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Maitland Stobart

Geschichte ohne Haß: Die Arbeit des Europarats zum Geschichtsunterricht

Quelle: Beiträge zur historischen Sozialkunde. Nr. 2/96. 26. Jg. S. 53 - 56.

Als ein Ergebnis der weitreichenden Veränderungen in Mittel- und Osteuropa hat sich der Europarat in den letzten Jahren zum größten intergouvernementalen und interparlamentarischen Forum Europas entwickelt. 44 Staaten nehmen derzeit an unseren Bildungsprogrammen teil (*), und weitere können noch hinzukommen.
Der Geschichtsunterricht war aufgrund seiner Funktion als Brückenbauer und Vertrauensbildner zwischen den Völkern des Kontinents für den Europarat immer Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit. Die Gründer unserer Organisation hatten selbst erlebt, wie Geschichte zum Schüren nationalistischer Feindseligkeit oder kultureller und rassischer Überlegenheit mißbraucht wurde. Viel zu oft hatte der Geschichtsunterricht jenen Pessimismus Paul Valérys bestätigt, nach dem "Geschichte das Gefährlichste ist, was der Alchimie unseres Geistes jemals entstiegen ist", weil durch sie "Nationen verbittert, herablassend und unerträglich eitel" gemacht werden.
Die Arbeit des Europarates zur Geschichte läßt sich grob in drei Phasen einteilen. Die erste begann während der fünfziger Jahre und bestand in einer großangelegten Kampagne für die Beseitigung von Voreingenommenheiten und Vorurteilen aus Schulbüchern sowie für deren größtmögliche Genauigkeit und Ausgeglichenheit. In den sechziger und frühen siebziger Jahren untersuchte der Europarat die Rolle und Funktion des Geschichtsunterrichts in den Lehrplänen höherer Schulen und unterbreitete Vorschläge zu seiner didaktischen Belebung.
Auf diese zweite Phase folgte eine längere Pause, die im wesentlichen eine Interessenverschiebung in den Mitgliedstaaten in Richtung interdisziplinärer Arbeit reflektierte. Im Zentrum unserer Arbeit standen nunmehr Versuche der Verbindung von Geschichte, Geographie, Staatsbürgerkunde, Wirtschaftskunde und Soziologie.
Die dritte Phase unserer Aktivitäten begann in den späten achtziger Jahren und begleitet das seither stetig wachsende Interesse am Inhalt und an der Aufgabe des Geschichtsunterrichts in Europa.

Geschichte ohne Propaganda

Von Anfang an lag unserer Arbeit die Absicht zugrunde, "Geschichte nicht zur Propagierung der europäischen Einigung zu benutzen, sondern überkommene Fehldeutungen und Vorurteile durch Faktentreue zu korrigieren". Unsere Ständige Konferenz Europäischer Bildungsminister stellte dementsprechend kürzlich fest, daß Geschichte "das Streben der Historiker nach Faktentreue respektieren und junge Menschen zum kritischen Denken sowie zum Verständnis anderer Ansichten anregen" sollte.
Die Projekte des Europarates zum Geschichtsunterricht beschäftigen professionelle Historiker, Bildungsforscher, Lehrplanersteller, Schulbuchautoren, Lehrerausbildner, Geschichtelehrer, Schulinspektoren und Schulbuchverleger. Weiters besteht enge Zusammenarbeit mit dem Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und mit zwei nicht-staatlichen Organisationen: mit der Europäischen Ständigen Konferenz der Verbände der Geschichtslehrer (EUROCLIO) und der Internationalen Gesellschaft für Geschichtsdidaktik. Beide haben sich als wertvolle Ratgeber und Informanten erwiesen und haben auch zur Verbreitung unserer Arbeitsergebnisse erheblich beigetragen.

Länder im demokratischen Wandel

18 Staaten Mittel- und Osteuropas beteiligen sich im Zuge der Umgestaltung ihrer Bildungssysteme an den Programmen des Europarates. Allen Ländern der Region ist gemeinsam, daß sie zugleich die grundlegende Erneuerung ihrer Schulgesetzgebung, Lehrpläne, Schulbücher und Lehrmaterialien sowie die Umgestaltung ihrer Lehrerausbildung und Schulbürokratie bewerkstelligen müssen. Da die Situation im Bereich des Geschichtsunterrichts besonders akut ist, hat der Europarat gemeinsam mit österreichischen Behörden im November 1994 ein Seminar zur "Reform des Geschichtsunterrichts für Schulen in Ländern, die im demokratischen Wandel begriffen sind", veranstaltet. Sein Ziel war es, den an der Reform beteiligten Experten und Beamten einen Informations- und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Das Seminar war auch Ausgangspunkt für die gegenwärtige Veröffentlichung.
Der Europarat hat im Rahmen seiner besonderen Zusammenarbeit mit den Ländern Mittel- und Osteuropas eine Reihe nationaler Seminare zur Reform des Geschichtsunterrichts in Schulen abgehalten. Workshops zu diesem Themenbereich hat es bislang in Belarus, Lettland, Litauen, Slovenien, in der Russischen Föderation und in der Ukraine gegeben. Weitere sind in Vorbereitung, so etwa in Albanien und Moldova.
Darüber hinaus haben wir im April 1995 gemeinsam mit dem russischen Bildungsministerium ein Seminar zum Thema "Geschichtsunterricht und Vertrauensbildung im Fall Mittel- und Osteuropas" organisiert. Diese Veranstaltung bot Historikern und Lehrplanerstellern aus Belarus, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rußland und der Ukraine die Gelegenheit, über heikle und umstrittene Themen ihrer gemeinsamen Geschichte zu sprechen.
Politiker, Lehrer und Jugendliche aus Mittel- und Osteuropa sind oft enttäuscht über das Maß an westlicher Unwissenheit ihre Geschichte und Kultur betreffend. Das neue Europa sollte ihrer Ansicht nach Anlaß zur Erweiterung des historischen Gesichtskreises auf wirklich europäische Dimensionen sein. In einer Reaktion auf diese Anliegen hat der Europarat mehrere Lehrerseminare über die Geschichte der Völker Mittel- und Osteuropas gemeinsam mit den betreffenden Ländern veranstaltet. Weitere solcher Seminare werden 1996 stattfinden.

Eine einzigartige Disziplin

Welche Art Geschichtsunterricht empfehlen Experten des Europarates den verschiedenen Bildungsministerien, Lehrplanerstellern und Lehrern? Wie rechtfertigen sie die Bedeutung der Geschichte im Rahmen der Lehrpläne?
Unsere Experten empfehlen, daß sich Schüler jeder Altersstufe mit Geschichte auseinandersetzen sollten. Kein anderes Fach kann ihrer Ansicht nach den Wert der Geschichte ersetzen, denn sie ist "eine einzigartige Disziplin, die Geist und Vorstellungskraft auf besondere Weise schult und die jenes Wissen vermittelt, das Schüler zum Verständnis anderer Standpunkte benötigen."
Im besonderen hilft die Geschichte bei der Ausbildung eines Bewußtseins für den zeitlichen Bezug von Ereignissen und damit beim Verständnis solch elementarer Begriffe wie Ursache und Wirkung, Wandel und Entwicklung.
Betreffend den thematischen Umfang des Geschichtsunterrichts empfehlen unsere Experten das Anstreben einer Synthese, die neben politischer, diplomatischer und militärischer Geschichte auch Aspekte der Geistes-, Sozial-, Wirtschafts-, Kultur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte umfassen sollte. Dementsprechend ist Geschichte in den Augen des Europarates nicht gleichbedeutend mit sturem Auswendiglernen von Fakten. Obwohl Fakten unentbehrlich bleiben, sollte die Beschäftigung mit Geschichte vor allem auch darin bestehen:

Mit anderen Worten sollte das Unterrichten und Lernen von Geschichte in Schulen ein aktiver Vorgang sein und von eigener Nachforschung, Reflexion und Artikulation begleitet werden. Die Schüler sollten sich in der kritischen Bewertung verschiedener historischer Belege üben und zu einer kritischen Haltung gegenüber Informationen - vor allem jenen der Medien - ermutigt werden. So sollten sie zum Beispiel lernen, einen Film oder eine Fernsehsendung ebenso kritisch zu "lesen" wie eine Zeitung.
Dabei ist uns selbstverständlich bewußt, daß Schulen nicht die einzigen Informations-, Bildungs- und Meinungsquellen der Schüler sind. Familien, Gleichaltrige, lokale und nationale Gemeinschaften, ethnische, kulturelle und religiöse Traditionen spielen hier ebenso wie die Medien eine bedeutende Rolle. Daher sollten wir niemals jene Vorstellungen, Kenntnisse und konkreten Erfahrung der Geschichte unterschätzen, die Schüler in ihr Klassenzimmer mitnehmen.

Ein neues Bewußtsein für "Identität"

Die Arbeit des Europarates zur Geschichtsdidaktik hat gezeigt, daß die Balance zwischen lokaler, nationaler, europäischer und Weltgeschichte oft Schwierigkeiten bereitet.
Lokalgeschichte eignet sich insbesondere zur Anwendung aktiver Methoden, wie der Einbeziehung von Interviews, Dokumenten, Zeitungen, Kunstgegenständen, Denkmälern, Bauten und archäologischen Funden als vielfältige Quellen. Sie kann die Vergangenheit lebendig machen, die Vorstellungskraft und Motivation der Schüler anregen und ihnen helfen, große Themen in einer kleinen Welt wiederzuerkennen. Dazu bedarf es allerdings der Durchführung von Feldstudien außerhalb des Klassenzimmers ebenso wie der Zusammenarbeit zwischen Schulen, Bibliotheken, Archiven und Museen.
Andererseits ist Lokalgeschichte nicht immer problemlos. Gewisse Ereignisse der jüngeren Vergangenheit können schmerzhaft oder kontrovers empfunden werden. Bei einem vor kurzem stattgefundenen Europarats-Lehrerseminar mit dem Thema "Unterricht von Lokalgeschichte aus einer europäischen Perspektive" wurde bemerkt, daß viele Grenzgebiete im Laufe der Jahrhunderte ihre staatliche Zugehörigkeit gewechselt haben. Dadurch seien die lokale Geschichte und die Traditionen oft nicht im Einklang mit den heutigen nationalen Grenzen. Lokalgeschichte könnte daher von manchen als gefährlich oder sogar als subversiv angesehen werden.
In der gegenwärtigen veränderlichen Situation in Europa ist man sich des Begriffes "Identität" wieder mehr bewußt geworden. Identität ist ein komplexer Begriff, der viele Facetten hat: Sprache, Religion, Geschichtsbewußtsein und gemeinsame Erinnerungen - manchmal an historische Mißstände und Ungerechtigkeiten oder sogar Rachsüchte. Er ist reich an Symbolen: Helden, gewonnene und verlorene Schlachten, Lieder, Gedichte, Gemälde, Denkmäler, Mahnmale oder Straßennamen.
Nicht selten behauptet sich Identität auf zerstörerische und gewaltsame Weise oder auf Kosten der Identität anderer Gruppen wie Migranten, Minderheiten oder Angehörige anderer Nationalitäten, Religionen oder Rassen. Daß der Geschichtsunterricht sich dieser Tatsachen bewußt sein muß und Chauvinismus, Intoleranz oder Gruppendünkel nicht unterstützen sollte, bedarf wohl kaum der Erwähnung.
Allerdings war die Geschichte lange ein Mittel zur Schaffung und Verfestigung nationaler Identität, und die Art und Weise der Vermittlung nationaler Geschichte ist nach wie vor Gegenstand intensiver Debatten in vielen europäischen Ländern.
Nationale Geschichte ist nicht synonym mit nationalistischer Geschichte. Nationale Geschichte sollte in einer offenen und integrierenden Weise unterrichtet werden, die

Wie behandeln unsere Lehrpläne und Lehrmittel kulturelle und ethnische Verschiedenheiten, z.B. Minderheiten (einschließlich von Roma und Sinti und der jüdischen Gemeinden Europas), Einwanderer und Flüchtlinge? Werden Schüler angespornt, europäische Einflüsse auf die nationale Geschichte zu sehen?
Lehrplanersteller, Schulbuchautoren und Lehrer werden daher an der Checkliste interessiert sein, die anläßlich eines Lehrerseminars über "Die Rolle der Geschichte bei der Herausbildung nationaler Identität" ausgearbeitet wurde.

Europäische Geschichte im Unterricht

Gelegentlich wird der Ruf nach einem einheitlichen Lehrplan oder Schulbuch zur europäischen Geschichte laut. Ist dergleichen machbar, oder auch nur wünschenswert, in einer Region, die sich vom Nordkap bis nach Zypern und Malta oder von Reykjavik nach Berlin, Warschau und Wladiwostok erstreckt?
Unsere Experten haben immer wieder betont, daß die Durchsetzung einer einheitlichen oder standardisierten Ver- sion europäischer Geschichte nicht in Frage kommt.
Andererseits stellt sich die Frage, was wir denn eigentlich als "europäische Geschichte" unterrichten sollten. Sicher kann sie nicht in jenem simplen Nebeneinander nationaler Geschichten bestehen, das die Geschichte der "Pauken und Trompeten" als Aufstieg und Fall großer Mächte so lange praktiziert hat. Dieser Zugang übersieht nicht nur die Geschichte kleinerer Länder, sondern auch die vieler Völker ohne Staat.
Angesichts dieser beiden Überlegungen hat der Europarat versucht, Themen hervorzuheben, die sich zu einer europäischen Darstellung am ehesten eignen. Das Ergebnis ist eine Liste mit 25 solcher Sachgebiete, die die Grundlage für einen europäischen Geschichtelehrplan bilden könnten: die Völkerwanderungen, Feudalismus, religiöse Erneuerungsbewegungen, die koloniale Expansion Europas, die industrielle Revolution, Kommunismus, Faschismus sind nur einige dieser Themen.
Der erste Gipfel der Staatsoberhäupter und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten des Europarats fand 1993 in Wien statt. In ihrem Schlußdokument stellte die Konferenz fest, daß "das Ende der Teilung Europas eine historische Gelegenheit zur Sicherung des Friedens und der Stabilität auf dem Kontinent darstellt" und warnte im Anschluß vor:

Der Gipfel betonte auch die Notwendigkeit der Stärkung von "Programmen, die Vorurteile im Geschichtsunterricht abbauen, indem sie die positive gegenseitige Beeinflussung der Länder, Religionen und Anschauungen innerhalb Europas betonen". Ein Folgeprojekt des Gipfels bemüht sich um Hilfestellung für Lehrplanersteller und Lehrer. Im einzelnen beinhaltet es: Die Ergebnisse des Projektes werden die Grundlage für eine Resolution über den Geschichtsunterricht sein, die der Ständigen Konferenz der Europäischen Bildungsminister bei der nächsten Zusammenkunft, 1997 in Norwegen, zur Annahme vorgelegt werden wird.
Bei allen Tagungen zu diesem Projekt wurde immer wieder betont, daß die "positiven gegenseitigen Beeinflussungen" im Unterricht durch die Präsentation umstrittener, heikler und auch tragischer Themen der historischen Entwicklung Europas ausgeglichen werden sollten. Wenn Lehrer dieser Forderung entsprechen sollen, werden sie jedoch nicht nur entsprechende Weiterbildung und Lehrmittel benötigen, sondern müssen unter Umständen auch vor Angriffen in Schutz genommen werden, die aus ihrer Tätigkeit resultieren. Es wurde sogar der Vorschlag gemacht, daß der Europarat eine Europäische Charta des Geschichtsunterrichts erstellen sollte, um die Integrität der Geschichtslehrer und ihrer Lehrtätigkeit zu gewähren.
Schließlich raten die Experten des Europarates immer wieder, den globalen Zusammenhang europäischer Geschichte nicht aus den Augen zu verlieren. Nationale und europäische Horizonte sollten, wo immer möglich, zu globalen er- weitert werden, und außereuropäische Zivilisationen sollten nicht nur aus dem Blickwinkel europäischer Expansion, sondern unter Berücksichtigung ihrer eigenen kulturellen Perspektiven gesehen werden.

Geschichte lernen außerhalb der Schule

Austausch und Zusammenarbeit zwischen Schulen kann den formellen Unterricht über fremde Kulturen und Länder ganz wesentlich bereichern, und auch die neuen Medien werden zur Ausweitung des bisherigen Rahmens solcher Aktivitäten genützt.
Mehr und mehr Schulen interessieren sich auch für multilaterale Formen von Zusammenarbeit zwischen mehreren Schulklassen in verschiedenen Ländern.
Das "Viking Network" ist dafür ein originelles Beispiel: es verbindet Geschichtslehrer und Schulen der vielen Orte und Länder, die den historischen Kontakt mit den Wikingern gemeinsam haben. Das Netzwerk dient in erster Linie dem Informationsaustausch über E-Mail.
Um solche Initiativen zu unterstützen und den Austausch von Informationen und praktischen Anwendungen zu fördern, hat der Europarat ein "Europäisches Netz für Schulische Austauschprogramme" aufgebaut. Dieses Forum hat ein Handbuch in englischer und französischer Sprache veröffentlicht ("A Practical Guide to School Links and Exchanges in Europe") sowie ein Trainings-Modul für Lehrer ausgearbeitet, die sich mit Austauschprogrammen beschäftigen. Der nächste Schritt wird die Veröffentlichung einer Broschüre für Geschichtslehrer sein, um diesen zu helfen, internationale Schulprojekte über Regional-, europäische und Weltgeschichte zu organisieren.
Tourismus ist heute einer der wichtigsten Faktoren in der Kontaktnahme zwischen Völkern aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Mit Sicherheit trägt der Tourismus zur persönlichen Horizonterweiterung bei und fördert das Verständnis zwischen Kulturen. Doch seine positiven Aspekte können leicht ins Gegenteil umschlagen, weswegen der Europarat ein Projekt gestartet hat, das dem Tourismus eine kulturelle Dimension geben und Europäer für ihr kulturelles Erbe empfänglich machen soll.
Das Ziel dieses Projektes ist es, Europäische Kulturwege oder Reiserouten zu fördern. Diese Kulturwege führen durch Regionen mehrerer Länder und sind um historische oder kulturelle Themen organisiert. Sie schließen z.B. schon den Pilgerweg nach Santiago de Compostela ein, ebenso Themen wie: die Kelten, die Wikinger, das Mönchstum (einschließlich des orthodoxen), die Hanse und das Barockzeitalter. Diese Kulturwege bieten viele Möglichkeiten für den Geschichtsunterricht, denn sie können als Fokus für neue Formen internationaler Zusammenarbeit dienen, wie etwa Studienreisen, Schulprojekte und Schüleraustauschprogramme mit einer historischen Dimension. Auch die um die Organisation der Routen entstandenen Reiseführer, Bücher, Karten, Poster und Videos können Lehrern als wertvolle Hilfsmittel dienen.
Ähnliches gilt für Kataloge, Videos und Diaserien der Kunstausstellungen des Europarates. Die Ausstellungen fin- den alle zwei oder drei Jahre statt und berschäftigen sich mit:

Die letzte Ausstellung war dem Thema "Kunst und Macht: Europa unter der Herrschaft der Diktatoren, 1930-1945" gewidmet. Sie wurde zunächst in London gezeigt und wird noch in Berlin und Barcelona zu sehen sein. Das Thema der darauffolgenden Ausstellung wird "Historismus" lauten. Sie wird vom 12. September 1996 bis 6. Jänner 1997 in Wien zu sehen sein.
Der Europarat ist überzeugt, daß alle europäischen Schüler sich mit zeitgenössischer Geschichte auseinandersetzen sollten. Ihre besondere Bedeutung erklärt sich aus der Tatsache, daß hier die Erinnerungen - und in manchen Fällen auch die Wunden - noch frisch sind und daher für persönliche oder sogar nationale Haltungen noch unmittelbar relevant sind. Daher wird sich unser nächstes Projekt zum Themenbereich Geschichte (1997-1999) mit der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen. Als vorraussichtliche Ergebnisse dieser Arbeit sind zu erwarten:


(*) Albanien, Andorra, Belarus, Belgien, Bosnien-Herzegowia, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, die frühere Jugoslawische Republik, Mazedonien, Griechenland, Großbritannien, der Heilige Stuhl, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Moldova, Monaco, die Niederlande, Norwegen, Österreich. Polen, Portugal, Rumänien, die Russische Föderation, San Marino, Schweden, Schweiz, die Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Zypern.
Quelle: Beiträge zur historischen Sozialkunde. Nr. 2/96. 26. Jg. S. 53 - 56.
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