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Vorwort

Peter Filzmaier

Quelle: Peter Filzmaier/Eduard Fuchs (Hg.) Supermächte. Zentrale Akteure der Weltpolitik. (Konzepte und Kontroversen, Band 2). Innsbruck-Wien-München-Bozen, StudienVerlag, 2003.

 

Obwohl in den Medien, in formell festgeschriebenen Bildungsinhalten (Lehrpläne usw.) sowie in politischen Alltagsdiskussionen gleichermaßen omnipräsent, ist - mit Ausnahme angelernter Geschichtsdaten - unser Wissenstand über Supermächte bzw. Hegemonialmächte, welche die Welt regieren (sollen) und in politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht dominieren, vergleichsweise gering. Vom britischen Empire bis zu den heutigen USA verfügen wir vielmehr über ein von Halbwissen und Stereotypen geprägtes Bild. Im vorliegenden Heft sollen sowohl der Stellenwert solcher Mächte für die "Welt" (Weltgeschichte bzw. Weltpolitik/Internationale Politik) als auch ihre politischen Systemstrukturen und Politik dargestellt werden. Gleichzeitig wird hinterfragt, inwiefern Globalisierungsprozesse ein Modell von Staaten als "die Welt beherrschende Supermächte" obsolet machen könnten, und zur Dominanz nicht-staatlicher Akteure der Internationalen Politik führen.

Die Beiträge beschäftigen sich mit Kolonialreichen und ihren aktuellen Langzeitfolgen (Daniela Ingruber), mit dem Phänomen Globalisierung (Otmar Höll), mit der politischen Geographie und Geostrategie der Supermächte für eine "Aufteilung der Welt" (Heinz Nissel), sowie mit der Rolle der USA (Peter Filzmaier), der UdSSR bzw. Russlands (Gerhard Mangott) als zentrale Mächte und der EU als global player (Paul Luif). Hinzu kommt als konkretes Lernbeispiel im Schulbereich ein Projektberichte von Roman Spiss.

Hinsichtlich der historischen und aktuellen politischen sowie sozialen und wirtschaftlichen Faktoren des (Neo-)Kolonialismus soll der Nord-Süd-Konflikt nicht nur als die sich ständig wiederholende und engerdrehende Spirale dargestellt werden, sondern auch verschiedene Perspektiven für die Zukunft und den Beitrag des/der Einzelnen in diesem Mächtespiel aufzeigen. Der Süden der Welt kann nicht nur als Teil einer anderen Welt betrachtet werden, sondern steht in direktem Zusammenhang mit den Ereignissen im Norden. Daran anknüpfend von Bedeutung ist die Dynamik der Veränderungen in den internationalen Beziehungen: Der Prozess der wirtschaftlichen Verflechtung (bezeichnet als Internationalisierung bzw. Globalisierung) hat eine zusätzliche Beschleunigung in Richtung weltwirtschaftlicher Deregulierung, Einbeziehung bislang peripherer Regionen und damit zu insgesamt verstärkter wechselseitiger Abhängigkeit (Interdependenz) erfahren.

Aus der Sicht der Politischen Geographie bzw. der Geopolitik sollen aber auch Zusammenhänge zwischen Großmächten ("Supermächten"), ihrer Sicherheitspolitik und der Aufteilung der Welt hergestellt werden. Es folgt als konkretes Fallbeispiel ein historischer Abriss der US-amerikanischen Außenpolitik, in Verbindung mit einer Analyse des Selbstverständnisses der USA in der Weltpolitik und dem Versuch, aus europäischer Sicht eine Positionierung der USA im internationalen System vorzunehmen. Ebenso skizziert werden die Instrumente und Methoden der Entfaltung globaler Macht durch die frühere UdSSR sowie die zentralen strukturellen und konzeptiven Schwächen des globalen Anspruches sowjetischer Außen- und Sicherheitspolitik. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Erosion des globalen Geltungsanspruches Russlands nach dem Zerfall der UdSSR. Kritisch zu hinterfragen ist, inwiefern die EU als Akteur auf globaler Ebene mehr oder weniger erfolgreich agiert.
Die Gesamtheit der Beiträge soll praxisbezogen zur Diskussion über die Funktion und Aktionsformen der Supermächte in unserer Weltordnung anregen..

Wien/Innsbruck, im Herbst 2003


Quelle: Peter Filzmaier/Eduard Fuchs (Hg.) Supermächte. Zentrale Akteure der Weltpolitik. (Konzepte und Kontroversen, Band 2). Innsbruck-Wien-München-Bozen, StudienVerlag, 2003.
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