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Peter Feldbauer

Die islamische Welt im Zeitalter der Kreuzzüge

Quelle: Beiträge zur historischen Sozialkunde. Nr. 3/96. 26. Jg. S. 137 - 146.

Mit der Eroberung der letzten Kreuzfahrerstützpunkte an der Küste Palästinas ging 1291 die nahezu 200 Jahre währende Offensive des christlichen Westens gegen die islamischen Staaten und Gesellschaften des syrisch-ägyptischen Raumes zu Ende. Die Träume des Papstes und der seinem Ruf folgenden 'fränkischen' Kreuzfahrerheere von einer religiös ebenso verdienstvollen wie ökonomisch und politisch vorteilhaften, dauerhaften Okkupation Jerusalems und des Heiligen Landes waren endgültig ausgeträumt. Offenbar hatte die islamische Welt einen entscheidenden Sieg errungen und - anders als im westlichen Mittelmeerraum - den militärischen Angriff Westeuropas auf die Kernregionen arabisch-islamischer Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur erfolgreich abgewehrt. Und nicht bloß dies: Von den Osmanen neuerlich politisch geeint, setzte der islamische Osten nach dem Fall von Konstantinopel seit dem Spätmittelalter wiederum zur Eroberung großer Teile Europas an, was immerhin zur Besetzung Kretas, Zyperns und großer Teile des Balkans sowie zur zweimaligen Belagerung Wiens führte.
Trotz der unbestreitbaren militärisch-politischen Erfolge mehrerer islamischer Dynastien - Aiyubiden, Mamluken, Osmanen - wird die Ära der Kreuzzüge häufig als eine Trendwende der ökonomischen, politischen und kulturellen Beziehungen zwischen Westeuropa und islamischer Welt eingestuft. Der libanesische Romancier und Journalist Amin Maalouf beispielsweise resümiert in seinem Buch "Der Heilige Krieg der Barbaren. Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber", nachdem er die Vertreibung der christlichen Invasoren mit Hilfe von Zeugnissen zeitgenössischer arabischer Geschichtsschreiber und Chronisten geschildert und gewürdigt hat, folgendermaßen: "Dem Anschein nach hatte die arabische Welt einen epochalen Sieg errungen... Es hat aber nur den Anschein. Denn, mit geschichtlichem Abstand gesehen, drängt sich eine Feststellung auf: Zur Zeit der Kreuzzüge ist die arabische Welt, von Spanien bis zum Irak, noch der Hüter der materiell und intellektuell am weitesten fortgeschrittenen Kultur der Erde. Danach verlagert sich der Mittelpunkt der Welt deutlich nach Westen. Geschieht dies nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung? Kann man so weit gehen zu behaupten, daß die Kreuzzüge das Signal für den Aufstieg des westlichen Europa - das nach und nach die Welt beherrschen sollte - gegeben und damit gleichzeitig das Ende der arabischen Kultur eingeläutet haben?" (Maalouf, 1996, S. 279).
Der Autor liefert im Anschluß an diese Aussage zwar eine differenzierende Relativierung seiner Einschätzung der Kreuzzüge, läßt aber keinen Zweifel daran, daß schon seit dem 11. und 12. Jahrhundert, parallel zum Aufschwung Westeuropas, ein allmählicher Niedergang der arabisch-islamischen Welt zu beobachten ist. Die Gründe der Dekadenz seien, neben der Invasion der "christlichen Barbaren", der Aufstieg türkischer Dynastien und ihrer Nomadenverbände sowie die Unfähigkeit der Araber, dauerhafte Institutionen zu schaffen, gewesen. Während nach Ansicht von Maalouf die Epoche der Kreuzzüge für Westeuropa der Beginn einer echten Revolution auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet war, folgten den Glaubenskriegen im Orient infolge externer Probleme und innerer Schwächen Jahrhunderte der Stagnation und des Obskurantismus. Eine von vielen Seiten bedrängte muslimische Welt sei intolerant und steril geworden und hätte sich zunehmend auf sich selbst zurückgezogen, während der christliche Westen den Weg in die Moderne und zur globalen Expansion antrat.
Der Befund vieler, um nicht zu sagen der meisten Islamwissenschaftler lautet ähnlich. Fast immer gilt für diese der Zeitraum vom 8. bis zum 11. Jahrhundert als Aufstiegs- und Blütephase der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklung der islamisch geprägten Gesellschaften Westasiens und Nordafrikas. Ein Vierteljahrtausend oder sogar noch länger sollen die Gesellschaften, Staaten und Ökonomien des arabisch-iranischen Raumes dem christlichen, feudalen Westeuropa wirtschaftlich, kulturell und politisch-militärisch in jeder Hinsicht überlegen gewesen sein und sowohl vielfältige Beziehungen von gleich zu gleich mit den alten Agrarzivilisationen China, Indien und Byzanz als auch fruchtbare Kontakte mit den Hirtennomaden Zentralasiens sowie den 'Barbaren' der nordischen Wälder unterhalten haben.
Mit der Bedeutung des weitverzweigten interkontinentalen Fernhandelsnetzes, das alle bekannten Zonen der Alten Welt verknüpfte, der relativ großen Zahl florierender Städte, die die islamische Welt ökonomisch und kulturell zusammenhielten und der hochentwickelten Geldwirtschaft, deren effiziente Kredit- und Kommerzpraktiken später vom europäischen Kaufmannskapital begierig adaptiert wurden, sollen starke Staaten mit differenzierten Administrationsstrukturen und erheblichen materiellen, militärischen und ideologischen Ressourcen sowie einer hochentwickelten Kultur, deren Leistungen in Kunst und Wissenschaft bis heute bewundert werden, korrespondiert haben. Diese positive Leistungsbilanz führt nicht selten dazu, die Welt des Islam zusammen mit China als führende Weltzivilisation der Zeit vor dem Millennium zu identifizieren.
Nach Ansicht vieler Orientalisten und Islamhistoriker gerieten die Gesellschaften des gesamten arabisch-iranischen Raumes jedoch im Verlauf des 10. und 11., spätestens aber um die Mitte des 13. Jahrhunderts in eine profunde ökonomische und soziopolitische Krise, die sich als Anfang eines jahrhundertelangen, irreversiblen Niedergangs herausstellte. Zur Erklärung dieser Dekadenz der einst blühenden islamischen Welt werden sowohl innergesellschaftliche und kulturelle als auch ökonomische und außenpolitische Gründe bemüht. Der Verfall der religiös-ideologischen Autorität des Kalifats sowie die Zersplitterung des Islam in konkurrierende Hauptströmungen, Rechtsschulen und Sekten werden ebenso angeführt wie all jene Spezifika der Religions-, Rechts-, Stadt- und Militärentwicklung, die in ihrer Summe einen in letzter Konsequenz zur Stagnation verurteilten 'orientalisch-despotischen' Staats- bzw. Gesellschaftstypus konstituieren sollen. Diese beliebten Argumente werden seitens stärker sozialwissenschaftlich orientierter Wissenschafter um sozioökonomische Faktoren wie Bevölkerungsverluste, Reduktion des Fern- und Regionalhandels oder auch Niedergang von Landwirtschaft und Gewerbe ergänzt.
Abgerundet wird dieses Krisenszenario meist durch den Verweis auf externe politisch-militärische Faktoren, von denen, neben den periodischen Einfällen 'barbarischer Nomadenhorden' aus dem zentralasiatischen Osten, die sich häufenden militärischen Invasionen durch westeuropäische Kreuzfahrerheere und deren Erfolge in Palästina, Spanien, Sizilien und Nordafrika als längerfristig am folgenreichsten eingeschätzt werden.
Die verschiedenen Faktoren, die seit dem 11. Jahrhundert schrittweise zur gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Blockierung der westasiatisch-nordafrikanischen Länder geführt haben sollen, können in diesem Zusammenhang nicht näher beleuchtet und hinsichtlich ihres - teilweise nur geringen - Realitätsgehaltes überprüft werden (vgl. Feldbauer, 1995). Möglich ist jedoch eine kurze Skizze des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandels der islamischen Gesellschaften des Nahen Ostens in der Ära der Kreuzzüge. Davon ausgehend fällt es auch nicht allzuschwer, einige Aussagen über den Stellenwert und die Folgen der Invasion der Franken für die weitere Geschichte der islamischen Welt zu treffen.
Die Frage nach den Konsequenzen der Kreuzzüge wirkt im ersten Moment möglicherweise ziemlich antiquiert-akademisch. Ihre nicht selten klischeehafte Beantwortung trägt aber sicherlich noch immer erheblich zum gängigen Islambild in Österreichs Schulbüchern und Medien bei. Auf islamischer Seite werden die ambivalent bewerteten Kreuzzüge vielfach bis heute nicht als ein längst abgeschlossenes Kapitel der Geschichte betrachtet. So beziehen sich die politischen und religiösen Eliten der arabischen Länder nicht selten auf Saladin, den Fall Jerusalems und seine Rückeroberung. Der Suezkrieg von 1956 wurde in Ägyptens Presse mit dem Kreuzzug der Engländer und Franzosen des Jahres 1191 verglichen und der Papstattentäter vom Mai 1981 wollte mit Johannes Paul II. den "obersten Kriegsherren der Kreuzritter" töten. Möglicherweise prägt die Erinnerung an die mit der Vertreibung der Franken letztlich siegreich abgeschlossenen Kreuzzüge die Haltung mancher Moslems gegenüber dem erfolgreichen Westen in der Gegenwart viel mehr als man üblicherweise anzunehmen bereit ist. Trifft dies tatsächlich zu, dann weist die Beschäftigung mit der Kreuzzugsthematik ein kaum zu überschätzendes Maß an Aktualität auf. Über den Stellenwert der Kreuzzüge für die Entwicklung der islamischen Welt im Mittelalter wäre damit freilich noch wenig ausgesagt.

Wandel der politischen Strukturen. 11.-13. Jahrhundert

Von der Jahrtausendwende bis ins ausgehende 13. Jahrhundert, dh. in der Epoche unmittelbar vor und während der Kreuzzüge, vollzogen sich in der islamischen Welt weitreichende Veränderungen, die sowohl als Adaptierungs- und Modernisierungsprozesse als auch als Systemkrise interpretiert werden können. Hinsichtlich der staatlich-politischen Ordnung bedeutete dieser Wandel insbesondere eine Fragmentierung des von Zentralasien bis zu den Maghrebländern reichenden Kalifats der Abbasiden. In den 400 Jahren seit der Religionsgründung war eine islamische Welt entstanden, die zunehmend von einer gemeinsamen religiösen Kultur in arabischer Sprache, durch sich verdichtende Handelsbeziehungen und allmählich angleichende Konsummuster, sowie durch vielfältige, durch Migration, Wirtschafts- oder Pilgerreisen entstandene persönliche Bindungen zusammengehalten wurde. Diese Welt gehörte als politische Einheit bereits der Geschichte an. Neben dem weitgehend entmachteten Abbasidenkalifen in Bagdad erhoben auch die Herrscher in Kairo und Cordoba Anspruch auf den Kalifentitel und eine Reihe von Sultans- oder Fürstendynastien, die häufig von einem der drei Kalifen religiöse Legitimation erlangt hatten, regierten praktisch unabhängige Staaten.
Das Abbasidenkalifat hatte im neunten und zehnten Jahrhundert allmählich die Finanz- und Militärressourcen eingebüßt, um das Riesenreich zwischen Atlantikküste und China zusammenzuhalten. Spätestens seit der Mitte des zehnten Jahrhunderts etablierten sich Nachfolgedynastien unterschiedlichen Typs, die teilweise riesige, festgefügte Regionalstaaten, teilweise aber auch nur kleine, lose strukturierte Fürstentümer regierten (Kennedy, 1986; Holt, 1986). Hinsichtlich des wirtschaftlichen, militärischen und kulturellen Potentials höchst unterschiedlich, gerieten diese Dynastien natürlich in zahlreiche Konflikte, was aber lange Phasen von gedeihlicher Zusammenarbeit und friedlicher Entwicklung ebensowenig ausschloß wie die mehrfach zu beobachtende Ausbildung regionaler Vormächte, die sich im wesentlichen drei großen Gebieten der islamischen Welt zuordnen lassen (Haarmann, 1987; Lapidus, 1988; Hourani, 1992): "Das erste umfaßte Iran, das Land jenseits des Oxus, und den südlichen Irak; sein wichtigstes Machtzentrum war noch einige Zeit nach dem zehnten Jahrhundert Bagdad, da es im Herzen eines reichen Agrarbezirks und eines weitgespannten Handelsnetzes lag und während der Herrschaft der Abbasidenkalifen an Einfluß und Ansehen gewonnen hatte. Das zweite Gebiet schloß Ägypten, Syrien und Westarabien ein; sein Machtzentrum war Kairo, eine von den Fatimiden gegründete Stadt mit einem landwirtschaftlich produktiven Hinterland. Kairo war auch ein Kreuzungspunkt von Handelswegen, die die Länder am Indischen Ozean mit denen des Mittelmeeres verbanden. Das dritte Gebiet ist der Maghreb und Andalus, der muslimische Teil Spaniens; es hatte kein beherrschendes Machtzentrum, sondern mehrere Zentren, die in Regionen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung lagen und an Punkten, die eine Kontrolle des Handels zwischen Afrika und der mediterranen Welt ermöglichten" (Hourani, 1992, S. 116).
Die politische Geschichte der drei Großräume nahm vom 11. bis zum 13. Jahrhundert einen recht unterschiedlichen Verlauf. Im Westen herrschten zunächst noch die Nachfahren der bereits 750 von den Abbasiden verdrängten ersten Kalifendynastie, die Umaiyaden von Cordoba. Ihr Reich zerbrach nach 1031 in eine Reihe kleiner Fürstentümer. Die Periode der Kleinkönige brachte für Spanien einerseits kulturelle und wirtschaftliche Blüte, ermöglichte andererseits aber auch den Vorstoß der christlichen Feudalherren des Nordens nach Süden. Deren etwas irreführend Reconquista genannte Expansion - was wurde von wem 'wiedererobert'? - wurde zwar vorübergehend durch die Großreichsbildung der nordafrikanischen Berberdynastien der Almoraviden und Almohaden, denen an der Spitze islamischer Erneuerungsbewegungen der politische Aufstieg gelang, gestoppt, setzte sich aber bis zur vollständigen Eroberung der iberischen Halbinsel fort. Ihren Abschluß fanden die Kreuzzüge auf spanischem Boden erst mit der Erstürmung von Granada im Jahre 1492. Beachtung verdient, daß nach dem Ende der große Teile des Maghreb und Spaniens umfassenden Herrschaft der Almoraviden und Almohaden noch mehr als zweihundert Jahre bis zum endgültigen Sieg der Christen vergingen. Die religiöse und politische Koexistenz dieser Zeit war nur zum geringeren Teil das Ergebnis wachsender Toleranz. Viel wichtiger dürften die Verteidigungskunst der politisch, ökonomisch und kulturell äußerst kreativen Gesellschaft des muslimischen Reststaates in Andalusien, die internen Probleme der krisengeplagten spanischen Königreiche im 14. Jahrhundert sowie das Erlahmen des Kreuzzugseifers bei vielen Feudalherren des spätmittelalterlichen Westeuropa gewesen sein.
Der irakisch-iranische Osten stand während der Epoche der Kreuzzüge unter der Herrschaft der türkischen Dynastie der Seldschuken, die als Nachfolger der Buyidenkonföderation und des Gaznawidenstaates den Iran, Irak und große Teile Syriens ihrem Großreich einverleibten. Als Sultane anerkannten sie die formelle Oberhoheit der politisch nahezu entmachteten Abbasidenkalifen, um ihre Herrschaft religiös zu legitimieren, gleichzeitig forcierten sie eine stark zentralistische Staatstheorie in altpersisch-vorislamischer Tradition, wodurch eine im Vergleich zum frühislamischen Kalifat tendenziell 'säkularisierte' Staatsform zustandekam. Der Vormarsch der Seldschuken bis Palästina und Armenien und die von ihnen ausgehende Bedrohung für Byzanz wird immer wieder als wichtiges Motiv für den Ersten Kreuzzug angeführt. Historisch wesentlich folgenreicher war aber der bereits Ende des 11. Jahrhunderts einsetzende Machtverfall der Seldschuken in den syrisch-mesopotamischen Randprovinzen ihres Staates, der eine Voraussetzung für die Erfolge der Kreuzfahrerheere darstellte. In den meisten größeren Städten der westlichen, mittelmeernahen Reichsteile herrschten nahezu autonome seldschukische Atabegs (Prinzenerzieher) oder arabische Tribalführer, die sich untereinander häufig befehdeten und die Kreuzfahrer anfänglich als durchaus vertraute byzantinische Hilfstruppen einschätzten, gegen die man seit Menschengedenken mit wechselndem Erfolg kämpfte. Sogar in Aleppo, Damaskus und Kairo erregte der Verlust Palästinas und der syrischen Küste zunächst wenig Interesse. Man dachte weniger an Dschihad als an die verschiedenen Möglichkeiten, die neuen lateinischen Staaten ins komplizierte Politik- und Bündnissystem der Region einzubauen. Der Kalif in Bagdad wiederum war vielzusehr mit der Absicherung seiner Reste von Macht und Autorität gegenüber der seldschukischen Zentralgewalt beschäftigt, als daß er die Absicht und die Möglichkeit gehabt hätte, die Muslime zum Krieg gegen die ungläubigen Eindringlinge aufzurufen. Der fortgesetzte Niedergang und schließliche Zerfall des Seldschukenreiches im Verlauf des 12. Jahrhunderts, der den iranisch-zentralasiatischen Osten mittelfristig dem Zugriff der Mongolen öffnete, resultierte nicht im geringsten aus der Invasion der Kreuzfahrerheere. Er hat deren Operationen in weiterer Folge sogar indirekt geschadet, da der Rückzug der seldschukischen Truppen und Behörden aus den syrisch-palästinensischen Provinzen den Aufstieg der Aiyubidendynastie erleichterte, deren Begründer Saladin zum berühmt-berüchtigten Gegenspieler der Kreuzfahrerfürstentümer im Heiligen Land wurde.
Die Machtbasis der Aiyubiden, deren Aufstieg sich untrennbar mit den in der westlichen Kreuzzugsliteratur meist minutiös dargestellten Auseinandersetzungen mit den Franken verband, verlagerte sich rasch nach Ägypten, wo bis 1171 die schiitischen Fatimidenkalifen regiert hatten. Deren in Konkurrenz zu den sunnitischen Abbasiden ausgerufenes Gegenkalifat hatte im Raum des heutigen Tunesien seinen territorialen Ausgang genommen, reichte um die Jahrtausendwende vom Maghreb bis an den Taurus und stützte sich wirtschaftlich sowie militärisch vor allem auf Ägypten und Teile Syriens. Die Herrschaft der Fatimiden stellte einen kulturellen und wirtschaftlichen Höhepunkt der islamischen Geschichte dar, wozu die von ihnen gegenüber sunnitischen Muslimen, Christen oder Juden zumeist gezeigte Toleranz sicherlich beigetragen hat (Singer, 1987). Die ersten Erfolge der Kreuzfahrer in Kleinasien und Nordsyrien schufen den Fatimiden die willkommene Möglichkeit, sich mehrerer Provinzen Palästinas zu bemächtigen. In Verkennung der Situation erwogen sie zeitweise sogar eine gemeinsame Front mit den christlichen Invasoren gegen die Seldschuken, was sich als ebenso unrealistisch herausstellte wie später ein erfolglos mit Byzanz angestrebtes Bündnis gegen die Franken.
Nach gut zweihundertjähriger Herrschaft wurden die Fatimiden von Saladin (1169-93), einem Militärführer kurdischer Abstammung, entmachtet. Ihm gelang es, die Kampfkraft und vielleicht auch die religiöse Begeisterung der syrischen und ägyptischen Muslime soweit zu entfachen, daß die europäischen Kreuzritter besiegt und Jerusalem zurückzuerobert werden konnte. Vorangegangen war die von Obermesopotamien und Nordsyrien ausgehende Reichsgründung der Zangiden, in deren Dienst die steile Karriere Saladins ihren Ausgang nahm. Die zangidische Expansion mußte notwendigerweise zu politischen Konflikten mit den christlichen Lokalfürsten und Feudalherren, aber auch mit den ismailitischen Fatimiden führen. Zweifellos war ein Ziel der zangidischen Politik die Auseinandersetzung mit den Ungläubigen und Irrgläubigen, das Moment des Heiligen Kampfes sollte aber die ebenso profanen wie wirksamen soziopolitischen und ökonomischen Interessen nicht verdecken. Wie die Motive im einzelnen auch gelagert waren, im 12. Jahrhundert führten die Zangiden von Mossul, Aleppo und Damaskus, in weiterer Folge dann die Nachkommen ihres Kurdengenerals Aiyub, Krieg für die Restauration des sunnitischen Islam gegen die häretischen Fatimiden und gegen die christlichen Kreuzfahrer. Die bekanntesten Namen der beiden Dynastien, Nuraddin ibn Zangi und Salahaddin ibn Aiyub sind untrennbar verknüpft mit der Geschichte der Kreuzzüge und dienen in Europa bis heute als Beispiele für die 'düstere Glut' islamischen Fanatismus. In Wirklichkeit waren die zentralen Vorgänge im Nahen Osten die Beendigung des Gegenkalifats in Kairo durch Aiyubs Bruder Schirkuh und seinen Neffen Saladin, und anschließend - nach der Sicherung Ägyptens als neuer Machtbasis - die Vereinigung großer Teile des Fruchtbaren Halbmonds unter aiyubidischer Alleinherrschaft. Saladins Kämpfe mit den Franken dienten zweifellos seiner politischen Rolle als Reichs- und Dynastiegründer, doch seine Position als machtvoller Herrscher war nach Ansicht von Albrecht Noth (1986) weder direkt mit den Kriegen gegen die Christen verknüpft noch ausschließlich, vielleicht nicht einmal vorwiegend, durch diese bestimmt (Lyons/Jackson, 1982).
Überblickt man die politische Entwicklung in den wichtigsten Regionen der islamischen Welt in der sogenannten, nur aus europäischer Sicht eine sinnvolle chronologische Einheit ergebenden Epoche der Kreuzzüge, so kann trotz der Fragmentierung des riesigen Reichs der Abbasiden keine Rede von einer schweren Krise oder gar Auflösung der staatlichen Ordnung sein. Mit dem Niedergang des Abbasidenkalifats und den zunächst eindrucksvollen Erfolgen der Kreuzfahrer, die territorial immer eng begrenzt blieben, verband sich kein nennenswerter Abstieg von Staatsgewalt und elaborierter, leistungsfähiger Administrationstätigkeit. Auch nach der Jahrtausendwende etablierten sich immer wieder dauerhafte, relativ zentralisierte Staatsgebilde mit effizienten Verwaltungsstrukturen, beachtlicher Finanz- und Militärkraft und - gemessen an der meist großen Ausdehnung sowie den schwierigen naturräumlichen Voraussetzungen - nicht zu unterschätzender Kohäsion und innergesellschaftlicher Verankerung. Obwohl es, besonders im obermesopotamisch-nordsyrischen und im maghrebinischen Raum, immer wieder auch instabile, kurzlebige Fürstentümer mit prekärer Agrar- und Steuerbasis gab, die durch Angriffe westeuropäischer Kreuzfahrerheere und Flotten schwer in Mitleidenschaft gezogen werden konnten, blieben die Kreuzzüge außerhalb Spaniens und der mediterranen Inselwelt für die soziopolitische und auch militärische Entwicklung der islamischen Welt ziemlich peripher. Daß sich die Staatenwelt Westasiens und Nordafrikas in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, also zur Zeit der endgültigen Vertreibung der Franken aus Palästina, gleichwohl in einer kritischen Phase befand, hat nichts mit dem Krieg des Papstes und seiner Kreuzritter zu tun, wohl aber mit dem Zerfall des Seldschukenreiches, dem endgültigen Sturz des Kalifats in Bagdad infolge der Mongoleninvasion und wahrscheinlich auch der erfolgreichen Handelsexpansion des italienischen Kaufmannskapitals im gesamten Mittelmeerraum.

Störung der Ökonomie?

Mögen die Einfälle der Kreuzfahrer im syrisch-ägyptischen Raum auch keine entsetzlichen politischen Katastrophen gewesen sein, so liegt es dennoch nahe, massive Störungen von Landwirtschaft, Gewerbe und Handel infolge der kriegsbedingten Wirren, die neben den küstennahen Regionen Palästinas und Unterägyptens zeitweise große Teile des östlichen Mittelmeeres erfaßten, zu erwarten. Ein kurzer Überblick über die allgemeine Wirtschaftsentwicklung des islamischen Ostens von der Jahrtausendwende bis zum 13. Jahrhundert schafft diesbezüglich rasch Klarheit (Feldbauer, 1995).
Auch nach dem Auseinanderbrechen des Kalifats der Abbasiden blieben die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas eine kulturelle Einheit und wuchsen ökonomisch sogar noch enger zusammen. Immer mehr Kaufleute tauschten ihre Güter im Rahmen eines relativ freien Marktes, der weiter reichte als zur Zeit des Römischen Imperiums, und in einem Volumen, das vor dem 10. Jahrhundert undenkbar gewesen wäre. Mit der gebotenen Vorsicht läßt sich für die jeweilige Blütephase der Fatimiden- und Aiyubidenherrschaft sogar von einer im östlichen Mittelmeerraum zentrierten, von Spanien und dem westafrikanischen Sudan bis China, Zentralasien und den Weiten des Indischen Ozeans reichenden muslimischen Weltökonomie sprechen. Der Asienhandel, für den Ägyptens und Syriens Stapelorte als Transitmärkte und auch als Abnehmer immer wichtiger wurden, expandierte sowohl auf den See- als auch auf den Landrouten. Die Geschäfte mit dem wirtschaftlich erstarkenden christlichen Westeuropa erreichten signifikant höhere Dimensionen, da Alexandria und die palästinensischen Küstenorte ein rasch wachsendes Angebot an fernöstlichen Luxuswaren, an Edelmetallen und vor allem auch Gewerbeprodukten für den Export bereitstellten, woran sich durch die zeitweilige Besetzung wichtiger Häfen durch Kreuzfahrerheere und italienische Flotten nur wenig änderte.
In engem Zusammenhang mit der Prosperität von ägyptischen, syrischen und byzantinischen Hafenstädten vollzog sich das Vordringen italienischer Kaufleute im östlichen Mittelmeerraum (Cahen, 1983). Die Fatimiden sahen diese Entwicklung gern und dürften sie aus fiskalisch-wirtschaftspolitischen Erwägungen sogar unterstützt haben, obgleich damit auch die Flottendominanz des christlichen Südeuropa gefördert wurde. Aus den guten Kontakten zu europäischen Kaufherren eine Verantwortung für die späteren Erfolge des Ersten Kreuzzuges oder auch nur ein Desinteresse für die Ereignisse in Palästina bzw. für das Schicksal Jerusalems abzuleiten, geht an der historischen Realität vorbei. Das Fatimidenregime tolerierte die Aktivitäten der Kreuzfahrer nur solange, als sie die eigenen außenpolitischen Ziele wenig tangierten, versuchte aber durchaus, eigene, 'islamische' Interessen zu verteidigen. Armee und Flotte waren dazu freilich um 1100 nur schlecht in der Lage, da zu diesem Zeitpunkt die Zeit der mächtigen Fatimidenkalifen schon vorbei war. Der Herrschaftswechsel in Ägypten bewirkte keine generellen Störungen im mediterranen Fernhandel, da die Aiyubidensultane erst recht Holz, Eisen und andere europäische Produkte für ihre vielen Kriege, unter anderem gegen die Kreuzfahrer, dringend benötigten und daher bereit waren, den italienischen, südfranzösischen und katalanischen Händlern weitreichende Privilegien einzuräumen. Saladin, der Erbfeind der Christenheit aus der Aiyubidendynastie, ergriff gegen die als Kreuzfahrer nach Palästina gekommenen Franken zwar die Offensive und beschränkte die christlichen Kaufleute auf die Stapelhäfen am Mittelmeer, um den Transithandel mit der Weltökonomie des Indischen Ozeans fest im Griff zu behalten. Dies war eine Strategie, die vor dem Hintergrund des von Pisa unterstützten Angriffs König Amalrichs von Jerusalem auf Ägypten im Jahre 1169 sowie späterer Versuche der Kreuzfahrer, sich einen Zugriff auf die jemenitische Küste und den Hedschas zu erzwingen - was jeweils auch den europäischen Händlern einen direkten Zugang zum Roten Meer öffnen sollte - als einsichtig und sinnvoll erscheint. Als Realpolitiker wußte Saladin natürlich, daß nicht nur die Prosperität von Alexandria, Qus und anderen Handelszentren, sondern darüber hinaus die wirtschaftliche und fiskalische Stärke ganz Ägyptens relativ eng mit dem Fernhandel zusammenhing. Er behielt daher das handelspolitische Konzept der Vorgänger grundsätzlich bei, was sich schon 1173 in der Aushandlung neuer Verträge mit Pisa niederschlug. Gegenüber dem abbasidischen Kalifen in Bagdad, dessen religiös-ideologische Autorität die Aiyubidensultane im Gegensatz zu den ismailitischen Fatimiden wieder anerkannten, verteidigte Saladin die kommerzielle Kooperation mit den Südeuropäern mit dem Hinweis, die fränkischen Kaufleute seien zwar als Feinde zu betrachten und ihre Profitgier sei unersättlich, der Handel mit ihnen nütze aber der islamischen Sache und schade somit letztlich den Christen.
Abgesehen von konjunkturellen Schwankungen und regionalen Störungen setzte sich im Großteil der islamischen Welt die günstige Handelsentwicklung auch in der Ära der Kreuzzüge fort, obschon infolge der Schwäche der muslimischen Kriegsflotten Kreta und Zypern an Byzanz, Korsika und Sardinien an Pisa bzw. Genua, Sizilien und Malta an die Normannen verloren gingen und obgleich italienische Schiffe und Kaufleute kontinuierlich an Boden gewannen. Diese Verluste und selbst die ersten Vorstöße der Kreuzfahrer in Palästina verschlechterten die Situation des arabischen Mittelmeerhandels vorerst nur relativ wenig und beeinträchtigten die Geschäftsbeziehungen mit den Ländern am Indischen Ozean, mit Schwarzafrika und dem Fernen Osten nicht. Der Dritte Kreuzzug führte in Kombination mit dem Erstarken der Gewürzroute durch den Persischen Golf zwar zu einem Bedeutungsgewinn des Königreichs Jerusalem als Fernhandelszentrum auf Kosten von Ägypten. Aber erst viel später zeitigten die Verschiebungen im internationalen Handelssystem, deren wichtigstes Ergebnis langfristig der Aufstieg der südeuropäischen Kaufleute zur kommerziellen Vorherrschaft im Mittelmeerraum war, gravierende Folgen für die islamischen Länder. Wie langwierig und graduell dieser Prozeß verlief, läßt sich beispielsweise an der allmählichen kommerziellen 'Umpolung' Siziliens erkennen, die noch viel mehr Zeit als die Rechristianisierung erforderte. Erst zweihundert Jahre nach der normannischen Eroberung hatten italienische Kaufleute die Moslems aus allen wichtigen Positionen verdrängt und die traditionelle Einbindung der Insel in die nordafrikanisch-islamische Handelswelt durch eine Neuorientierung an Norditalien und Westeuropa ersetzt.
Ähnlich dem Handel entwickelten sich auch die meisten Gewerbezweige fast überall in der islamischen Welt im 11. und 12. Jahrhundert recht positiv. Natürlich beeinträchtigten Kriege, der Niedergang staatlicher Administration, die Verlegung von Handelswegen oder Engpässe der Agrarproduktion immer wieder die Gewerbebetriebe einer Region. Verständlicherweise schlugen die normannischen Flottenangriffe auf Alexandria oder die wichtigen Textilzentren Tinnis und Damiette ebenso negativ auf die Handwerksproduktion durch wie die kreuzzugsbedingten Zerstörun- gen in vielen Gewerbestädten Syriens. Insgesamt verlief die Entwicklung der Lokal- und Exportgewerbe sogar in den Kernräumen der christlichen Invasionen bis ins späte 12. Jahrhundert günstig. Es ist aber nicht zu übersehen, daß bald nach 1200 der Import europäischer Woll- und Leinenerzeugnisse zu florieren begann, was mit dem Wandel der Grundbesitzverhältnisse, Agrar- und Steueradministration unter den Aiyubiden zusammenhängen dürfte.
Die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts brachte in Ägypten, im Nahen Osten und in den Maghrebländern das Ende des langdauernden Gewerbeaufschwungs. Um 1250 hatten viele Werkstätten und Fabriken geschlossen, einige Gewerbezweige waren völlig verschwunden, andere stagnierten. Gleichzeitig hatte die gewerblich-manufakturelle Produktion in Italien und großen Teilen Westeuropas solche Fortschritte gemacht, daß die Eroberung der arabischen Märkte plötzlich realistisch erschien.
Dieser Wandel überrascht zunächst, wenn man bedenkt, daß iranische und irakische Textilien zur Zeit der Seldschuken noch regelmäßig exportiert worden waren und daß das unterägyptische Textilgewerbe bis etwa 1200 ungebrochen florierte, daß die Glaserzeugung in den Städten Syriens und die Metallverarbeitung in allen Regionen höhere Qualität und Quantität erreichte, daß die Imitation von Porzellan im iranischen Osten immer besser gelang, daß sich die Papierherstellung vervielfachte und die Zuckerproduktion im persischen Chusistan ebenso wuchs wie in Obermesopotamien, Syrien, Ägypten und Marokko. Die einander ergänzenden Berichte arabischer Autoren lassen aber keinen Zweifel daran, daß nach der Jahrhundertwende ein Niedergang des Gewerbes einsetzte, dessen Umfang und Geschwindigkeit freilich große regionale Unterschiede aufwies. Beispielsweise erlitt die berühmte Textilindustrie Unterägyptens zu Beginn des 13. Jahrhunderts schwere Einbrüche, die sogar zur Aufgabe und Verödung so berühmter Produktionszentren wie Tinnis und Damiette führten. Plünderungen christlicher Kreuzfahrtheere spielten sicherlich eine Rolle. Radikale Brüche blieben aber eine Ausnahme. Die kriegsbedingte Evakuierung der alten Textilstädte war überdies kaum der wichtigste Grund für die Krise der ägyptischen Textilbranche. Diese hatte vielmehr innergesellschaftliche sowie unbeeinflußbare externe, von den Kreuzzügen völlig unabhängige Gründe, die hier nicht dargestellt werden können. Ähnliches gilt für andere Regionen und ihre spezifischen Gewerbezweige.
Fehlt noch die Landwirtschaft. Ungeachtet beträchtlicher regionaler Unterschiede setzte sich im gesamten arabisch-iranischen Raum die günstige Agrarentwicklung, die dem Kalifat der Umaiyaden und Abbasiden im achten und neunten Jahrhundert wirtschaftliche und politische Stärke verliehen hatte, nach der Jahrtausendwende nur mehr gebremst oder überhaupt nicht fort. Möglicherweise hatte die Sorge um die Landwirtschaft schon in der Spätphase des Abbasidenreiches etwas nachgelassen. Gesichert ist, daß die Vernachlässigung bewährter Bewässerungs- und Bodenkonservierungsmethoden parallel zum Abstieg abbasidischer Macht mancherorts die Ausdehnung von Wüsten- und Steppengebieten begünstigt hat, wobei die Zunahme der Weidewirtschaft von Nomadenverbänden sowohl eine Ursache als auch Konsequenz dieses Prozesses gewesen sein mag. Der Verlust von fruchtbarem Land hing häufig auch mit tiefgreifenden Störungen der wichtigen Symbiose zwischen Bauern und Nomaden zusammen, die vor allem politische oder auch ökologische Ursachen hatten (Hourani, 1992, S. 136 ff.).
Die fast überall in der islamischen Welt zu beobachtende Stagnation der Agrarproduktion verlief nach unterschiedlichen Mustern und erklärt sich aus einer Vielzahl einander verstärkender Faktoren, die einer Fortsetzung des Wachstums der Landwirtschaft im Wege standen. Politische Destabilisierung infolge von Kriegen und Nomadeninvasionen, veränderte administrative und institutionelle Rahmenbedingungen, ungünstige wirtschaftspolitische Maßnahmen, Modifikationen der Handelsrouten und Handelsbeziehungen sowie daraus resultierende, geänderte Nachfragestrukturen auf den lokalen und internationalen Märkten dürften zum Schrumpfen des Agrarsektors ebenso beigetragen haben wie Bodenauslaugung, technologische Engpässe, Mangel an Arbeitskräften, Konflikte zwischen bäuerlichen Unterschichten bzw. Sklaven und staatlichen Amtsträgern bzw. Großgrundbesitzern. Eine besonders verderbliche Rolle wird in der Regel der seit der Ära der Seldschuken stark steigenden Bedeutung von 'iqta' und 'waqf' zugeschrieben, d.h. der Verleihung von Staatsdomänen in Steuerpacht zum Zwecke militärischer Besoldung bzw. der Übertragung von Grundeigentum an religiöse oder gemeinnützige Einrichtungen zur dauernden Nutzung.
Die meisten dieser Faktoren machten sich auch in den fruchtbaren küstennahen Regionen Palästinas bemerkbar. Örtlich soll hier die Entwicklung der Landwirtschaft durch die Aktivitäten der christlichen Kreuzfahrerheere und die anschließende Herrschaft westeuropäischer Feudalherren noch wesentlich stärker gelitten haben. Nur in einem schmalen Küstenstreifen sowie im Jordantal vermochten die Invasoren die differenzierten Formen der hochspezialisierten islamischen Agrarproduktion erfolgreich fortzuführen und auf den kleinen Lehensgütern des oberitalienischen Kaufmannskapitals kam es sogar, analog zu den Inselkolonien Kreta und Zypern, zu weiteren Fortschritten der exportorientierten Zweige der Landwirtschaft. Der wachsende europäische Markt für Baumwolle und Zucker motivierte die Händler aus Venedig, Genua und Pisa selbstverständlich zur Fortführung der gewinnversprechenden, zu Hause unbekannten Kulturen. Sie dürften sich zu diesem Zweck überwiegend auf Sklaven und Fronarbeit heimischer Bauern gestützt haben, da nur so eine sachgemäße Behandlung der Pflanzen und Verarbeitung der Rohprodukte gewährleistet war.
Das Auftauchen der Kreuzritter hatte mancherorts Bauern und Grundbesitzer zur Flucht bewogen, wodurch einige Landstriche Palästinas verödeten und andere weniger intensiv bewirtschaftet wurden. Nur in Ausnahmefällen glich die Zuwanderung europäischer Bauern die Bevölkerungsverluste völlig aus, einige der christlichen Adels- und Ordensherrschaften litten unter Arbeitskräftemangel. Bisweilen etablierten die neuen Landeigentümer, die sich im Unterschied zur westeuropäischen Heimat fast immer in Städten niederließen und keine Domänenwirtschaften etablierten, die im Herkunftsland üblichen Methoden der Landwirtschaft, was sowohl eine Vergrößerung des Weidelandes als auch den Übergang zu relativ extensiven Ackerbauformen bedeutete. Einige der von den Arabern eingeführten Nutzpflanzen begannen zu verschwinden und wurden, sogar auf gut bewässertem Land, völlig durch die traditionellen europäischen Getreidesorten Weizen und Gerste, die natürlich auch von den islamischen Bauern gepflanzt worden waren, sowie durch Hülsenfrüchte ersetzt. Auch nach der Zerschlagung der Kreuzfahrerstaaten konnte die syrisch-palästinensische Landwirtschaft nicht mehr an den hohen Entwicklungsstand der frühislamischen Ära anknüpfen. Zwar erfuhren die an europäischen Märkten orientierten Zucker- und Baumwollkulturen im Spätmittelalter einen ausgesprochenen Boom, der Großteil des Ackerbaues diente im 13. Jahrhundert aber nur mehr der Selbstversorgung, da die neuen islamischen Herrscher aus Furcht vor christlichen Rückeroberungsaktivitäten viele syrische Städte zerstört oder verkleinert und dadurch den Binnenmarkt für Agrarprodukte erheblich reduziert hatten.
Diese relativ negative Interpretation der Agrarentwicklung in den von Kreuzfahrern beherrschten Teilen Palästinas ist in der Forschung nicht unumstritten. Recht aufschlußreich ist diesbezüglich aber der Vergleich zwischen Palästina und dem rechristianisierten Sizilien. Die von arabischen Autoren verfaßten Beschreibungen der blühenden Landwirtschaft Siziliens, die auf hohem Technologie- und Produktivitätsniveau sowohl die Lokalmärkte als auch viele Exportkaufleute belieferte, stammen zwar aus der Normannenzeit, beziehen sich jedoch auf die Phase muslimischer Herrschaft. Mit der Rechristianisierung Siziliens unter den Normannen, mit der sich die Rückgabe des großen Kirchenbesitzes und ein massiver Feudalisierungsschub verbanden, setzte ein allgemeiner Rückschritt in Richtung auf sozial wie technisch unterlegene Agrarwirtschaftsarten ein. In den von Kastilien eroberten Teilen Spaniens verhielt es sich ähnlich. Auch hier fiel die Landwirtschaft nach der Vertreibung der islamischen Bevölkerung hinsichtlich eingesetzter Technologie und durchschnittlicher Produktivität auf ein tieferes Niveau zurück. Die von Aragon bzw. Katalonien vorangetriebene Expansion nach Süden zeitigte zunächst ganz andere Ergebnisse. In diesem Fall blieb der Großteil der islamischen Landbewohner unbehelligt, was sich als überaus günstig für die Agrarentwicklung erwies und mittelfristig die Aneignung der von den Muslimen eingesetzten Methoden durch spanische Ansiedler ermöglichte.

Kulturaustausch und Wissenstransfer?

Daß die Kreuzzüge vielfach mit großer Härte und Grausamkeit geführt wurden, ist gut dokumentiert und allgemein bekannt. Für die christlichen Kreuzfahrer, gleichgültig ob Fußvolk oder Ritter, galt zunächst immer als Ziel, Muslime und Juden vollständig zu vernichten oder zu taufen. Das be- rühmt-berüchtigte Massaker nach der Eroberung Jerusalems durch die Christen im Jahr 1099 ist zwar durch vielfältige Quellen außergewöhnlich gut belegt, stellte aber sicherlich keine Ausnahme dar. Von islamischer Seite sind wesentlich weniger Greueltaten bekannt, man sollte die eindrucksvollen Zeugnisse muslimischer Großzügigkeit aber auch nicht überschätzen und verallgemeinern.
Dennoch darf man sich das Leben in Palästina in der Ära der Kreuzzüge nicht als permanenten Kriegszustand vorstellen. Die westeuropäischen Kolonisten der zweiten Generation verloren rasch das Interesse am Kampf und die christlichen Fürsten tendierten aus wohlverstandenem Eigeninteresse mehrheitlich zu einer liberalen Politik des Ausgleichs und der Koexistenz. Als Normalzustand galt die Waffenruhe, die immer wieder von beiden Seiten durch stillschweigendes Einvernehmen verlängert wurde. In mehreren Fällen kam es zwischen fränkischen Feudalherren und islamischen Emiren zu ritterlich-freundschaftlichen Beziehungen, die sogar in gemeinsamen Jagden und Turnieren gipfeln konnten. Die unparteiische Aufteilung der heiligen Stätten in Jerusalem zwischen den Konfessionen, die Kaiser Friedrich II. mit dem Aiyubidensultan Malik vereinbarte, wurde allerdings von Rom und einigen Ordensrittern scharf kritisiert und darf nicht als Zeichen generell zunehmender Toleranz mißverstanden werden. Es war aber doch bezeichnend, daß sich länger dienende Templer soweit der muslimischen Kultur und Religion annäherten, daß sie beispielsweise die Gebetspraxis eines syrischen Emirs in der von ihnen bewachten Al-Aksa-Moschee am Jerusalemer Tempelberg gegen einen eben erst zur christlichen Besatzungsmacht gestoßenen jungen Kreuzritter verteidigten (Herkommer, 1994, S. 36 f.). Dazu paßt, daß im Lauf der fränkischen Besetzung ein erheblicher Teil der Bevölkerung zweisprachig wurde. Viele Barone und Prälaten konnten sich auf Arabisch ohne Hilfe eines Dolmetschers gut unterhalten (Colpe, 1989, S. 17 ff.).
Trotz der vielfältigen, teilweise überaus höflichen Beziehungen zwischen den Vertretern der unterschiedlichen Religionen, blieb eine wirksame gegenseitige geistige Durchdringung in den Kreuzfahrerstaaten aus. Das Nebeneinander von Muslimen, Christen und Juden bewirkte meist nur ein oberflächliches Kennenlernen und bestenfalls ein wachsendes Verständnis für den Wert der fremden Kultur. Allmählich setzte sich bei manchen Westeuropäern die Einsicht durch, daß man die arabisch-islamische Welt in allen Punkten unterschätzt hatte. Dennoch fiel es den Kreuzfahrern bis zu ihrer Vertreibung aus Palästina schwer, den Tatbestand anzuerkennen, daß sie eine monotheistische Religion bekämpften, die mit ihrem Glaubenszeugnis an den einen Gott, ihrem täglichen Gebet, ihrem Fasten- und Mildtätigkeitsgebot der eigenen durchaus verwandt war. Obwohl es seit 1143 eine Übersetzung gab, kannten selbst gebildete Feudalherren und Ordensritter den Koran kaum. Es ist daher fraglich, ob Europa durch "zurückkehrende Kreuzfahrer durch vielerlei Güter der materiellen Kultur, Kenntnisse, geistige und künstlerische Einflüsse bereichert wurde" (Colpe, 1989, S. 19). Am ehesten dürfte diese Kultur- und Wissensvermittlung im Fall der italienischen Kaufleute funktioniert haben, die sich aber vorrangig auf den Erwerb wirtschaftlich wertvoller Kenntnisse - Geographie, Kommerztechniken, Zucker- und Baumwollproduktion - konzentrierten.
Während am östlichen Hauptschauplatz der Kreuzzugsbewegung nur relativ wenig Wissens- und Kulturtransfer zwischen islamischer Welt und christlichem Westeuropa zustandekam, erfolgte in anderen Konflikt- und Kontaktzonen eine intensivere Aneignung muslimischer Kenntnisse, die in ihrem Umfang bisweilen grandios übersteigert oder aber zum "arabischen Erbe" uminterpretiert werden (Hunke, 1990), die aber sicherlich einen wichtigen Beitrag zur westlichen Wissenschafts-, Kultur- und Wirtschaftsentwicklung seit dem Spätmittelalter geleistet haben. Neben den venezianischen Kolonien im östlichen Mittelmeerraum und dem von den Normannen eroberten und schließlich an Friedrich II. gelangten Sizilien war es insbesondere die Iberische Halbinsel, wo die Weitergabe islamischen und damit auch antiken Wissens an das feudale Europa erfolgte (Watt, 1992, S. 81 ff.). Schon im ausgehenden zehnten Jahrhundert erwachte im christlichen Norden der Halbinsel das Interesse an antiker bzw. islamischer Kultur und Wissenschaft und seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gab es eine umfangreiche Übersetzungsbewegung, die eine große Zahl philosophischer, theologischer, medizinischer, naturwissenschaftlicher und agronomischer Manuskripte aus dem Arabischen ins Lateinische übertrug. Die bereits erwähnte Übersetzung des Koran erfolgte auf Anregung des Abtes Petrus Venerabilis von Cluny bezeichnenderweise im spanischen Toledo. Statt als Brücke zur Verständigung wurde diese Übersetzung allerdings im wesentlichen als willkommene Fundgrube für antiislamische Polemik verwendet. Dies hinderte einige aufgeschlossene Christen Spaniens, Portugals, Siziliens und Oberitaliens aber nicht, sich die überlegenen Kenntnisse in Wissenschaft und Technik zum Nutzen der eigenen, dh. westeuropäischen Kultur- und Wirtschaftsentwicklung möglichst umfassend anzueignen und damit eine Chance zu nutzen, die von den Kreuzfahrern in Palästina unbeachtet blieb.

Die Folgen für die islamische Welt

"Der Einfluß der Kreuzfahrer auf die Länder, die sie bis zu zwei Jahrhunderte lang beherrscht hatten, war in den meisten Bereichen erstaunlich gering. In diesen Staaten hatten sie nie mehr als eine dominierende Minderheit westeuropäischer Katholiken - Ritter, Geistliche und Kaufleute mit ihren verschiedenen Gefolgsleuten und Untergebenen - gebildet. Die große Mehrheit der Bevölkerung bestand aus eingeborenen Moslems, Christen verschiedener östlicher Kirchen und einigen Juden. Nach dem Abzug der Kreuzfahrer wurden diese Länder der islamischen Gesellschaft und Politik mühelos wieder einverleibt.
Aber in zweifacher Hinsicht hinterließen die Kreuzzüge ein bleibendes Merkmal. Eines bestand darin, daß sich die Lage der nichtmoslemischen Untertanen des islamischen Staates verschlechterte. Die Verbitterung, die aus dem langen Kampf zwischen Islam und Christenheit resultierte, die Sicherheitsbedürfnisse in Gebieten mit gemischter moslemischer und christlicher Bevölkerung zu einer Zeit, als religiöse Loyalität Vorrang hatte, und, wie vielleicht hinzugefügt werden sollte, das Beispiel der Verfolgung, das christliche Könige und Prälaten gesetzt hatten, trugen alle schließlich zu einer strengeren Haltung von seiten der Moslems bei. Von dieser Periode an wurden die Beziehungen zwischen den Moslems und ihren christlichen und jüdischen Untertanen distanzierter und häufig schwieriger (Lewis, 1983, S. 23 f.). Die zweite dauerhafte Veränderung bestand in der erheblichen Verdichtung des zunehmend von italienischen und anderen südeuropäischen Kaufleuten dominierten Mittelmeerhandels, wovon schon die Rede war.
In den Bereichen von Wissenschaft, Technik und Kunst blieb die europäische Präsenz nahezu folgenlos - vielleicht einfach deshalb, weil der Westen ziemlich wenig anzubieten hatte. Nur im Bereich der Kriegstechnologie zeigten die Moslems Respekt vor den Kenntnissen und Möglichkeiten der Kreuzfahrer. Ab dem 12. Jahrhundert wiesen die Bewaffnung und die Befestigungsanlagen der islamischen Streitkräfte immer öfter fränkische Einflüsse auf, die auf gezielte Nachahmung oder den Einsatz christlicher Kriegsgefangener schließen lassen (Lewis, 1983, S. 231). Während die Mamluken, die sowohl den Mongolenvormarsch gestoppt als auch die letzten Kreuzfahrer vertrieben hatten, diese Lektion wieder vergaßen, gründeten die späteren militärischen Erfolge der Osmanen bis zu einem gewissen Grad auf der genauen Kenntnis der jeweils fortgeschrittensten Artillerie- und Schiffstechnologien Westeuropas.
Der Stellenwert der Kreuzzüge für den Gesamtbereich der islamischen Welt blieb, abgesehen von den an christliche Herrscher verlorenen Mittelmeerinseln und großen Teilen der iberischen Halbinsel, naturgemäß noch peripherer als die relativ bescheidenen Auswirkungen auf die militärisch besetzten, teilweise zwei Jahrhunderte dominierten Gebiete.
Die Widerstandsfähigkeit gegenüber den mit erheblichem ideologischen und materiellen Aufwand in mehreren Wellen vorgetragenen Kreuzfahreroffensiven, hinter denen die wichtigsten spirituellen, wirtschaftlichen und militärischen Kräfte des hochmittelalterlichen Westeuropa standen, läßt sich mit guten Argumenten nicht bloß als Hinweis auf die starke Kultur, sondern auch als Beleg für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die staatlich-politische Stabilität wesentlicher Teile der islamischen Welt interpretieren. Selbstverständlich ändert dies nichts daran, daß schon im 13. Jahrhundert in Westeuropa einige jener Entwicklungen einsetzten, die mehr als ein halbes Jahrtausend später zur wirtschaftlichen und politischen Überlegenheit des expandierenden Westens gegenüber dem Orient beitrugen. Bisweilen werden die Kreuzzüge als erste Etappe militärisch-politischer Dominanz und wirtschaftlicher Penetration seitens der Europäer, d.h. als Vorstufe der imperialistischen Expansion im 19. und 20. Jahrhundert, gedeutet. Die entsprechenden Argumentationen fallen aber schwach und viel zu linear aus. Die Kreuzzüge waren für Europa epochal und für Byzanz eine Katastrophe, für den arabisch-islamischen Raum aber nur eine, regional bedrohliche, Beunruhigung (Watt, 1992, S. 65 ff.). Sie betrafen lediglich eingegrenzte Küstenregionen und wurden wahrscheinlich weniger als grandiose Konfrontation zwischen Islam und Christenheit, denn als modifizierte Fortsetzung der traditionellen Grenzkriege mit dem christlichen Byzanz wahrgenommen. Als erster Schritt einer systematischen italienisch-westeuropäischen, zu Abhängigkeit führenden Expansion ließen sich die Kreuzzüge in aiyubidischer Zeit nicht erahnen, da sich die militärischen Erfolge der Franken in Grenzen hielten und die Verdichtung wirtschaftlicher Beziehungen kurz- und mittelfristig hauptsächlich Vorteile ergab. Auf lange Sicht mögen die negativen Folgen überwogen haben. Zunächst stellten die Kreuzfahrerstaaten aber eher lästige Nachbarn als gefürchtete Konkurrenten um Großmachtstatus und Vormachtstellung im arabischen Raum dar - ein Spuk, der sich bald nach 1250 wieder verflüchtigte.

Zitierte und verwendete Literatur

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S. HUNKE, Allahs Sonne über dem Abendland. Unser arabisches Erbe, Frankfurt a.M. 1990.
H. KENNEDY, The Prophet and the Age of the Caliphates. The Islamic Near East from the Sixth to the Eleventh Century, London-New York 1986.
K. KHELLA, Geschichte der arabischen Völker von den Anfängen bis zur Gegenwart, 4. Aufl., Hamburg 1994.
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M. C. LYONS / D. E. P. JACKSON, Saladin. The Politics of the Holy War, Cambridge 1982.
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H.-R. SINGER, Die Wandlungen der islamischen Welt im 11./12. Jahrhundert. Krisis oder Modernisierungsprozeß. In: Journal für Geschichte 1987/6, S. 19-27.
E. SIVAN, L'Islam et la croisade. Idéologie et propagande dans les réactions musulmanes aux croisades, Paris 1968.
W. M. WATT, Der Einfluß des Islam auf das europäische Mittelalter, Berlin 1992.
W. M. WATT, Muslim - Christian Encounters. Perceptions and Misperceptions, London-New York 1991.


Quelle: Beiträge zur historischen Sozialkunde. Nr. 3/96. 26. Jg. S. 137 - 146.
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