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Die Anfänge - vom Empfänger- zum Geberland.
Archäologische Untersuchungen zur österreichischen Entwicklungshilfe

Gerald Hödl

Quelle: Bea de Abreu Fialho Gomes/Irmi Hanak/Walter Schicho: Die Praxis der Entwicklungszusammenarbeit. Akteure, Interessen und Handlungsmuster. Wien, Mandelbaum, 2003.

Auf den folgenden Seiten unternehmen wir eine Exkursion in die Frühgeschichte der österreichischen Entwicklungshilfe. Unsere Grabungsstätten sind die Stenographischen Protokolle des Nationalrats sowie unterschiedlichste Publikationen, in denen sich österreichische Politiker zum Thema Entwicklungshilfe äußerten. Ziel unserer Suche sind jene Motive und Mentalitäten, die dazu führten, dass Entwicklungshilfe geleistet wurde, und die sich in Inhalt und Form dieser Entwicklungshilfe niederschlugen. Dabei soll natürlich nicht behauptet werden, die Analyse politischer Rhetorik würde uns direkte Aufschlüsse über die politische Praxis und ihre Determinanten geben. Zu vielschichtig ist das Wesen politischer Sprache: Sie kann handlungsleitende Faktoren benennen, sie kann sie verschleiern, sie kann sie verschweigen. Dennoch verweist der politische Diskurs in unterschiedlich gebrochener Weise auf eine außersprachliche Realität. Untersuchen wir jenen, erfahren wir etwas über diese. Unsere Rekonstruktion politischen Denkens versucht Ausblicke in zwei Richtungen zu eröffnen: Auf jene Wirklichkeitsfragmente - jene Ereignisse, Strukturen, Interessen, die sich in diesen Vorstellungswelten spiegeln (die wir aber auch aus anderen Quellen in unser Gesamtbild integrieren), und jene Handlungsweisen, die durch eine bestimmte Wahrnehmung und Interpretation der Wirklichkeit beeinflusst sind. Was hier ans Licht gefördert wird, das werden die weiteren Ausführungen zeigen, gehört keineswegs einer untergegangenen Kultur an - einiges hat überlebt, unter anderen Namen, in modischeren Gewändern. Déjà-vu-Erlebnisse sind garantiert.
"Rohmaterialien und Brennstoffe sind knapp. Die Maschinen sind abgenutzt oder fehlen ganz. Der Landwirt oder Bauer kann die Waren nicht finden, die er kaufen möchte. Darum erscheint ihm der Verkauf seiner landwirtschaftlichen Produkte gegen Geld, das er nicht gebrauchen kann, als ein wenig einträgliches Geschäft. […] Die Regierungen sind also gezwungen, ihre Devisen und ausländischen Kredite zum Einkauf dieser lebensnotwendigen Dinge aus dem Auslande zu benutzen. […] Unsere Politik richtet sich […] gegen Hunger, Armut, Verzweiflung und Chaos. Ihr Zweck ist die Wiederbelebung einer funktionierenden Weltwirtschaft, damit die Entstehung politischer und sozialer Bedingungen ermöglicht wird, unter denen freie Institutionen existieren können." Diese Worte sind nicht jene eines österreichischen Außenministers, der die ökonomische Malaise in Afrika und die eigenen hehren Absichten beschreibt - es sind die Worte des US-amerikanischen Außenministers George C. Marshall, mit denen er am 5. Juni 1947 die ökonomische Malaise in Europa beschrieb und jenes große wirtschaftliche Hilfsprogramm inaugurierte, das seinen Namen tragen sollte.
Wenn wir über Entwicklungshilfe sprechen, so sollten wir uns zunächst daran erinnern, dass Österreich selbst in den Jahren nach 1945 umfangreiche US-amerikanische Wirtschaftshilfe im Rahmen des European Recovery Program (besser bekannt als Marshall-Plan) sowie hohe Kredite seitens der Weltbank erhielt - umfangreiche Kapitaltransfers, die als Entwicklungshilfe zu bezeichnen man sich allerdings im (mittel- und west)europäischen Kontext scheute. (Anders die Sprachregelung für Südwest- und Südosteuropa: Wirtschaftshilfe für Griechenland, Zypern, Spanien, Jugoslawien und die Türkei galt bis in die 1970er-Jahre als Entwicklungshilfe, im Fall der Türkei ist dies bis heute der Fall. Erst mit dem EU-Beitritt einiger dieser Staaten erhielten die entsprechenden Finanztransfers einen wohlklingenderen Namen.)
Ende der 1950er-Jahre begann sich die Rolle Österreichs zu verändern, das Empfänger- wurde allmählich zum Geberland. Dennoch konnte das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung noch zu Beginn der 1960er-Jahre in einer Studie feststellen, dass "Österreich bisher weit mehr entwicklungsfördernde Anleihen empfing (ERP-Hilfe, Weltbankkredite) als gewährte." (Probleme der Entwicklungshilfe 1961:14) Eine Pionierrolle bei der Transformation zum Geberland kam der katholischen Kirche zu, die ab 1958 umfangreiche Hilfsaktionen zugunsten der Hungernden in der Dritten Welt organisierte (vgl. Jäggle 1981:339). Ebenfalls in diesem Zeitraum, nämlich für die Jahre 1956-1959, wurden erstmals Geldmittel als öffentliche Entwicklungshilfe ausgewiesen (es handelte sich dabei um nicht näher spezifizierte bi- und multilaterale Finanzhilfe; vgl. Eder/Krobath 1972:167f). In die zweite Hälfte der 1950er-Jahre fallen dann auch jene ersten, verstreuten Äußerungen österreichischer Politiker, in denen der Bereich Entwicklungshilfe thematisiert wurde. Die Diskussionen nahmen im Lauf der Jahre an Umfang und Intensität zu, kreisten allerdings mit beachtlicher Konstanz um einige wenige zentrale Achsen - entlang dieser Achsen wollen wir untersuchen, welche Rolle die Entwicklungshilfe in den 1950er- und 1960er-Jahren in der österreichischen Politik spielte. Gleich vorweg: Die Rolle war marginal, und die folgende Analyse täuscht insofern, als sie eine Systematik entwicklungspolitischen Denkens vorspiegelt, die den in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragenen Halbsätzen und Randbemerkungen nicht innewohnte.

Motivforschung

Von Anfang an widmete sich die Debatte zu einem wesentlichen Teil der Frage, aus welchen Gründen Entwicklungshilfe zu gewähren sei. Bei den Antworten, die gegeben wurden, mag es sich häufig um primär publikumsorientierte Rhetorik gehandelt haben. Dennoch zeigt sich ein Bündel von Begründungen - Antikommunismus, außenpolitische Rücksichten, ökonomisches Kalkül, humanitäre Motive -, die die prinzipielle Entscheidung für Entwicklungshilfe ebenso nachvollziehbar erscheinen lassen wie Aspekte ihrer Durchführung. Die Vielfältigkeit der Motive erklärt aber auch, warum man sich quer durch alle Parteien und Interessensgruppen für diese Form des Ressourcentransfers erwärmen konnte.
Zunächst erwies sich der weltpolitische Kontext als bestimmend: Die Dekolonisierung in Asien und Afrika unter den Bedingungen des Kalten Kriegs. "Die freie Welt", schrieb Karl Czernetz (SPÖ), "muß diesen jungen Völkern - besonders den Indern - beweisen, daß es einen anderen Weg zum industriellen Aufbau, zur Hebung des Volkswohlstandes […] gibt als die Unterwerfung unter den Sowjetimperialismus." (Czernetz 1959:38) Den Beweisnotstand erkannte auch Bruno Kreisky: "Wir müssen den Menschen in Asien den Beweis erbringen, daß man mit den Demokratien gute Freundschaft halten kann und daß die Demokratien bereit sind, einen Teil ihrer überreichen Produktion an die Völker Asiens und Afrikas abzutreten, ohne daran politische Bedingungen zu knüpfen." (Kreisky 1958:67) Es gelte für den Westen, so Karl Czernetz, durch Wirtschaftshilfe "ein neues Verhältnis der Partnerschaft mit den Völkern des Orients herzustellen" (Czernetz 1959:38), die durch den Kolonialismus bedingten "Ressentiments zu überwinden" (Czernetz 1956:332) und "die Freiheit der Völker [zu] sichern" (Czernetz 1957:137). Dies alles gereiche beiden Seiten zum Vorteil: "Europa hat das größte Interesse, mit den orientalischen Völkern enge wirtschaftliche Beziehungen aufrechtzuerhalten. Die orientalischen Völker brauchen die wirtschaftliche Hilfe des Westens, wenn sie nicht in ihrer Armut und Rückständigkeit verkommen wollen." (Czernetz 1956:332)
Die Entwicklungshilfe wurde in diesen ersten Jahren von allen Parlamentsparteien prinzipiell befürwortet (lediglich von der KPÖ sind in den ausgewerteten Quellen bis zum Zeitpunkt ihres Ausscheidens aus dem Nationalrat - 1959 - weder positive noch negative Stellungnahmen überliefert). Die Befürworter von Entwicklungshilfe (die in der SPÖ besonders zahlreich waren) führten in erster Linie geopolitische Argumente ins Treffen. Unmittelbare politische oder ökonomische Interessen Österreichs dienten hingegen in den 1950er-Jahren ebenso selten als Begründung wie moralische Prinzipien. Dies lag wohl daran, dass die Aufgabe, die neuen Staaten der Peripherie über finanzielle Patronage-Beziehungen im kapitalistischen Weltsystem zu halten, zunächst den USA und den westeuropäischen Kolonialmächten oblag und man sich aus österreichischer Sicht damit begnügen konnte, Entwicklungshilfe als weltpolitisches Phänomen aus der Distanz zu kommentieren.
Erst mit der Etablierung einer österreichischen Entwicklungshilfe-Politik ab Beginn der 1960er-Jahre konkretisierten sich die Begründungen und bewegten sich fortan stärker auf der Ebene nationalstaatlicher Interessen und/oder moralischer Verpflichtung (ohne deshalb das ideologische Koordinatensystem des Kalten Kriegs zu verlassen). Auf dem Weg zur eigenständigen österreichischen Entwicklungshilfe rekurrierten Politiker - wenn auch eher selten - auf die Erfahrungen mit den wirtschaftlichen Hilfsleistungen im Zuge des Marshall-Plans, einerseits als Modell für andere Kontinente wie Afrika (vgl. NRP VIII/69, 1958:3140), andererseits als Verpflichtung für eigenes Handeln. Der sozialistische Nationalratsabgeordnete Peter Strasser fragte sich 1958, "ob wir das Recht haben, nachdem wir so selbstverständlich fremde Hilfe in Anspruch genommen haben, zu übersehen, daß es heute in der Welt noch so ist, daß 60 Prozent der Menschheit, 1 1/2 Milliarden Menschen, in den unterentwickelten Gebieten buchstäblich verhungern […]." (NRP VIII/69, 1958:3158) Diese ungewöhnlich scharfe Selbstwahrnehmung signalisiert zugleich ein neues Bewusstsein der wachsenden materiellen Handlungsspielräume - Stichwort Wirtschaftswunder - und damit der sich verändernden Rolle Österreichs.
Damit einher ging die Einsicht, dass die Zugehörigkeit Österreichs zum kapitalistischen Teil Europas (die sich nach 1955 unter anderem durch den Beitritt zum Europarat und zur OECD institutionell manifestierte) eine Beteiligung an den Entwicklungshilfe-Aufwendungen des Westens erforderlich machte. Diese lag ganz im Interesse der USA, die seit Ende der 1950er-Jahre die anderen westlichen Staaten zu koordinierten gemeinsamen Anstrengungen auf diesem Gebiet anhielten (vgl. White 1974:216) und die im Fall Österreich auch zu den materiellen Voraussetzungen beitrugen, indem sie sicherstellten, dass die Mittel aus dem ERP-Fonds zum Teil in die Entwicklungshilfe flossen. Im entsprechenden Abkommen zwischen Österreich und den USA, das am 12.7.1962 in Kraft trat, heißt es unter "Artikel III - Hilfe an minderentwickelte Länder": "Um eine größere Mitwirkung Österreichs an der Hilfeleistung für Entwicklungsländer zu erleichtern und gleichzeitig den Export nach diesen Ländern zu fördern, besteht Einverständnis, daß […] auch Counterpart-Mittel für eine solche Hilfeleistung, einschließlich zum Beispiel für technische Hilfe, langfristige Exportfinanzierung sowie Investitions- und Ausfuhr-Kreditprogramme zur Verfügung gestellt werden können." (BGBl. 206:1017) In einer parlamentarischen Anfrage (36/J, 28.10.1959) Peter Strassers - der ersten zum Thema Entwicklungshilfe überhaupt - und ihrer Beantwortung durch Außenminister Kreisky wurden Initiativen des Europarats in Richtung einer "gemeinsamen europäischen Aktion zugunsten der in Entwicklung befindlichen Länder und Regionen" (49/AB, 26.1.1960) propagiert, die sich mit der wenige Monate zuvor von Kreisky geäußerten Absicht deckten, Österreich werde, "unter Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Möglichkeiten, auch an europäischen Aktionen für Länder auf anderen Kontinenten mitwirken" (Kreisky 1959:103). Deutlich verbindlicher als Deklarationen des Europarats war allerdings der Beitritt zur OECD, der Österreich formell zur Leistung von Entwicklungshilfe verpflichtete. Gleichzeitig wurde Österreich durch die Aufnahme in die UNO sowie durch den Beitritt zu Finanzinstitutionen wie der IFC (International Finance Corporation) zunehmend als Geberland in die multilaterale Entwicklungshilfe einbezogen. Niemand brachte die um 1960 feststellbaren Veränderungen - das mit der ökonomischen Prosperität gewandelte österreichische Selbstverständnis, neue externe Reglementierungen staatlichen Handelns - in so komprimierter Form zum Ausdruck wie Karl Czernetz: "[…] wir werden uns langsam mit dem Gedanken vertraut machen müssen, daß wir Österreicher nicht dauernd in der Welt mit dem Bettelhut herumgehen und sagen können: Wir sind die Ärmsten, wir sind die armen Teufel, denen man was geben muß. - Wir sind bereits so weit, daß wir im Rahmen der OECD, der neuen Entwicklungshilfsorganisation, werden zahlen müssen." (NRP IX/51, 1960:2195)
Was Ende der 1950er-Jahre noch abstraktes antikommunistisches Bekenntnis war, wurde dann zu Beginn der 1960er-Jahre mit der systematischen Leistung von Entwicklungshilfe konkreter Zahlungszweck: "Unseren Teil dazu beizutragen, daß diese Welt von morgen eine Welt der Freiheit ist" (NRP X/14, 1963:753), so der FPÖ-Abgeordnete Mahnert 1963. Wiederholt wurde in den 1960er-Jahren quer durch alle Parlamentsparteien damit argumentiert, die Armut in den Staaten der Peripherie wäre ein "Nährboden für totalitäre Ideologien" (Bobleter 1966:65). Gleichzeitig war man sich dessen bewusst, dass Staaten wie Österreich - ohne (außereuropäische) koloniale Vergangenheit sowie militärisch neutral - wesentliche Bindeglieder zwischen kapitalistischem Zentrum und postkolonialer Peripherie darstellten, da ihnen das Odium neoimperialistischer Ambitionen kaum anhaftete. Ein Umstand, so Kreisky 1961, den "unsere Freunde heute in Washington und in anderen Hauptstädten […] in einem steigenden Maße zu schätzen wissen." (Kreisky 1961:292)
Die systemstabilisierende Funktion von Entwicklungshilfe wurde allerdings nicht nur im Rahmen des Ost-West-Konflikts thematisiert, sondern auch in einem umfassenderen Sinne. Aus einer solchen Sichtweise gingen von den sozioökonomischen Verhältnissen in der Dritten Welt globale Gefahren aus, seien es Seuchen, seien es internationale Konflikte. In diesem Zusammenhang tauchten in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre erstmals Ängste vor einer drohenden Konfrontation zwischen Peripherie und Zentrum auf. Bei seiner entsprechenden Wortmeldung aus dem Jahr 1966 (die vorerst eine Einzelmeinung blieb) ging Karl Czernetz so weit, eine Zusammenarbeit mit dem sozialistischen Staatenblock im Bereich der Entwicklungshilfe ins Auge zu fassen, um "einen katastrophalen Zusammenstoß zwischen den reichen Industrieländern und den armen Habenichtsen dieser Welt" zu verhindern (Czernetz 1966:4). Einige Jahre später, an der Schwelle zu den 1970er-Jahren, äußerte sich niemand Geringerer als der damalige Außenminister Waldheim im gleichen Sinne, verwies auf die "großen wirtschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen den Industrieländern der nördlichen und den Entwicklungsländern der südlichen Hemisphäre" und betonte die "Bedeutung der Entwicklungshilfe als Instrument der Verringerung dieser Spannungen" (Waldheim 1969:25).
Wie bereits angedeutet, entwickelten sich in den 1960er-Jahren zwei neue, stark voneinander divergierende Argumentationslinien, die zunehmend die Rhetorik des Kalten Kriegs in den Hintergrund treten ließen. Die eine knüpfte an christliche bzw. sozialdemokratische Traditionen an, berief sich etwa in Person des ÖVP-Abgeordneten Weiß auf "die außerordentlich vorbildliche Arbeit, die seit vielen Jahren, ja seit Jahrzehnten die christlichen Missionen […] geleistet haben" (NRP IX/84, 1961:3596), und ließ Peter Strasser eine "Renaissance internationaler sozialistischer Solidarität" (Strasser 1962:66) beschwören. Speziell die erste Hälfte der 1960er-Jahre erlebte eine beträchtliche Zahl moralischer Appelle, die zwar von Politikern der SPÖ besonders kultiviert, aber keineswegs monopolisiert wurden. Entwicklungshilfe sei "eine Pflicht der Menschlichkeit" (Hertha Firnberg; NRP X/38, 1963:2065), "eine humanitäre Aufgabe" (Klaus 1965:376), "eine echte humanitäre Aufgabe" (Wilhelm Kos; NRP X/38, 1963:2041) oder auch "ein Gebot der christlichen Caritas" (Bobleter 1966:65). Auch Dankbarkeit wurde in diesem Zusammenhang eine Kategorie, auf recht eigentümliche Weise: Den "Völkern Afrikas und Asiens" zu helfen sei "nur eine Abgeltung dessen, was wir von dort empfangen haben." (Kreisky 1964:524) Doch Kreisky meinte nicht etwa die materiellen Werte, die sich die Metropolen im Zuge des Kolonialismus angeeignet hatten, er meinte immaterielle - seien doch "in Asien und Afrika die Urströme unserer Kultur entsprungen" (Kreisky 1964a:527). Einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen kolonialer Vergangenheit und aktueller Entwicklungshilfe wollte Kreisky nicht herstellen, denn die "thesaurierten Schätze kolonialer Vergangenheit […] sind untergegangen in zwei Kriegen. Die Gelder, die die Staaten zur Verfügung stellen, stammen in der Regel aus dem Konsumverzicht ihrer Bürger." (Kreisky 1964b:5)
Die moralische Begründung von Entwicklungshilfe stand (und steht bis heute) neben einer deutlich anders gearteten, nämlich jener, die nationale Wirtschaftsinteressen in den Vordergrund rückte. Überraschend dabei ist der Umstand, dass oft beide Motive in einem Atemzug genannt wurden. Glaubten Politiker an die Vereinbarkeit von humanitär bestimmter Generosität und wirtschaftlichem Eigeninteresse? Taten sie es, um innen- wie außenpolitisch unterschiedlichste Interessengruppen für diesen Politikbereich zu gewinnen? War es die schizophrene Haltung prinzipiell ehrbarer Menschen, die als politische Funktionäre die nationalen Kapitalinteressen mit ihren ethischen Überzeugungen in Einklang zu bringen versuchten? Oder waren die beiden Orientierungen tatsächlich vereinbar? Oder handelte es sich schlicht um die hypokritische Verbrämung prosaischer Interessen? Wir ahnen die Antwort, können sie aber mit den verfügbaren Quellen nicht ausreichend belegen und müssen uns daher darauf beschränken, das Nebeneinander unterschiedlicher Motive, zumindest proklamierter Motive, zu konstatieren.
Jene Argumentationslinie, die den durch Entwicklungshilfe für Österreich erreichbaren ökonomischen Nutzen betonte, verwies zunächst darauf, dass sich österreichischen Unternehmen auf diesem Weg eine Fülle lukrativer Wirtschaftskontakte erschließen würde, insbesondere in fernerer Zukunft - die Staaten der Dritten Welt "werden die Handelspartner unserer Kinder sein" (Weiß 1962:67). Im Mittelpunkt stand die Auffassung, dass Österreich angesichts seines relativ kleinen Binnenmarkts genötigt sei, sich auch in der Dritten Welt Absatzmärkte zu erschließen. Die Entwicklungshilfeleistungen, so der ÖVP-Abgeordnete Neumann, seien "eine Art von Pflege eines Marktes, der für uns vielleicht schon morgen von allergrößter Bedeutung und von Vorteil sein kann." (NRP XI/116, 1968:9331) Hertha Firnberg (SPÖ) beklagte die unausgewogene Außenhandelsstruktur Österreichs, "die starke regionale Konzentration unseres Exportes" sowie damit verbunden den Umstand, dass "nur ein Achtel unseres Exportes nach Übersee" gehe. "In den Entwicklungsgebieten" sah Firnberg "große Hoffnungsgebiete für unsere Exportwirtschaft" (NRP X/61, 1964:3250), und sie würdigte ausdrücklich die Exportförderungsmaßnahmen, die von der Bundesregierung 1964 beschlossen worden waren und nach OECD-Kriterien als Entwicklungshilfe gelten konnten. Im Zentrum standen dabei zwei Gremien, die über die Vergabe von Exportkrediten zu Sonderkonditionen entschieden, das Interministerielle Komitee für Starthilfe-Kredite sowie das Entwicklungshilfe-Export-Komitee. Österreich hatte also zu einem relativ frühen Zeitpunkt eine wohlfunktionierende Infrastruktur im Bereich der als Entwicklungshilfe deklarierbaren Exportförderung - eine Schwerpunktsetzung, die von Außenminister Kreisky auf einer Rede in Dallas 1965 explizit befürwortet wurde. Direkte Zuschüsse bezeichnete er als "especially unpopular. We have therefore shifted the emphasis largely towards the system of credits." Kreisky versicherte allerdings, dass aufgrund der fortlaufenden Geldentwertung und des niedrigen Zinsfußes "deliveries on credit amount actually to outright gifts to the extent of approximately fifty per cent." (Kreisky 1965:656)
Über den Bereich der Exportkredite hinaus wurde im Rahmen der Entwicklungshilfe Absatzförderung betrieben, indem man die Vergabe von Mitteln an den Kauf von Waren im Geberland band (eine Praxis, die vielfach kritisiert wurde, weil sie das Empfängerland daran hinderte, unter einer breiten Palette entsprechender Produkte das geeignetste und kostengünstigste zu erwerben). Obwohl Österreich traditionellerweise zu den Geberländern mit dem höchsten Anteil an solcherart gebundener Entwicklungshilfe zählte (vgl. Hjertholm/White 2000:96), konnte es in Einzelfällen vorkommen, dass von politischer Seite ein zu geringer Bindungsgrad kritisiert wurde. Hertha Firnberg monierte, dass nach ihren Informationen "bei österreichischen Leistungen auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe in Indien, bei Bauten der Grundsatz ›Kauft österreichische Waren!‹ überhaupt nicht berücksichtigt wurde" (NRP XI/120, 1968:9914).
Nicht immer beschränkten sich Politiker auf bloßen Lobbyismus für die österreichische Exportindustrie. Insbesondere Kreisky rückte Entwicklungshilfe in den größeren Kontext einer keynesianisch inspirierten Wirtschaftspolitik - als Instrument, um mit Hilfe staatlich induzierter Nachfrage zyklische Wirtschaftskrisen zu entschärfen: "[…] wollen wir verhindern, daß es wieder durch die sogenannte Überproduktion […] Arbeitslose gibt, dann werden wir auch in Österreich bereit sein müssen, einen Teil unserer Produktion den neuen Völkern zur Verfügung zu stellen, auch dann, wenn durchaus nach herkömmlicher Art von Rentabilität keine Rede sein kann." (Kreisky 1962:354) Den Entwicklungsländern seien Warenlisten vorzulegen, aus denen sie auswählen könnten. Bei der Zusammenstellung der Listen sei darauf zu achten, dass nicht nur klassische Exportwaren und schwer verkäufliche Überschussprodukte berücksichtigt würden, sondern dass das Sortiment "auch unserer entwicklungsfähigen Industrie Investitionsmöglichkeiten erlaubt" (Kreisky 1964a:524). Dabei könne es sich allerdings nur um eine temporäre Maßnahme handeln, Ziel bleibe es, die Entwicklungsländer in die Lage zu versetzen, "allmählich unsere Waren nach normalen kommerziellen Gesichtspunkten zu beziehen. Es ist dies eine Art von internationaler Investitionspolitik, die uns Österreicher interessieren muß, wollen wir die Zukunft unserer Wirtschaft sichern" (Kreisky 1962:354). Dass diese Art ökonomischen Denkens keineswegs auf Sozialdemokraten beschränkt war, zeigt eine ähnlich gelagerte Bemerkung von Bundeskanzler Klaus, der Entwicklungshilfe als "Forderung wirtschaftlicher Klugheit, um das Problem der Überproduktion und der mangel-haften Güterverteilung zu lösen" (Klaus 1965:375f) bezeichnete.
Als Vertreter österreichischer Kapitalinteressen traten in den 1960er-Jahren insbesondere Politiker der beiden Großparteien hervor (die zugleich, mit Ausnahme des vierjährigen Oppositionsdaseins der SPÖ, in diesem Jahrzehnt die Regierung stellten). Für die FPÖ sind in den untersuchten Quellen keine einschlägigen Äußerungen überliefert. Kapitalinteressen hieß angesichts der österreichischen Wirtschaftsstruktur: Exportinteressen. Es ging in den 1960er-Jahren beispielsweise nicht um Produktionsanlagen österreichischer Konzerne in der Dritten Welt, es ging auch so gut wie nie um den Zugang zu Rohstoffen - im Mittelpunkt stand stets die Ankurbelung des Warenexports, insbesondere von Industrieprodukten.
Um österreichische Eigeninteressen ging es bei der Entwicklungshilfe auch in einem nichtökonomischen Sinne. Die exponierte Situation eines militärisch neutralen Kleinstaates zwischen den beiden Machtblöcken und die Unterstützung, die man für österreichische Anliegen in der UNO benötigte (etwa in Sachen Südtirol), ließen österreichische Politiker auch in der Dritten Welt nach potenziellen Bündnispartnern Ausschau halten. Eines der Mittel lag auf der Hand, zumindest für Außenminister Kreisky: "Ein kleines Land, das in der Entwicklungshilfe maßgebend mitwirkt, schafft sich sehr viele Freunde." (NRP X/38, 1963:2077) Diese außenpolitischen Interessen Österreichs wurden bei der Genehmigung von Entwicklungshilfe-Leistungen durch das Interministerielle Komitee für die Förderung der Entwicklungsländer (IKFE) Mitte der 1960er-Jahre ebenso berücksichtigt wie die ökonomischen: Neben anderen, das jeweilige Empfängerland betreffenden Kriterien spielte es nämlich eine Rolle, ob die anstehende Maßnahme "Österreich auch nach außen einen sichtbaren Erfolg bringen" würde und ob im Fall der technischen Hilfe "diese für die Vorbereitung und Erschließung von Märkten für die österreichische Wirtschaft von großer Bedeutung sein kann." (Huber 1967:29)
Nach einer ersten Welle bedingungsloser, wenn auch unterschiedlich argumentierter Befürwortung von Entwicklungshilfe zu Beginn der 1960er-Jahre tauchten relativ rasch die ersten Vorbehalte auf. Geschichten wurden im Nationalrat kolportiert von hochwertigen elektronischen Geräten, die im Rahmen der Entwicklungshilfe geliefert worden seien, für die es dann allerdings im betreffenden afrikanischen Staat keinen Stromanschluss gegeben habe; das stenographische Protokoll vermerkt Heiterkeit unter den Abgeordneten (NRP X/38, 1963:2073). In allen Parlamentsparteien zeigte sich ab 1963 in Sachen Entwicklungshilfe "eine gewisse Ernüchterung" (Kos, FPÖ; NRP X/38, 1963:2038), "die große Begeisterung" sei "sehr abgeflaut" (Toncic-Sorinj, ÖVP; NRP X/61, 1964:3226), was auch Hertha Firnberg so empfand: "Wir haben die emotionelle, die enthusiastische Phase der Entwicklungshilfe hinter uns" (NRP X/61, 1964:3251) - zumal "die Beispiele, die über Mißbräuche mit Entwicklungshilfe angeführt werden, […] nicht zu bestreiten" (X/38, 1963:2066) seien. Dies wiederum deckte sich mit Toncic-Sorinjs Wahrnehmungen, der "nicht das Empfinden" hatte, "daß die Gelder, die die Entwicklungsländer bekommen, so verwendet werden, wie sie verwendet werden sollen." (NRP X/61, 1964:3226) Diese letztlich nicht allzu zahlreichen Äußerungen blieben den oben dokumentierten Bekenntnissen zu finanziellen Transferleistungen an Dritte-Welt-Staaten untergeordnet, begründeten aber dennoch einen neuen Argumentationsstrang, in dem fortan eine kritische Reflexion der Entwicklungshilfe-Praxis ebenso ihren Platz finden konnte wie nationaler Egoismus und eurozentrischer Dünkel.

Die Rolle der Öffentlichkeit

Wie wir gesehen haben, wurde ein erstaunlich hoher rhetorischer Aufwand betrieben, um Sinn und Zweck eines marginalen Politikbereichs, wie ihn die Entwicklungshilfe darstellte, zu argumentieren. Insbesondere für die Frühphase fällt ins Auge, dass man auf die Begründung von Entwicklungshilfe wesentlich mehr intellektuelle Energie verwandte als auf die Formulierung von konkreten Konzepten und Zielen. Der Legitimationsdruck, unter dem finanzielle Transferleistungen an außereuropäische Empfänger standen, wurde bereits Ende der 1950er-Jahre von Politikern thematisiert. Dabei spielte es eine wichtige Rolle, dass die Not der unmittelbaren Nachkriegsjahre (und möglicherweise auch der Zwischenkriegszeit) im allgemeinen Bewusstsein noch präsent war und in bestimmten Bereichen, etwa beim Wohnraum, in Österreich noch spürbare Versorgungsengpässe bestanden. "Kann ein solches Land also 15 Jahre nach dem Krieg, in dem es sehr hergenommen wurde, sich überhaupt den Luxus leisten, sich an einer Aktion für andere hungernde Staaten zu beteiligen?", fragte der damalige Außenminister Kreisky (Kreisky 1961:288) und bewies damit, dass selbst die Ernährungssituation als prinzipiell ähnlich angesehen wurde. Insbesondere sozialdemokratische Politiker sorgten sich um die politische Durchsetzbarkeit von Entwicklungshilfe und wollten deren Akzeptanz unter anderem durch Informationsveranstaltungen nach skandinavischem Vorbild steigern. "Es wird sehr viel Überzeugungskraft bedürfen", so Kreisky 1958, um "den Menschen in den demokratischen Staaten begreiflich zu machen, daß sie auf einen Teil ihrer Konsummöglichkeiten zugunsten jener Völker verzichten müssen, die heute nicht in der Lage sind, Waren, die sie dringend benötigen, zu kaufen." (Kreisky 1958:66) Aus diesem Grund förderte in den 1960er-Jahren der österreichische Staat eine Reihe neugegründeter Organisationen, die in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen Informationsarbeit auf dem Gebiet der Entwicklungspolitik leisteten. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang das Wiener Institut für Entwicklungsfragen, das Institut für Bildungs- und Entwicklungsforschung sowie die Österreichische Forschungsstiftung für Entwicklungshilfe. Nicht zuletzt diese organisatorische Infrastruktur meinte Außenminister Toncic-Sorinj, als er 1966 vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen die bewusstseinsbildenden Maßnahmen der österreichischen Regierung herausstrich: "Wir haben echtes Verständnis, Interesse und ein Gefühl der Verantwortung gegenüber den Problemen der Entwicklungsländer geweckt, welches für eine demokratische Regierung unerläßlich ist, um die notwendigen legislativen Maßnahmen und praktischen Schritte einleiten zu können. […] Die Diskussionen betreffend die gegenwärtige Lage und Erfordernisse der Entwicklungsländer sind nun nicht mehr auf einen kleinen Kreis von Regierungsbeamten oder Personen mit spezieller Verantwortung auf diesem Sektor beschränkt, sondern finden heute auch auf akademischem Boden sowie in Kreisen der Wirtschaft und des Handels statt." (Toncic-Sorinj 1966:410f)
Organisationsfragen

Seit es staatliche österreichische Entwicklungshilfe gibt, gibt es Klagen über unklare Kompetenzen, mangelnde Koordination und fehlende Konzepte. Unterschiedlichste Maßnahmenbereiche - von zinsengestützten Exportkrediten über Beiträge zu internationalen Organisationen, von Studienkosten für Studierende aus der Dritten Welt bis hin zu Projekten im Rahmen der bilateralen technischen Hilfe - führten dazu, dass das, was unter der Bezeichnung Entwicklungshilfe zusammengefasst wurde, in die Zuständigkeit einer ganzen Reihe von Ministerien fiel. Eine Aufstellung für die Jahre 1963 bis 1970 zeigt, dass mit Ausnahme von Justiz- und Verteidigungsministerium sämtliche Ministerien mit der Abwicklung von Entwicklungshilfe-Projekten befasst waren (vgl. Eder/Krobath 1972:363). Dieses zunächst völlig ungeregelte Nebeneinander stieß von Anfang an auf Skepsis. Bereits 1961 forderte der ÖVP-Abgeordnete Weiß "eine Koordinierung der gesamten Entwicklungshilfe", einschließlich ihres nichtstaatlichen Bereichs (NRP IX/84, 1961:3595). Als nachahmenswertes Beispiel nannte Weiß die BRD, wo im selben Jahr 1961 das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit eingerichtet wurde. In Österreich sollte es noch einige Zeit dauern, bis man mit Ministerratsbeschluss vom 21.5.1963 ein erstes Koordinationsgremium schuf, das "Interministerielle Komitee zur Förderung der Entwicklungsländer" (IKFE). Die Hauptaufgabe des IKFE bestand darin, alle geplanten Projekte der staatlichen bilateralen technischen Hilfe zu begutachten.
In der ersten Hälfte der 1960er-Jahre wurden nicht nur im staatlich-administrativen Bereich erste Weichen gestellt, man bemühte sich auch, die organisatorische Basis zu verbreitern. Eine wesentliche Rolle spielten dabei staatliche Entwicklungshilfe-Gelder, mit denen man einschlägige Aktivitäten nichtstaatlicher Organisationen finanzierte. So wurden die 1960er-Jahre zur Gründerzeit, die Palette der neu entstehenden NGOs reichte vom Österreichischen Lateinamerika-Institut bis hin zum Österreichischen Institut für Entwicklungshilfe und Technische Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern, einer Gemeinschaftsgründung von Gewerkschaftsbund und Industriellenvereinigung (wie man sieht, reichte die Sozialpartnerschaft bis in den Bereich der Entwicklungshilfe). Die zunehmende Zahl der mit Entwicklungshilfe befassten Institutionen und die offenbar unzureichende Abstimmung ihrer Aktivitäten ließen auch nach Einrichtung des IKFE bei Regierung wie Opposition "ein koordinierendes Konzept" (Kos, FPÖ; NRP X/38, 1963:2040) wünschenswert erscheinen, das auch "ein gesamteuropäisches Konzept" (Mahnert, FPÖ; NRP X/14, 1963:753) sein durfte. Nicht allzu viel scheint geschehen zu sein, denn einige Jahre später, 1968, fragte Hertha Firnberg erneut: "Wo bleibt die Koordinierung […]?" Und regte zugleich die Bündelung der Kompetenzen durch eine zentrale, im Außenministerium zu schaffende Stelle an (NRP XI/120, 1968:9916). Außenminister Waldheim versprach, man werde sich "bemühen, eine entsprechende, unbedingt notwendige Koordinierung zu erzielen" (NRP XI/120, 1968:9929), und bestätigte damit indirekt die Unzukömmlichkeiten.
Eine weitere Konstante in den Debatten über Entwicklungshilfe stellte die Frage dar, ob sie besser multi- oder bilateral abzuwickeln sei. Mit Ausnahme von Bruno Kreisky, der sich bereits in den 1960er-Jahren für "eine gemeinsame, organisierte Anstrengung der europäischen Industrieländer" (Kreisky 1964b:6) einsetzte, tendierten die Meinungen eher in Richtung Bilateralismus. Die Beitragszahlungen für internationale Entwicklungsagenturen und Finanzinstitutionen wurden zwar akzeptiert, aber man kritisierte in SPÖ wie ÖVP ihre Anonymität, die es verhindere, dass Österreich "auch als Land stärker in Erscheinung" (NRP X/61, 1964/3249) trete. Dies sei aber notwendig, um die für Österreich wünschenswerte "politische Freundschaft" (Weiß 1962:67) mit den Staaten der Dritten Welt zu begründen. Bilaterale Entwicklungshilfe sei zu bevorzugen, meinte der ÖVP-Staatssekretär im Außenministerium, Carl Bobleter, 1966, "da sie dem Geberland die Möglichkeit gibt, eine verstärkte Kontrolle über die Verwendung der Hilfeleistungen zu behalten, sie erzielt aber auch eine gewisse Werbewirkung für den Geber selbst." (Bobleter 1966:66) Obwohl man sich dessen bewusst war, dass multilaterale Entwicklungshilfe den Wirtschaftsinteressen eines Kleinstaats nicht notwendigerweise zuwiderlief - so erwartete sich der ÖVP-Abgeordnete Grundemann-Falkenberg 1966 (zu Recht) "erhebliche wirtschaftliche Vorteile" vom Beitritt Österreichs zur Asiatischen Entwicklungsbank (NRP XI/22, 1966:1662) -, hielt man bilaterale Transaktionen für nützlicher. Als in den ersten beiden Jahren der ÖVP-Alleinregierung der multilaterale Anteil an der österreichischen Entwicklungshilfe dennoch markant anstieg (vgl. Eder/Krobath 1972:124), wurde dies von der SPÖ nicht sonderlich goutiert. Firnberg kritisierte die Kürzung der bilateralen Entwicklungshilfe und bedauerte, "daß Österreich bei multilateralen Projekten zuwenig in Erscheinung tritt" (NRP XI/120, 1968:9915).

Ziele und Schwerpunkte

Welche Resultate sollten nun erreicht werden? Die für Österreich maßgeblichen Effekte - Exportförderung, Stabilisierung des internationalen Systems - wurden bereits weiter oben referiert. Doch wie verhielt es sich mit den Empfängerstaaten, die ja allen Beteuerungen zufolge im Mittelpunkt der Bemühungen standen? Auffallend vage und eindimensional blieben die für diese Länder proklamierten Ziele. Unumstritten im Mittelpunkt stand mit der Bekämpfung des Hungers jenes Symptom, das auch im österreichischen historischen Gedächtnis aufs Engste mit Verelendungsprozessen verknüpft war. "Das erste ist, daß die Menschen satt werden können", denn "mit hungernden Menschen können wir keine Kulturleistungen in der Welt vollbringen", so Ludwig Weiß (NRP IX/84, 1961:3594). Für Hertha Firnberg bedeutete Entwicklungshilfe "Kampf gegen Hunger, gegen Krankheit, gegen frühen Tod" (NRP X/38, 1963:2065), für Bundeskanzler Klaus "Bekämpfung von Armut, Krankheit und Ungewißheit" (Klaus 1965:376), lediglich Karl Czernetz steckte mit "der Hebung des Lebensstandards und des Kulturniveaus" (Czernetz 1957:137) die Ziele etwas höher. Einig war man sich darin, dass der Schlüssel zum wirtschaftlichen Fortschritt in der Übertragung des westlichen Industrialisierungsmodells läge, insbesondere seiner technologischen Basis. Für Außenminister Kreisky bestand die "echte Hilfe" für Afrika in mehr Kraftwerken, besseren Bewässerungssystemen, "bessere[n] Kommunikationen" und Fabriken zur Verarbeitung der Rohstoffe (Kreisky 1961: 292f). Auch Produktivitätssteigerungen der Landwirtschaft erschienen nur entlang der agroindustriellen Entwicklungswege Europas und Nordamerikas vorstellbar, ungeachtet der spezifischen Besitzstrukturen und ökologischen Bedingungen peripherer Agrargesellschaften. Um den Hunger zu bekämpfen, meinte Außenminister Kreisky 1964, müssten "raschest Düngemittelfabriken errichtet werden" (Kreisky 1964c:553), und auch die von Bundespräsident Jonas empfohlenen Maßnahmen sahen neben einer verbesserten Ausbildung lediglich "landwirtschaftliche Maschinen, Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungsmittel" (Österreichische Zeitschrift für Außenpolitik 1966, 6/1:56) vor.
Eine Konkretisierung und Operationalisierung dieser allgemeinen Zielsetzungen - Bekämpfung des Hungers, Industrialisierung - unterblieb in der Regel. Diese konzeptionellen Unzulänglichkeiten drückten sich auch darin aus, dass jener Bereich, der zum unumschränkten Schwerpunkt der österreichischen Entwicklungshilfe erklärt wurde, nämlich der Bildungssektor, weitgehend unverbunden neben entwicklungspolitischen Diagnosen und Zielen zu stehen kam (auch wenn in einigen wenigen Äußerungen Analphabetismus, fehlende Arbeitsmoral und Fachbildung beklagt wurden). Hertha Firnberg begnügte sich mit der Feststellung, Schulung sei die beste und für einen relativ finanzschwachen Kleinstaat wie Österreich die angemessenste Form der Entwicklungshilfe (NRP X/38, 1963:2067). Ausbildung wurde sehr breit und vielfältig interpretiert, von Grund-, Fach- und Berufsschulen bis hin zu Gymnasien und Hochschulen (vgl. Weiß 1962:67), ging es doch um die "Heranbildung von Gelehrten, Technikern, Ärzten, Werkmeistern, Lehrern und Fachleuten aller Art" (Kreisky 1962:356). Differenzen bestanden hinsichtlich der Frage, ob die Ausbildung in Österreich oder in den Herkunftsländern erfolgen solle. Während es Ludwig Weiß 1961 für "zweckmäßiger" hielt, "anstatt in den Entwicklungsländern Universitäten zu gründen, Studenten aus den Entwicklungsländern nach Österreich kommen zu lassen und hier ihren Aufenthalt aus der Entwicklungshilfe zu finanzieren" (NRP IX/84, 1961/3595), hielt es Kreisky für "gar nicht gut, daß wir diese jungen Menschen in ein Milieu verpflanzen, das ihnen fremd und so ganz anders ist und daß wir sie dann zurückschicken und sie einer Nostalgie aussetzen, die sie nicht nur unglücklich, sondern auch für ihre Aufgaben unbrauchbar macht." (Kreisky 1964a:526) Hertha Firnberg argumentierte auf einer allgemeineren Ebene und wies auf die Gefahr eines brain drain zu Ungunsten der Dritten Welt hin, trat aber dennoch für Ausbildungsplätze in Österreich ein (NRP XI/120, 1968:9918). Wie sehr dieser in der politischen Diskussion stets in den Mittelpunkt gerückte Schwerpunkt Ausbildungshilfe der entwicklungspolitischen Praxis entsprach, lässt sich aufgrund des zur Verfügung stehenden Datenmaterials nicht exakt beziffern. Der relativ hohe Anteil, den die Aufwendungen für Studierende aus der Dritten Welt in Österreich sowie diverse Schulprojekte (u.a. in der Türkei, im Iran, in Guatemala und Afghanistan; vgl. Eder/Krobath 1972:292ff) innerhalb der bilateralen technischen Hilfe ausmachten, lässt innerhalb dieses Bereichs der Entwicklungshilfe keinen eklatanten Widerspruch zwischen verbalem Anspruch und konkreter Umsetzung erkennen. Nimmt man jedoch die gesamten unter dem Titel öffentliche Entwicklungshilfe zusammengefassten und von Exportkrediten dominierten Finanzflüsse als Bezugsgröße, so machten darin die Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen lediglich einen geringen Teil aus.
Ausbildungsziele wurden in der Regel ebenso wenig thematisiert wie eine Koppelung von Ausbildungshilfe mit anderen Bereichen und Projekten der österreichischen Entwicklungshilfe. Wurden solche angesprochen, dann en passant und ohne erkennbare Einbettung in eine umfassendere entwicklungspolitische Strategie. Eine "Phase der Improvisation", die Bodemer der bundesdeutschen Entwicklungspolitik für die 1950er- und 1960er-Jahre attestierte (vgl. Bodemer 1985:280), lässt sich in diesem Zeitraum auch für Österreich feststellen. Symptomatisch für das entwicklungspolitische Denken jener Zeit und daher an dieser Stelle zu erwähnen, sind jene wenigen konkreten Projekte und Sektoren, die von Politikern als exemplarisch gewürdigt wurden: Die Erkundung von Bodenschätzen und der Ausbau der "Grundindustrien" generell (NRP X/38, 1963:2068), in Tunesien die "aviochemische Unkraut- und Schädlingsbekämpfung vom Flugzeug aus" (NRP XI/120, 1968:9917) und in Pakistan eine Schischule - ein derart "vorbildliches Projekt" (NRP X/38, 1963:2067), dass Hertha Firnberg es im Jahr darauf gleich noch einmal und ausführlicher schilderte (NRP X/61, 1964/3250). Eine Reflexion entwicklungspolitischen Handelns fand in diesen frühen Jahren allem Anschein nach so gut wie nicht statt, die kulturellen und sozioökonomischen (geschweige denn die ökologischen) Konsequenzen von Entwicklungshilfe wurden ebenso wenig thematisiert wie Probleme des Paternalismus und Eurozentrismus. Eine der ganz seltenen Ausnahmen, die sich dem Themenkreis auf grundsätzlichere Weise näherten, war Karl Czernetz, der es bereits zu einem frühen Zeitpunkt, 1957, für "falsch" hielt, die Hilfe "als Gnadengeschenk der reichen westlichen Völker anzusehen. Jede Hilfe in der Form des Almosens ist demütigend, sie schadet ebensoviel wie sie nützt, sie verletzt, sie verärgert die Menschen, denen sie helfen soll, sie führt nie zur Dankbarkeit, sondern nur zur Verbitterung und schließlich zur Feindseligkeit." (Czernetz 1957:137)
Was die geographische Schwerpunktbildung betraf, schlug Außenminister Kreisky bereits 1964 vor, die österreichische Entwicklungshilfe solle "dort in erster Linie geleistet werden, wo es Menschen gibt, die zu unserem Land bereits in einem Nahverhältnis stehen", und meinte damit die "Staaten des Nahen und Mittleren Ostens", aus denen "Tausende Studenten" an österreichischen Hochschulen ausgebildet würden. "Ich will damit nicht sagen, daß wir dort, wo wir heute schon tätig sind, etwa in Indien, oder in manchen Staaten Afrikas, nicht weiter tätig sein, daß wir nicht auch an eine gewisse Streuung denken sollen, aber ich glaube, daß es unsere Hauptaufgabe ist, uns vor allem auf den Kreis jener Länder zu konzentrieren, von denen ich vorher gesprochen habe. Dazu kommt noch, daß uns mit diesen Ländern oft auch alte und gute politische Beziehungen verbinden." (Kreisky 1964a:525) Es blieb beim Vorschlag (der nie wieder aufgegriffen wurde), es blieb bei der Streuung. Hertha Firnberg befürwortete daher im Jahr 1968 die Konzentration der Entwicklungshilfe auf je einen Staat in Asien, Afrika und Lateinamerika als regionalen Schwerpunkt (NRP XI/120, 1968:9917). Auch Außenminister Waldheim versicherte 1969 sein Bestreben, "durch die Bildung sachlicher und regionaler Schwerpunkte mit den zur Verfügung stehenden Mitteln ein Maximum an Entwicklungseffekt zu erzielen." (Waldheim 1969:25)
In den 1960er-Jahren jedenfalls blieb eine solche Schwerpunktbildung aus. In mehrere Dutzend Staaten der Dritten Welt floss in diesem Jahrzehnt bilaterale staatliche Entwicklungshilfe. Selbst wenn man den Bereich der Finanzhilfe (im Wesentlichen Export- und so genannte Entwicklungskredite) ausnimmt, verzeichnen Eder und Krobath in ihren Listen insgesamt 45 Länder, die von Österreich Mittel aus dem Titel der bilateralen öffentlichen Hilfe erhielten (vgl. Eder/Krobath 1972:274ff). Selbst wenn man sich auf die quantitativ bedeutendsten Empfängerländer beschränkt, ist weder im Fall der bilateralen Gesamthilfe noch im Fall der bilateralen technischen Hilfe ein klares Muster zu erkennen. Zwar sind im Fall der ausschließlich technischen Hilfe Staaten mit sehr niedrigem Pro-Kopf-Einkommen etwas stärker vertreten, von einer Konzentration auf diese Ländergruppe kann allerdings nicht gesprochen werden. Auffallend ist weiters, dass sich die weiter oben dargestellte antikommunistische Motivation der Entwicklungshilfe in der Auswahl der Empfängerländer niederschlägt. Eindeutig prowestliche Staaten wie zu jener Zeit der Iran, die Türkei, Guatemala und Thailand zählten zu den Hauptempfängern der österreichischen Transferleistungen. Dazu kamen führende Vertreter der Blockfreienbewegung (Mexiko, Indien, in geringem Maße sogar das nasseristische Ägypten), die zum Teil sogar sozialistisch, aber antisowjetisch orientiert waren (Jugoslawien, Tansania). Zum sowjetischen Einflussbereich zählende Staaten wie Nordvietnam, Nordkorea und Kuba erhielten ebenso keinerlei Art von Entwicklungshilfe wie die Volksrepublik China - ganz im Gegensatz zu prowestlichen "Frontstaaten" im Kalten Krieg wie Taiwan und Südkorea sowie Gebieten wie der damals noch portugiesischen Kolonie Mocambique oder dem franquistischen Spanien, die allesamt staatliche bilaterale technische Hilfe erhielten (wenn auch in nicht allzu bedeutenden Quantitäten).

Schlussbemerkung

Wir kehren somit an den Ausgangspunkt unserer Erkundungen zurück und stellen fest, dass zwischen den proklamierten antikommunistischen Motiven von Entwicklungshilfe und der geographischen Verteilung der erbrachten Leistungen ein hohes Maß an Übereinstimmung bestand. So wie sich die proklamierten ökonomischen Motive in den Institutionen der Entwicklungshilfe-Administration und in der Allokation der Mittel niederschlugen (etwa im hohen Anteil der Exportkredite). Und was wurde aus den moralischen Motiven? Die Moral ist ein zerbrechliches Geschöpf, das sich auch in diesem Fall alle Mühe gab, die wirkliche Welt in ein milderes Licht zu tauchen.

Literatur:

Primärtexte:
Bobleter, Carl H. (1966): Österreich vor der Aufgabe der Entwicklungshilfe. In: Österreichische Monatshefte 22/7-8: 65-66
Czernetz, Karl (1956): Umwälzung der Weltpolitik. In: Die Zukunft 1956/12: 328-335
Czernetz, Karl (1957): Die Internationale zur Weltlage. In: Die Zukunft 1957/5-6: 134-139
Czernetz, Karl (1959): Weltpolitik 1959. In: Die Zukunft 1959/2: 33-39
Czernetz, Karl (1966): Die Verantwortung Europas. Rede, gehalten in der gemeinsamen Versammlung des Europarates und des EWG-Parlamentes am 23. September in Straßburg. In: Die Zukunft 1966/19, S. 3-6
Klaus, Josef (1965): Rede vor der XX. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York am 1. Dezember 1965. In: Österreichische Zeitschrift für Außenpolitik 5/5-6: 374-378
Kreisky, Bruno (1958): Demokratie und Diplomatie. Rede vor dem Internationalen Diplomaten-Seminar, Schloss Kleßheim, 4.-17. August 1958. In: Reden, Bd. 1, Hg. Bruno Kreisky. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1981: 61-68
Kreisky, Bruno (1959): Zur Situation der österreichischen Außenpolitik. Rede vor dem Internationalen Diplomaten-Seminar, Schloss Kleßheim, 15. August 1959. In: Reden, Bd. 1, Hg. Bruno Kreisky. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1981: 98-103
Kreisky, Bruno (1961): Muß sich Österreich an der Entwicklungshilfe beteiligen? Wien, 1. Dezember 1961. In: Reden, Bd. 1, Hg. Bruno Kreisky. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1981: 287-295
Kreisky, Bruno (1962): Die Rolle Österreichs im Rahmen der Entwicklungshilfe Europas. Europagespräch, Wien, 23. Juni 1962. In: Reden, Bd. 1, Hg. Bruno Kreisky. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1981: 350-359
Kreisky, Bruno (1964a): Die Fragen der Entwicklungshilfe und die Außenpolitik. Rede vor dem 7. Internationalen Diplomaten-Seminar, Schloss Kleßheim, 27. Juli 1964. In: Reden, Bd. 1, Hg. Bruno Kreisky. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1981: 519-527
Kreisky, Bruno (1964b): Österreich auf der Welthandelskonferenz. In: Die Zukunft 1964/8: 5-6
Kreisky, Bruno (1964c): Rede anläßlich der Europäischen Woche des Kampfes gegen den Hunger, 9. November 1964. In: Reden, Bd. 1, Hg. Bruno Kreisky. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1981: 552-553
Kreisky, Bruno (1965): Foreign Policy in the Affluent Society. Rede vor dem Dallas Council on World Affairs, Dallas, Texas, 18. Oktober 1965. In: Reden, Bd. 1, Hg. Bruno Kreisky. Wien: Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1981: 655-660
NRP (z.B. XI/120, 1968:11345) = Stenographische Protokolle über die Sitzungen des Nationalrates der Republik Österreich. Wien: Eigenverlag 1945-1970. (Die römische Zahl bezeichnet die Gesetzgebungsperiode, die Zahl nach dem Schrägstrich die Nationalratssitzung, daran anschließend dann Jahres- und Seitenzahl.)
Strasser, Peter (1962): Hilfe zur Selbsthilfe. In: Die Zukunft 1962/3: 65-66
Toncic-Sorinj, Lujo (1966): Rede in der Generaldebatte der XXI. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York am 5. Oktober 1966. In: Österreichische Zeitschrift für Außenpolitik 6/5: 405-411
Waldheim, Kurt (1969): Österreich - ein Friedensfaktor der Weltpolitik. In: Österreichische Monatshefte 25/4-5: 20-27
Weiß, Ludwig (1962): Entwicklungshilfe verlangt Opfer. In: Die Zukunft 1962/3: 66-67

Sekundärliteratur:
Bodemer, Klaus (1985): Programmentwicklung in der Entwicklungspolitik der Bundesrepublik Deutschland. In: Politische Vierteljahresschrift 26 (Sonderheft 16: Dritte Welt-Forschung. Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik, Hg. Franz Nuscheler): 278-307
Eder, Rudolf/Krobath, Hermann (1972): Die österreichische Entwicklungshilfe. Politik - Organisation - Leistungen, Handbuch der österreichischen Entwicklungshilfe Bd. 2. Wien, Dar es Salaam: o.V.
Hjertholm, Peter/White, Howard (2000): Foreign aid in historical perspective. Background and trends. In: Foreign aid and development. Lessons learnt and directions for the future, Hg. Finn Tarp. London/New York: Routledge: 80-102
Huber, Othmar (1967): Österreichs Beitrag zur Entwicklungshilfe (II). In: Österreichische Monatshefte 23/2: 29-31
Jäggle, Martin (1981): Entwicklungspolitik der Katholischen Kirche in Österreich. In: Österreichisches Jahrbuch für Politik 1980, Hg. Andreas Khol/Alfred Stirnemann. Wien/München: Verlag für Geschichte und Politik; Oldenbourg: 339-360
Probleme der Entwicklungshilfe (1961). In: Monatsberichte des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung 34/Beilage 67: 3-19
White, John (1974): The Politics of Foreign Aid. London u.a.: Bodley Head



Quelle: Bea de Abreu Fialho Gomes/Irmi Hanak/Walter Schicho: Die Praxis der Entwicklungszusammenarbeit. Akteure, Interessen und Handlungsmuster. Wien, Mandelbaum, 2003.
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