte interessierten diese für Frauen und Männer sehr unterschiedlichen Möglichkeiten nicht, sondern sie definierte die Arbeiten der Künstlerinnen als genuin weiblich. Aber auch die Frauenkunstgeschichte blieb, wie Daniela Hammer-Tugendhat zu Recht feststellte, diesen Denkstrukturen, die den jeweiligen historischen Kontext vernachlässigen, verhaftet. Auch ihre Vertreterinnen nahmen die Arbeiten der Künstlerinnen zum Ausgangspunkt, um eine, nun positiv besetzte, weibliche Ästhetik zu postulieren (Hammer-Tugendhat 1999). Wie sehr solche Kategorisierungen und die damit verbundenen Wertungen mit Machtverhältnissen und hierarchisch begründeten Interessen zu tun haben, zeigt sich in der symbolischen, sozialen und vor allem auch ökonomischen Abwertung sogenannter weiblicher Zuständigkeitsbereiche und Kompetenzen. WissenschaftlerInnen, die Handlungen von Frauen interpretieren, ohne die ihnen vorangegangenen und zugrunde liegenden vergeschlechtlichenden Konstruktionsprozesse zu analysieren, beteiligen sich, ob bewußt oder unbewußt, an der Naturalisierung der Geschlechterdifferenz.
Eine der im deutschsprachigen Raum meistrezipierten KritikerInnen des sex-gender-Konzepts ist zweifelsohne Judith Butler (Butler 1991, 1995). Mit ihrem Postulat, dass auch das anatomische Geschlecht nicht als "natürlich" vorausgesetzt werden könne, es ebenfalls durch symbolische und kulturelle Faktoren konstruiert sei, löste sie zahlreiche Debatten aus. Judith Butlers Zugang, der der Suche nach notwendigen, in biologischen Unterschieden begründeten Erklärungen und Rechtfertigungen für soziale Ungleichheit und Diskriminierung die argumentative Basis entzieht, ging vielen Wissenschaftlerinnen insofern zu weit, als sie mit der Dekonstruktion von sex auch das gesamte Projekt des Feminismus bedroht sahen. Sie wandten ein, dass der von Butler vorgeschlagene Genderbegriff Gefahr liefe, den materiellen Körper auf kulturelle Konstruktionen zu reduzieren. Den physischen und psychischen Empfindungen und Bedürfnissen von Frauen könne man damit nicht gerecht werden. Diesen Einwänden lässt sich unserer Ansicht nach entgegenhalten, dass die Frage, wie der Körper erfahren und empfunden wird, nicht von Zeit und Raum getrennt werden kann. Ob wir uns, um nur ein simples Beispiel zu nennen, als attraktiv empfinden, ist immer auch in Relation zu dominanten Schönheitsidealen zu sehen.
Indem sich die KritikerInnen dekonstruktivistischer Geschlechtertheorien vor allem an Judith Butler abarbeiten, werden die Stimmen von women of colour und lesbischen Feministinnen auch im Feld der gender studies marginalisiert. Viele von ihnen kritisierten schon zu Beginn der achtziger Jahre die Metakategorie "Frau" als ein Konstrukt, welches Ein- und Ausgeschlossene produziere und Macht- und Herrschaftsbeziehungen zwischen Frauen verschleiere (Carby 1982; Hooks 1986; Wittig 1984). Gegen die behauptete Dominanz der Kategorie Geschlecht führten sie an, dass in historischen wie in gegenwärtigen Gesellschaften Handlungsräume wie auch Erfahrungen von Frauen nicht nur von ihrem Geschlecht, sondern ebenso von der Farbe der Haut wie auch von ihrer sexuellen Orientierung abhängen, Geschlecht daher immer auch mit ‚race' und Sexualität zusammengedacht werden muß (vgl. auch Kossek 1997; Griesebner 2000).
Die vor allem aus einer gegenwärtigen Perspektive formulierte Kritik an der Konstruktion eines kollektiven Subjekts "Frau" koinzidierte auch mit Beobachtungen von Historikerinnen, deren Blicke nicht dem 19. oder dem 20. Jahrhundert galten. Die Rückprojektion von Geschlecht als zentrale Ordnungskategorie problematisierte zu Beginn der neunziger Jahre etwa Heide Wunder, indem sie darauf verwies, dass "in der ständischen Gesellschaft die ‚Kategorie Geschlecht' nicht die universelle Strukturierungskraft wie in der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts besaß" und die zentrale Bedeutung betonte, die Lebensalter, Zivilstand und soziale Schicht für die Handlungsmöglichkeiten von Frauen hatten (Wunder 1992:264). Claudia Ulbrich zeigte in ihrer Studie Sulamith und Margarete, wie unterschiedlich sich die Geschichte des von ihr untersuchten Dorfes Steinbiedersdorf im 18. Jahrhundert schreiben lässt, je nachdem, ob die Perspektive der jüdischen oder der christlichen Bevölkerung gewählt wird. Sie plädierte deshalb dafür, Handlungsräume und Erfahrungswelten von Frauen wie auch von Männern in ihrem Zusammenwirken mit anderen Kriterien sozialer Ungleichheit zu untersuchen (Ulbrich 1999). Wie schwierig es ist, auch nur für eine so kleine Anzahl an Frauen, wie sie ledige Mütter im protestantischen Württemberg des 18. Jahrhunderts darstellten, verallgemeinernde Aussagen zu formulieren, zeigte Ulrike Gleixner. Ihre Analyse von "Unzuchtsprotokollen" macht deutlich, daß die Erfahrungen der nichtehelich schwangeren Frauen wie auch die Bewertung ihrer Schwangerschaft durch das dörfliche Umfeld je nach Paarkonstellation erheblich differierte (Gleixner 1994). Erinnert sei nicht zuletzt auch an die körpergeschichtlichen Studien der letzten Jahre. Auch wenn einige der genannten WissenschaftlerInnen Geschlecht keineswegs dekonstruktivistisch theoretisieren, so machen sie dennoch sichtbar, wie durchgreifend man sich auch die Historizität von sex vorzustellen hat. "Biologie" und "Kultur" sind demnach als vielschichtige historische Prozesse aufzufassen, die in komplexen Wechselwirkungen miteinander stehen und deren Effekte "verkörperte" geschlechtliche Identitäten und Differenzen sind (Duden 1987; Laqueur 1990; Walker-Bynum 1991; Pomata 1993; Lorenz 1999).
Für HistorikerInnen, die aus unterschiedlichsten Überlegungen der analytischen Trennung von sex und gender skeptisch gegenüberstanden, wurden vor allem die von Joan Wallach Scott erstmals 1986 publizierten Überlegungen zum wichtigen Werkzeug (Scott 1986). Scott verwies in ihrem heute als Klassiker zu bezeichnenden Aufsatz Gender: Eine nützliche Kategorie der historischen Analyse auf die Gefahr der Ontologisierung der ‚sexuellen Differenz'. Sie plädierte für die Historisierung des binären Gegensatzes Mann/Frau und die Konzeptualisierung von Geschlecht als einer analytischen Kategorie. Breite Resonanz fand ihre zweiteilige Definition Geschlecht ist ein konstitutives Element von sozialen Beziehungen, welches auf wahrgenommenen anatomischen Unterschieden basiert, und Geschlecht ist ein wichtiges Element von Machtbeziehungen, bislang vor allem in diskursanalytischen Studien. Als einflussreich erwies sich daneben auch das Konzept des doing gender, wie es Candace West und Don Zimmerman zu Beginn der neunziger Jahre vorschlugen. In der Theorietradition der Ethnomethodologie beschreiten sie gewissermaßen den umgekehrten Weg, setzen bei der Alltagspraxis der Individuen an. Vereinfachend lässt sich formulieren, dass dem Konzept des doing gender die Annahme zugrunde liegt, dass Geschlecht das Produkt einer performativen Herstellung ist, dass die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht in der alltäglichen Interaktion ständig hervorgebracht, bewertet und reproduziert wird (West/Zimmerman 1987). Obwohl dekonstruktivistische und ethnomethodologische Ansätze auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Projekte verfolgen, so schließen sie sich unserer Ansicht nach nicht aus. Werden Theorien nicht als abgeschlossene Gedankengebäude, sondern als wissenschaftliche "Werkzeuge" begriffen, so kommt es auf die konkrete Fragestellung an, welches Werkzeug am ehesten zu Antworten verhelfen kann.
Wenn Geschlecht als sozio-kulturelle Konstruktion betrachtet wird, so ist angesichts der "Vielstimmigkeit" des Kulturbegriffes (Conrad/Kessel 1997) auch eine Definition dessen, was konkret unter Kultur verstanden wird, unumgänglich. Ähnlich dem Begriff Geschlecht liegen auch dem Begriff Kultur sehr verschiedene Vorstellungen zugrunde, die sehr oft nicht definiert, sondern vorausgesetzt werden. Im Alltagsverständnis hat sich vor allem der in der deutschsprachigen Wissenschaftstradition Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte Kulturbegriff durchgesetzt. Mit diesem traditionellen Kulturbegriff sind in aller Regel zwei verschiedene Dinge gemeint. Einerseits dient der Kulturbegriff dazu, kulturelle Vorlieben der höheren sozialen Schichten für Theater, Oper, klassische Musik oder Literatur "großer Männer" als "Hochkultur" zu definieren. Andererseits wird der Kulturbegriff dazu verwendet, Gruppen von Menschen zu homogenisieren und die homogenisierten Gruppen voneinander abzugrenzen. Die oft unreflektierten Kategorien für die Behauptung gemeinsamer Wertvorstellungen und Denkmuster der so hergestellten ‚Kultur' sind Religion, Sprache, Geschichte, geopolitischer Raum (Nationalstaat oder Region), Geschlechterordnung - oder eben "Hochkultur" bzw. ein "kulturelles Erbe" im genannten Sinn die manchmal einzeln, oft in Verknüpfung verwendet werden. Dieser sowohl in wissenschaftlichen Formationen wie auch im Alltag immer wieder hergestellte Kulturbegriff ist nicht nur wissenschaftstheoretisch problematisch, sondern er ist, weil vielfach instrumentalisierbar, auch politisch gefährlich. Kriege werden heute ethnisiert, der in Europa verstärkt beobachtbare Rassismus verbirgt sich meist im Gewand dieses anthropologisch fundierten Kulturbegriffes. So etwa dann, wenn angeblich unvereinbare kulturelle Differenzen als Begründung und Legitimierung einer restriktiven AusländerInnenpolitik herangezogen werden. Stimmen von EthnologInnen, die sich aus wissenschaftstheoretischen wie auch aus politischen Überlegungen gegen die Konstruktion von Kulturen als homogene, abgegrenzte Einheiten aussprechen, sind in der Geschichtswissenschaft bislang eher unbeachtet geblieben (Abu-Lughod 1998).
Das Unbehagen gegenüber einer unreflektierten Verwendung des Kulturbegriffes teilen wir mit zahlreichen Forscherinnen und Forschern, die zwar das erkenntnistheoretische und methodisch-praktische Potential des cultural turn sehen und nutzen wollen, die jedoch dem inflationären und anthropologisch gewendeten Gebrauch von "Kultur" mit wachsender Skepsis gegenüberstehen (vgl. etwa Lutter/Reisenleitner 1999). Diese Skepsis liegt unter anderem in dem Umstand begründet, dass auch die jüngere Generation von WissenschafterInnen die Begriffe und Kategorien, die sie verwendet und die damit Teil ihres Handwerkszeugs sind, oft nicht klar definiert. Darin unterscheiden sich die VertreterInnen "neuer" wissenschaftlicher Orientierungen und fächerübergreifender Zugänge nicht notwendigerweise von jenen der "traditionellen" Disziplinen. Theoretisch über die Standortgebundenheit der eigenen Forschungen Bescheid zu wissen und die Ansprüche, objektives Wissen zu produzieren, grundsätzlich in Frage zu stellen, mag mittlerweile zum (rhetorischen) Standard gehören. Die eingeforderte Selbstreflexivität wird dennoch selten in der konkreten akademischen Forschungspraxis in die Tat umgesetzt.
Kritik an den gängigen Gebrauchsweisen des Kulturbegriffes übt beispielsweise Gadi Algazi in einem kürzlich publizierten Beitrag "Kulturkult und die Rekonstruktion von Handlungsrepertoires" (Algazi 2000). Er stellt zunächst den klassischen "engen" Kulturbegriff, der Kultur explizit oder implizit ausschließlich als Hochkultur definiert, dem gegenwärtig beliebten "umfassenden" Kulturbegriff gegenüber: Während die Gegenstände des "engen" Kulturbegriffs ausdrücklich "Monumente" seien, deren Sinn es zu erschließen gelte, sei der alternative Kulturbegriff uferlos und biete keine klaren Fragestellungen oder Forschungsparadigmata an (Algazi 2000: 106). Mehr noch, in der Schwammigkeit des neuen Kulturbegriffs finden sich letzten Endes immer noch Annahmen und Denktraditionen, die dem klassischen Kulturbegriff zugrunde liegen, wenn etwa "die Vorstellung von ‚Kultur' als einem homogenen Ganzen, als ausreichende Erklärung für das Handeln historischer Akteure verwendet wird. Die Reduktion von ‚Kultur' auf Texte, Symbole oder Bedeutungsgewebe, schließlich die damit einhergehende Tendenz, ihre Aneignung auf Interpretation zu beschränken und Praxis als interpretierbaren ‚Text' zu begreifen" (ebd.).
Algazi expliziert seine Bedenken gegenüber einem solchen rein hermeneutisch gewendeten Kulturbegriff am Beispiel des Ansatzes von Clifford Geertz, der zu Beginn der siebziger Jahre Kulturen als Texte bzw. Symbole konzeptionalisiert hat, deren tiefe Bedeutungen "gelesen" bzw. in Form von "dichten Beschreibungen" zugänglich gemacht werden könnten (vgl. Geertz 1975). Das Geertz'sche Kulturkonzept gehört nach wie vor zu den am breitesten rezipierten Modellen kulturwissenschaftlicher Analysen. Gerade auch in kulturalistischen Spielarten der cultural studies wurde die Formel Kultur = Text paradigmatisch für zahlreiche Varianten der "kritischen Lektüre" von Kultur, für den Versuch, im Gegensatz zu dominanten Interpretationen "subversive" Lesarten anzubieten. Die damit verbundene Vernachlässigung der politischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen kultureller Praktiken wie auch ihrer unmittelbaren Wirkungen auf das konkrete Leben von Menschen bildet seit Jahren einen Hauptkritikpunkt an diesen Zugängen (Überblick bei Lutter/Reisenleitner, 21999:v.a. 44-49; für eine Kritik an Geertz in diesem Zusammenhang vgl. Hunt 1994). Bei seiner Kritik an derartigen auf "Interpretationen" oder "Lesarten" beschränkten kulturwissenschaftlichen Analysen konzentriert sich Algazi besonders auf den Begriff der "Bedeutung". Zu Recht wendet er sich gegen Ansätze, die menschliche Handlungen ausschließlich in Hinblick auf ihren "tiefen Sinn" befragen und gegen die einseitige interpretierende Suche nach solchen Bedeutungen in Symbolen. Solche Zugangsweisen würden der sozialen Situation der AkteurInnen nicht gerecht und reduzierten "Kultur auf Produkte, auf vollzogene Handlungen und realisierte Artefakte" (Algazi 2000:111). Damit wird letztlich der enge, an Monumenten orientierte Kulturbegriff fortgeschrieben: Zu kurz kommt dabei nicht nur die Frage nach den Prozessen der Herstellung und Aneignung kultureller "Produkte", sondern vor allem die nach den sozialen und politischen Machtverhältnissen, die für die Rezeption mitentscheidend sind.
Um diese vernachlässigten Aspekte verstärkt in den Blick zu bekommen, betont Algazi die "Dimension von Kultur als System produktiver Optionen", als "Repertoires" oder Modelle, die das Handeln von Menschen und damit kulturelle Praktiken bedingen und sie gleichzeitig möglich machen. Solche Modelle können ganz unterschiedliche Formen haben: Sie können durch "äußere", materielle Bedingungen strukturiert sein oder auch als selbstverständlich erscheinende, unbewusste Handlungsmuster, wie das gerade an Geschlechterordnungen und Rollenbildern deutlich wird. Ein derart gewendeter Kulturbegriff ist keineswegs beliebig. Er ist allerdings insofern offen und heterogen, als verschiedene AkteurInnen die vorhandenen Optionen unterschiedlich nutzen und sie durch ihren Gebrauch verändern können. Kultur wird damit nicht auf die Vermittlung von Bedeutung reduziert und Kulturforschung nicht auf die Suche nach den besten Wegen, diese Bedeutungen zu finden.
Es stellt sich allerdings die Frage, ob man sich deshalb notwendigerweise von den Begriffen "Bedeutung", "Sinn" oder "Symbol" verabschieden muss. Denn auch im Alltag wird ständig interpretiert. Wie Algazi selbst konzediert (ebd. 110), gehen wir ständig bewusst oder unbewusst mit Symbolen um, ergeben Dinge Sinn oder haben eine Bedeutung, gerade weil sie Wirkungen auf unser Leben haben, was sich im Übrigen auch im alltagssprachlichen Gebrauch dieser Begriffe äußert. Bewusstes Deuten und Verstehen stellen sicherlich nur "einen Aspekt des sozialen Gebrauchs von Kultur dar" (ebd. 115), "Bedeutung" liegt nicht in Texten an sich, sondern entsteht in und durch ihren Gebrauch. Für diesen Zugang steht etwa in den britischen cultural studies das von Stuart Hall entwickelte encoding/decoding-Modell des alltäglichen Gebrauchs von Medien (Hall 1999/1980). In einer Fülle von Forschungsarbeiten zum Lese- und Fernsehverhalten oder anderen Formen popularkulturellen Konsums von Frauen, Jugendlichen, Unterschichten etc. wurde Fragen nachgegangen, welche ideologischen Subtexte, insbesondere Geschlechterstereotype, diese Medien transportieren und wie diese kodierten Botschaften bei den RezipientInnen ankommen (vgl. den Beitrag von Monika Bernold und Andrea Ellmeier in diesem Heft). Ähnlich wie Fernsehen, Radio und neuerdings das Internet oft aber auch dazu genützt werden, um den Alltag zu strukturieren oder ihm zu entkommen, gilt es auch historische Medien auf ihre möglichen Gebrauchsweisen zu befragen, auch wenn sich diese aufgrund der Überlieferung nur begrenzt und oft gar nicht erschließen lassen.
Die weitere Verwendung der Begriffe "Bedeutung" und "Sinn" in einer Weise, die für Prozesse und Praktiken, Gebrauchsweisen und Wirkungen sensibel ist, muss unserer Ansicht nach keinen Verlust der analytischen Schärfe darstellen (Algazi 2000:116, Anm. 29). Vielmehr kann sie die Möglichkeit eröffnen, die dahinterstehenden Konzepte zu differenzieren und aufeinander zu beziehen. Fragt man etwa danach, in welchen spezifischen Kontexten dem Frau- oder Mannsein Bedeutung beigemessen wurde, wird die Bedeutung von Geschlecht nicht vorausgesetzt, wie dies oft in jenen empirischen Forschungen der Fall ist, wo sich auch unter dem Etikett Geschlechterforschung wenn schon nicht die Suche nach "der Frau", so doch zumindest nach dem Gemeinsamen zwischen Frauen verbirgt und Geschlecht in seiner Bedeutung universalisiert und über alle anderen Kategorien der Zugehörigkeit gestellt wird. Gilt das Interesse den konkreten Handlungsräumen und Erfahrungswelten von Frauen und Männern, so wird sehr schnell sichtbar, dass binäre Geschlechterkonzeptionen an der Lebenswirklichkeit vorbeigehen. Dies gilt umso mehr, wenn unsere Forschungsfragen vormoderne Gesellschaften betreffen. Wird Geschlecht dagegen als eine Kategorie verstanden, die ihre Bedeutung immer auch in Relation zu anderen Differenzkategorien erhält, so geht es immer auch um einen Vergleich der Möglichkeiten, die konkrete, mehrfach verortete Menschen in spezifischen historischen Kontexten hatten. Damit lässt sich die konkrete Bedeutung des Frau- oder Mannseins nicht ‚fixieren' , sondern sie ergibt sich aus spezifischen, sich historisch ändernden Bedingungen, Strukturen und Werten.
Mit dem hier vorgeschlagenen Verständnis von Geschlecht als sozio-kultureller Konstruktion verändern sich die Fragen, die wir an die Vergangenheit stellten. So lässt sich beispielsweise nach dem Verhältnis der Kategorien Geschlecht und Schriftlichkeit in mittelalterlichen Gesellschaften fragen (vgl. den Beitrag von Eva Cescutti in diesem Heft): Welchen Stellenwert hatten die Fähigkeit und die Praxis des Lesens und Schreibens bei der Definition von Lebensformen und Lebenswirklichkeiten von Frauen und Männern in der Vorstellungswelt des Mittelalters? Wie wirkten sich Konzepte von Geschlecht, Wissensfähigkeit und Bildung auf die alltägliche Praxis aus? Ist "Schriftlichkeit" eine Kategorie wie Geschlecht, sozialer Stand, Zugehörigkeit zu einer geistlichen Gemeinschaft, Alter, Generation etc. und wenn ja, in welchem Verhältnis stehen diese Kategorien zueinander: Wirkten sie verstärkend, kompensierend oder vielleicht je nach Kontext auch widersprüchlich? Mittels welcher Praktiken wurden sie wirksam, angepasst, festgeschrieben oder verändert? So unbestreitbar die Konzeption einer geschlechtsspezifischen Unterordnung von Frauen unter Männer gerade auch in Hinblick auf die als unterschiedlich aufgefasste Wissensfähigkeit im dominanten antik-christlichen Diskurs ist, so sehr ist es notwendig, diesen Diskurs nicht absolut zu setzen, sondern in Verbindung mit anderen für den jeweiligen Zeitraum der Untersuchung relevanten Vorstellungen zu sehen. Kategorien wie Religiosität, Frömmigkeit oder Spiritualität spielten etwa im Leben von Menschen im Mittelalter oder in der Frühen Neuzeit eine ganz andere Rolle als in dem von europäischen ForscherInnen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Die Annahme von Wünschen nach "Unabhängigkeit" oder "Freiheit" im modernen Sinn ist, um nur ein Beispiel zu nennen, für eine christlich begründete und legitimierte ständisch-hierarchische Gesellschaft anachronistisch. Das christliche Weltbild beruht auf dem grundsätzlichen Prinzip, dass zwar alle Menschen vor Gott und im Jenseits gleich seien, die irdische und ebenfalls gottgewollte Ordnung jedoch jedem seinen Platz und Stand zuweise. So lautet etwa eine Bestimmung der Synode von Rom aus dem Jahr 853, die sich unter anderem mit Fragen des klösterlichen Zusammenlebens auseinander setzte, dass Nonnen und Mönche die gleichen Bußen für ihre Sünden tun sollten, weil sie - wenn auch in Hinblick auf ihr Geschlecht verschieden - hinsichtlich ihrer Demut ohne Unterschied seien (zit. bei Goetz 1999:32).
Die Vorstellung der grundsätzlichen Ungleichheit der Menschen auf Erden hieß aber auch, zumindest in den normativen Konzepten, dass dem sozial Schwächeren Schutz oder in Hinblick auf die Geschlechterordnung Ehre und Achtung durch den Stärkeren zukommen sollte. Lebensgestaltung im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit scheint oft weit mehr eine Frage von Religion, Stand und Stellung gewesen zu sein als des Geschlechts. Um nicht missverstanden zu werden: Damit wollen wir keineswegs die Bedeutung der Kategorie Geschlecht negieren, sondern die Frage eröffnen, welche Relevanz ihr im Zusammenwirken mit anderen relevanten Kategorien jeweils zukam. Zu reflektieren gilt es, ob nicht Kategorien, die für uns selbst weniger wichtig sind, oft einen größeren Stellenwert für das Leben von Männern und Frauen in vormodernen Gesellschaften hatten, als wir uns heute vorstellen.
Die Annahme, dass Geschlecht auch etwas ist, das Frau bzw. Mann tut (doing gender) ermöglicht es, von den Handlungs- und Interaktionsformen von Frauen und Männern auf die Bedeutung von Geschlecht zu schließen. Da wir über die Handlungen der nichtprivilegierten Schichten meist nur aus obrigkeitlicher Perspektive informiert sind, erfordert eine solche Analyse ein sehr feines methodologisches wie theoretisches Instrumentarium. Während wir für die "westlichen" Gesellschaften der Gegenwart recht genau im Kopf haben, welche Handlungen und Verhaltensmuster weiblich oder männlich konnotiert sind, ist diese Analyse für historische Gesellschaften, die Geschlecht vorwiegend sozio-kulturell begründeten, recht kompliziert. Argumente, die vorschnell als geschlechtsspezifisch erscheinen, können sich bei genauerer Betrachtung als ständische, altersspezifische etc. Zuschreibungen erweisen (vgl. Mommertz 1997; Griesebner/Mommertz 2000).
Wie sich Menschen wahrnehmen und von anderen wahrgenommen werden, drückt sich in einer Vielfalt von Zugehörigkeiten aus, die in der Praxis sowohl zu verschiedenen Zeitpunkten wie auch in verschiedenen Situationen unterschiedlich waren. So werden Frauen in vormodernen Gesellschaften je unterschiedlich über ihren Stand, über ihre gesellschaftliche Funktion, über ihre Beziehungen innerhalb der Familie oder sozialen Gemeinschaft etc. sichtbar, und dies gilt auch für Männer. Uns erscheint es einerseits wichtig, die Vielfalt an Kategorien sichtbar zu machen, sie zu differenzieren und in ihren Überschneidungen darzustellen. Gerade deshalb ist es so notwendig, normative Quellen und solche, die Alltagspraktiken dokumentieren, aufeinander zu beziehen. Nur auf diese Weise kann eine Annäherung an die komplexen und oft widersprüchlichen Wechselbeziehungen zwischen der Herstellung von Vorstellungen und den Weisen, wie sie wirksam werden, erfolgen. Die Kategorie Geschlecht ist daher Forschungsobjekt im Sinn der Suche nach Frauen und Männern, sie ist gleichzeitig aber auch ein analytisches Instrument der Untersuchung und damit methodisch begründet (vgl. Griesebner 2000). Im Sinn des bisher Ausgeführten geht es uns dabei vor allem darum zu fragen, wie Menschen innerhalb der spezifischen politischen und ökonomischen Strukturen, die ihr Leben bestimmen, Möglichkeiten für individuelles Handeln fanden, welche Repertoires und Optionen (Algazi 2000) ihnen dafür zur Verfügung standen, ob und wie sie diese nutzten und damit ihre konkreten Lebenswirklichkeiten mitgestalteten und veränderten. Es geht daher immer um Macht- und Herrschaftsverhältnisse, innerhalb derer diese Realitäten konstruiert und gelebt werden, und ihre Wirkungsweisen, die meist widersprüchlich sind (Grossberg 1999:24).
Das konkrete Arbeiten mit den Quellen erlaubt es auch, die jeweiligen Bedeutungen, den jeweiligen Stellenwert der zur Debatte stehenden Kategorien anhand konkreter sozialer Interaktionen zu überprüfen. Im Sinn der Definition von Algazi "Kultur ist how to do what" (Algazi 2000:113) heißt das, dass diese Bedeutungen, vor allem aber ihre unmittelbaren Wirkungen für die betroffenen Menschen vor allem in der Praxis entstehen. Die Metakategorie ‚Frau', deren Konstruktion wissenschaftspolitisch auch deshalb notwendig war, um den Blick der HistorikerInnen dafür zu schärfen, dass die Vergangenheit nicht nur von Männern bevölkert wurde, ist eine politische Kategorie (vgl. Hohkamp 1999:19). Gerade weil Individuen an Schnittpunkten heterogener Diskurse konstituiert werden und sich selbst konstituieren, ist es wichtig, die Erkenntniswerkzeuge, sprich die einzelnen Kategorien, immer wieder selbst zum Erkenntnisgegenstand zu machen. Mit dem Verständnis von Geschlecht als sozio-kultureller Konstruktion verbindet sich nicht nur die Verabschiedung eindimensionaler Erklärungen, sondern auch eine Dezentrierung der Kategorie Geschlecht. Vermutlich im Kontrast zu manchen Feministinnen und VertreterInnen des Forschungsfeldes Männerforschung sehen wir in der Dekonstruktion von Geschlecht die Chance, Frauen und Männer als Individuen ernst zu nehmen und stereotypen Geschlechterzuschreibungen entgegenzutreten. Dass dieses Projekt nicht einfach ist, verdankt sich der paradoxen Grundkonfiguration feministischer Positionen: ein Paradox, das sich daraus ergibt, dass zuerst Frauen und neuerdings auch Männer die ihnen von ihrer jeweiligen Gegenwart zudiktierten Formen der "Weiblichkeit" oder "Männlichkeit" verweigern, ihren Protest jedoch im Namen des weiblichen oder männlichen Geschlechts und damit im Namen des ‚Produkts' dieser Zuschreibungen formulieren; ein Paradox, welches, wie Scott in ‚Only paradoxes to offer' zeigt, dem Projekt der Moderne konstitutiv eingeschrieben ist (Scott 1996).

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