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Privater Konsum und Haushaltseinkommen im 20. Jahrhundert (Ausschnitt)

Franz X. Eder

Quelle: Querschnitte 12: Wien im 20. Jahrhundert. Wirtschaft, Bevölkerung, Konsum. Franz X. Eder, Peter Eigner, Andreas Resch, Andreas Weigl: StudienVerlag 2003; Innsbruck, Wien, München, Bozen

ÜBERLEBEN UND HOFFEN AUF EIN BESSERES LEBEN (1945-1953/54)

Obwohl das Lebensmittelkartensystem in Wien beinahe bis zum Kriegsende aufrecht erhalten wurde, verschlimmerte sich in den letzten Kriegsmonaten die Versorgungslage der Stadt dramatisch, die zugeteilten Rationen konnten nicht mehr ausgegeben werden. Ein Großteil der verbliebenen Vorräte wurde von Truppen der abziehenden Deutschen Wehrmacht beschlagnahmt, vernichtet oder an die Bevölkerung verteilt. Nach dem Ende der Kämpfe am 13. April 1945 übernahmen die sowjetischen Truppen die verbliebenen Depots (Bandhauer-Schöffmann/Hornung 1991:79ff). Nach dem Zusammenbruch der Verwaltung und der Zerstörung der städtischen Kommunikations- und Transportwege wurde die Nahrungsversorgung zur Überlebensaufgabe der Wienerinnen und Wiener. Frauen und Mädchen machten zu Kriegsende zwei Drittel, Ende 1945 noch rund 60 Prozent der Bevölkerung aus (Statistisches Jahrbuch 1948:9). Für jene, die über keine Geldmittel verfügten, um sich am boomenden Schwarzmarkt versorgen zu können, wurde Plündern, Hamstern, Tauschen und Betteln zur Nahrungsquelle. Besonders die unsicheren Tage nach der Besetzung Wiens waren von Hunger und Not geprägt. Die meisten der noch in der Stadt befindlichen Menschen lebten in Kellern und Bunkern und kamen nur zum Organisieren von Nahrungsmitteln aus ihren Verstecken. Karl R., der sich in diesen Wochen im 10. Bezirk aufhielt, schildert die bedrohliche Lage: "Es gab kein Gas, kein Licht. Es gab kein Wasser, da die Wasserleitungen bombardiert waren und man mußte es an Wasserstellen holen. Dort standen aber Russen, die Männer gefangennahmen, um sie als Treiber nach Ungarn zu benützen. Ich konnte nicht mehr raus, um Wasser zu holen. Jeder, der etwas Brennbares besaß, brachte es in die Waschküche, wo der Waschküchenofen gemeinsam angeheizt wurde und wir uns mehr oder minder unser ‚Essen' kochen konnten. Das war sowieso sehr frugal. Ich hatte nichts zu verbrennen als ‚Mein Kampf' von Hitler, den wir anläßlich unserer Hochzeit bekommen hatten." (Karl R.:71) Kinder und Jugendliche, wie die 11-jährige Christine P., mussten ebenfalls bei der Essensbeschaffung helfen: "Ganze Käseräder (Kuffnergasse Käsefabrik) versuchte man wegzurollen, während andere daneben herrannten, um ein Stück runterzuschneiden. Man ging mit Brecheisen ebenso ans Werk, wie mit anderen scharfen Gegenständen. Wir haben eine Schachtel Eckerlkäs ergattert - zu Matsch getreten, aber eßbar. Wir versuchten unser Glück in der inneren Stadt und landeten bei der Urania. Dort lag ein erschossenes Pferd, und man raufte um das Fleisch, das man in Fetzen aus dem Tier riß. Einige werkelten mit dem Messer und kamen schneller zu ihrem Stück. Berge von Schuhkartons lagen inmitten des Chaos und wir sahen neugierig hinein. Schöne hochhackige Schuhe lagen unbeschädigt in den vielen Schachteln, die wir öffneten, aber nirgends fanden wir Essen." (Christine P.:27)

Anfang Mai 1945 erfolgte die erste Lebensmittelverteilung durch die Rote Armee. Im Zuge der so genannten "Mai-" oder "Erbsenspende" erhielt jede Person 20 dkg Bohnen, 20 dkg Erbsen, 5 dkg Speiseöl, 15 dkg Fleisch und 1/8 kg Zucker. In der Erinnerung vieler Wiener und Wienerinnen ist diese Gabe allerdings nicht nur mit positiven Gefühlen besetzt: "Brot war Mangelware in diesen Tagen", schrieb etwa die damals 26-jährige Erna F. "Die Bäcker hatten wenig oder gar kein Mehl, um die hungernde Bevölkerung zu versorgen. Aus den wenigen Lebensmitteln, die wir noch im Hause hatten und die meine Mutter wie einen Schatz hütete, kochte sie Einbrennsuppe ohne Fett, Haferflockenlaibchen und solche aus Erbsen (letztere als milde Gabe der Russen), die wir allerdings am Abend zuvor in Wasser einweichen mußten, um am folgenden Tag die Käferchen aus den einzelnen Kügelchen leichter entfernen zu können, die sich darin eingenistet hatten." (Erna F.:10f) In der zweiten Maihälfte wurden die Brotrationen von 500 Gramm pro Kopf und Woche auf ein Kilo erhöht. Brot wie auch Milch waren in diesen Wochen nur äußerst schwer zu bekommen. Die Wiener Molkereien konnten aufgrund mangelnder Zulieferung und fehlender Transportmöglichkeiten im Mai nur rund 3 000 bis 5 000 Liter Milch pro Tag ausfahren, eine Menge, die nicht einmal für die Säuglingsversorgung (bei einer Ration von einem Viertelliter pro Kopf) reichte (Kretschmer 1985:168ff). Nicht alle Bezirke waren von der Krise auf dieselbe Art und Weise betroffen. Am Stadtrand und in stärker agrarischen Bezirken herrschten eindeutig bessere Zulieferbedingungen als in den innerstädtischen und dicht verbauten Gegenden. Auch die Selbstversorgung aus dem eigenen Garten klappte dort besser, und die Bauern der Umgebung waren leichter zu erreichen. Nach den Schätzungen des Instituts für Wirtschaftsforschung brachten die Wiener Haushalte 1945/46 durch Selbstversorgung und "Organisieren" rund zwei Drittel der benötigten Nahrungsmittel auf, nur ein Drittel stammte aus offiziellen Zuteilungen (Monatsberichte 1947,1/3:16).

Ab dem 1. Juni 1945 übernahm die Rote Armee die Versorgung der Stadt. Die vorgesehenen Kalorien - zwischen 833 Kalorien für Normalverbraucher und 1 620 Kalorien für Schwerarbeiter - konnten aber meist nicht vollständig ausgegeben werden, da bei Fleisch und Fett Engpässe auftraten. Statt dieser Lebensmittel kamen Hülsenfrüchte aus Armeebeständen zur Verteilung (Monatsberichte 1945/1-2:19). Im Herbst 1945 wurde die Lebensmittelversorgung zur Aufgabe aller Besatzungsmächte, wobei jedes Land für die Aufbringung in der eigenen Zone verantwortlich war. So kam es bei nominal gleichen Zuteilungsrationen zu recht unterschiedlichen Ausgabemengen. Besonders die Unterschiede zwischen der sowjetischen und der amerikanischen Zone blieben vielen Wienern und Wienerinnen im Gedächtnis. Hatte die sowjetische Besatzungsmacht von September 1945 bis Jänner 1946 37 Prozent der Wiener Bevölkerung zu versorgen und die amerikanische 21 Prozent, so wich die Menge der aufgebrachten Nahrungsmittel beträchtlich von diesem Verhältnis ab. Bei Mehl lieferte die Sowjetunion 25 Prozent des Wiener Gesamtaufkommens, die USA 36 Prozent, bei Fett und Öl war die Relation 14:36, bei Zucker 32:36, bei Hülsenfrüchten 37:33, bei Fleisch 62:11, bei Trockenei 1:65, bei Konservenfischen 0:55, bei Käse 0:100, bei Kartoffel 100:0, bei Bohnenkaffee 0:44 und bei Ersatzkaffee 24:0 Prozent (Monatsberichte 1946,1/6:50). Empfanden manche Wiener und Wienerinnen schon die sowjetische "Erbsengabe" als Danaergeschenk, so sprach man nun offen vom "Unglück, in der Russenzone zu wohnen" (Bandhauer-Schöffmann/Hornung 1991:90). Angesichts der allseits herrschenden Not wurden die ersten Güter des "American way of life" besonders geschätzt: Amerikanische Zigaretten, Nylonstrümpfe, Coca-Cola oder Kaugummi waren nicht nur begehrte Tausch- und Zahlungsmittel, sondern galten auch als Vorboten eines neuen, modernen Lebens westlicher Prägung. Selbst wenn man keine Lucky Strike als Ersatzgeld anzubieten hatte, konnte man wie Karl R. auch mit Restbeständen österreichischer oder deutscher Zigaretten im Resselpark, dem größten Schwarzmarkt Wiens, ins Geschäft kommen: "Man lebte damals von der Hand in den Mund. Was sollte ich tun? Ich tat das, was alle anderen auch taten. Ich sah mich einmal im Resselpark um, wo der ganze Schleichhandel florierte. Ich hatte natürlich nichts zu verkaufen, schaute mich aber um, was am meisten gehandelt wurde. Am meisten ging es verhältnismäßig um Lebensmittel, die ich natürlich nicht hatte, die ich brauchte, und um Zigaretten. Zigaretten hatte ich noch einen bescheidenen Vorrat, auch Feuersteine waren sehr gefragt. Ich ging in unsere Trafik. Die Trafikantin hatte sich dummerweise in die Partei einschreiben lassen und hatte ihr Geschäft schließen müssen. Sie besaß noch verschiedene Vorräte, aber nichts zu essen. Ich bekam von ihr ein paar Pakete Feuersteine und Zigaretten. Damit ging ich in den Resselpark und machte ganz gutes Geschäft für sie. Es war natürlich nicht sehr viel, aber für sie war es genügend. Ich brachte ihr Brot, Schmalz, Mehl und noch andere Lebensmittel. Dafür gab sie mir immer ein paar Zigaretten oder eine Schachtel Feuersteine, sodaß auch ich mein Auslangen hatte." (Karl R.:72f)

Die Alliiertenhilfe sah im Herbst 1945 1 549 Kalorien für Normalverbraucher vor, dazu kamen Kartoffelzuteilungen und Milchlieferungen aus Niederösterreich und dem Burgenland. Im Winter 1945/46 wurde die Versorgung Wiens immer schwieriger, die Vorräte des Umlandes waren aufgebraucht und die Lieferungen der Alliierten trafen nur schleppend ein. Zu Weihnachten 1945 brachte Bundeskanzler Leopold Figl die katastrophale Ernährungslage des Landes in einem berühmt gewordenen Satz auf den Punkt: "Ich kann euch nichts geben, kein Stück Brot, keine Kohle zum Heizen, kein Glas zum Einschneiden." (Sandgruber 1995:449) Die Versorgung verschlechterte sich noch weiter: Im März 1946 mussten die Rationen um 10 Prozent, im Mai um weitere 17 Prozent gekürzt werden. Noch drastischer fiel der Rückgang bei Brot aus, nämlich um 15 Prozent im März, 40 Prozent im April und sogar 50 Prozent im Mai. Die erhofften Kartoffellieferungen aus den umliegenden Bundesländern blieben nun völlig aus. In der "Mai-Krise" des Jahres 1946 wurde mit 950 Kalorien der Tiefstand erreicht. Die Fleischversorgung Wiens brach völlig zusammen, statt Frischfleisch wurden Suppenpulver, Hülsenfrüchte, Trockenei und manchmal auch Gemüse-Fleischkonserven aus Beständen der englischen und amerikanischen Armeen ausgegeben. Die Versorgungsprobleme konnten nur mehr mit internationaler Hilfe bewältigt werden. Die UNRRA-Hilfe (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) wurde im August 1945 auf Österreich ausgedehnt, erste Lieferungen trafen aber erst - wie auch die ersten CARE-Pakete (Cooperative for American Remittances for Europe) - im März 1946 in Wien ein. Sowohl in den Hilfsprogrammen als auch in der Lebensmittelbewirtschaftung trachtete man, billige Nahrungsmittel mit hohem Kalorienertrag, also primär Getreideprodukte und Hülsenfrüchte, zu verteilen (Bandhauer-Schöffmann/Hornung 1995:15ff). Ab Dezember 1946 wurde die Zuteilung sowohl der im Inland produzierten wie auch der von Hilfsorganisationen gelieferten Nahrungsmittel an die österreichische Regierung übergeben. Die österreichische Selbstaufbringung blieb jedoch im Vergleich zur ausländischen Hilfe, insbesondere der UNRRA-Hilfe, weiterhin äußerst gering. Von Juli 1946 bis Juni 1947 war Wien zu rund 80 Prozent von ausländischer Ernährungshilfe abhängig. Mehl wurde zu 6 Prozent im Inland aufgebracht, zu 82 Prozent von der UNRRA geliefert, bei Fleisch betrug die Relation 23:68, bei Fett 13:77, bei Nährmittel 40:53, bei Hülsenfrüchten 9:58, bei Zucker 45:42 und bei Kartoffeln 85:15 (Monatsberichte 1947:Beilage,4:7f). Die gesamtösterreichische Situation war nur wenig besser: Bei einem (angenommenen) Verbrauch von 2 550 Kalorien pro Tag konnte die Landwirtschaft und Ernährungsindustrie des Landes nur 26 Prozent der benötigten Nahrungsmittel herstellen. Wie bereits im Jahr zuvor verschärfte sich deshalb nach dem strengen Winter 1946/47 die Ernährungssituation erneut.

In den ersten drei Nachkriegsjahren mussten die Wiener Arbeitnehmerhaushalte 50 bis 53 Prozent ihrer Haushaltsausgaben für Nahrungs- und Genussmittel verwenden. Davon entfielen zwischen 18 und 22 Prozent für Getreideprodukte und ebenso viel auf Gemüse und hier vor allem auf Kartoffeln und Hülsenfrüchte (Tab. 1.1 u. 2.1). Der Anteil der Milchprodukte, von Fleisch und Wurst sowie von Kaffee, Tee und Schokolade war äußerst gering. Fischkonserven und künstliche Süßstoffe (der größte Posten der Speisezutaten) nahmen dafür einen vergleichsweise prominenten Platz ein. Das gilt auch für Alkoholika und Tabakwaren, beides Produkte, die man hauptsächlich am Schwarzmarkt und deshalb zu sehr hohen Preisen erstand. Durch die Rationierung war man in der Gestaltung der Ausgaben wenig flexibel, die verbrauchten Nahrungsmittelmengen hingen von den Zuteilungen ab: Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Getreideerzeugnissen erreichte 1946 bis 1948 mit 143 bis 185 Kilo absolute Höchstwerte - dies nicht nur im Vergleich mit den nachfolgenden Jahrzehnten, sondern auch mit der Vorkriegszeit. Ähnliches gilt für den Verzehr von Kartoffeln und Hülsenfrüchten. Viele Wiener und Wienerinnen machten in diesen Jahren zum ersten Mal intensivere Bekanntschaft mit importierter Konservennahrung. So wurde überdurchschnittlich viel konserviertes Fleisch gegessen, von den fünf bis zehn Kilo verzehrtem Fisch kam ebenfalls ein Großteil aus der Dose. Besonders niedrig hingegen war der Verbrauch von Fleisch und Wurst, Milch, Eiern, Zucker und Obst. Insgesamt zeichnete sich bei den meisten Lebensmitteln im Jahr 1948 eine bessere Versorgung und leichte Qualitätssteigerung ab. Ab diesem Jahr konnte auch die Lebensmittelbewirtschaftung Schritt für Schritt abgebaut werden. 1948 erhielt Österreich über 100 Millionen Dollar Kongress- und Interimshilfe und trat dem Marshallplan (ERP - European Recovery Program) bei, wodurch fast 200 Millionen Dollar direkt oder indirekt ins Land flossen (bis 1955 betrug die ERP-Leistung beinahe eine Milliarde Dollar). Aufgrund der strategischen und wirtschaftspolitischen Schwerpunktsetzung der USA kam den unter sowjetischem Einfluss stehenden östlichen Bundesländern allerdings nur ein unterproportionaler Anteil zugute (Sandgruber 1995:452ff). Doch auch in Ostösterreich setzte ab 1948 ein starkes Wirtschaftswachstum ein, der Konjunkturaufschwung blieb in Wien aber deutlich hinter dem der anderen Bundesländer zurück (Pokay/Weigl 1996:3). Der Wiederaufbau der Lebensmittelversorgung zeigt sich besonders deutlich im veränderten Gesamtverbrauch. Sowohl die Wiener Schlachthöfe als auch die Märkte und Milchlieferanten konnten große Zuwächse verzeichnen. Mit der Verbrauchssteigerung ging ein rapider Ausbau der Verkaufsstellen einher. Im Jahr 1950 wurden die Wienerinnen und Wiener auch zum ersten Mal mit einem neuen Ladentyp konfrontiert, der die weitere Entwicklung des Konsumierens massiv beeinflussen sollte: Die "Konsumgenossenschaft" eröffnete in diesem Jahr den ersten "Selbstbedienungsladen" der Stadt.
Die Lebensmittelpreise entwickelten sich in den Nachkriegsjahren nicht einheitlich, einem relativ kräftigen Preisanstieg bei tierischen Produkten (drastisch bei Fleisch oder Schmalz) standen geringere Preiserhöhungen bei pflanzlichen Lebensmitteln (besonders bei Hülsenfrüchten oder Margarine) gegenüber. Mit dem Ende der Subventionierung und Bewirtschaftung zogen allerdings auch dort die Preise deutlich an. Massive Teuerungen ergaben sich nicht nur bei den meisten Nahrungsmitteln, sondern auch bei den sonstigen Verbrauchsgütern (Abb. 3.1). Die Preise stiegen zwischen 1946 und 1952 um das Achtfache (Preisbasis 1945) und erreichten damit einen vorläufigen Höchststand, der in den nächsten Jahren nur mehr langsam überschritten wurde. Am stärksten fielen die Zuwächse nach den fünf Lohn-Preis-Abkommen aus (Hruby 1953:27ff). Der Index der offiziellen Preise lässt allerdings außer Acht, dass sich gleichzeitig der Anteil der Schwarzmarktausgaben von 20 Prozent Anfang 1947 auf 15 Prozent Anfang 1948 und 10 Prozent Anfang 1949 reduzierte. Im Mai 1950 verloren Schwarzmarktkäufe für den durchschnittlichen Wiener Haushalt gänzlich an Bedeutung. Anders als der offizielle Verbraucherpreisindex verringerten sich deshalb die Zuwächse des effektiven Preisindexes zwischen 1947 und 1950 beträchtlich, nämlich von 923 Anfang 1947 auf 720 Anfang 1948 und weiter auf 436 Anfang 1949. Nach einer kurzen Erhöhung glich er sich 1950 dem Normalindex an.

Neben den Nahrungsmittelpreisen waren die Wohnungsmieten von essenzieller Bedeutung für die Haushaltsbudgets. Bis 1951 blieben sie mit einem Wert von 264 weit unter dem Gesamtindex. Vor der Mietzinsregelung des Jahres 1951 lag der Index sogar noch niedriger, nämlich beim 1,8-fachen des Jahres 1945. Ebenfalls niedrig blieben die Preise im Bereich Bildung und Unterhaltung und bei den Verkehrsausgaben, beides Ausdruck der geringen Nachfrage nach diesen Gütern und Dienstleistungen. Überproportional nahmen hingegen die Preise für Wohnungseinrichtung, für Beheizung und Beleuchtung sowie für Bekleidung, Reinigung und Körperpflege zu, nämlich um das Acht- bis Neunfache. Angesichts dieser Teuerungsraten blieb die Verbesserung der Wohnungsausstattung für die meisten Wiener und Wienerinnen ein Wunsch, dessen Befriedigung man "auf bessere Zeiten" aufschieben musste. Der Ausgabenanteil für die Ausstattung des Haushalts stagnierte weiterhin auf dem niedrigen Vorkriegsniveau von 2 bis 5 Prozent. In einigen Haushalten wurde für neue Kleidung schon Ende der 40er-Jahre ein nicht unbedeutender Teil des Haushaltsbudgets verwendet. Der Anteil dieser Ausgaben stieg von 5 Prozent im Jahr 1946 auf 13 bis 15 Prozent um 1950. Bekleidungskäufe konnte man, wenn überhaupt, jedoch meist nur mittels Ratenzahlung realisieren. Selbst wenn man über das nötige Geld verfügte, stand nicht fest, ob das gewünschte Kleidungsstück auch tatsächlich in den Geschäften angeboten wurde. Viele wichen, wie Erna F., auf Ersatzprodukte aus oder versuchten das Vorhandene, so gut es ging, instand zu halten: "Es gab ja nichts zu kaufen. Noch im Jahre 1951 war es, was Kleidung betraf, nicht möglich, in ein Geschäft zu gehen und normal einzukaufen. Manchmal kamen uns Zweifel, ob das überhaupt jemals möglich sein werde. Während des Krieges und noch lange danach mußte man mit vier paar Strümpfen im Jahr (auf Kleiderkarte) sein Auslangen finden, was ein ewiges Stopfen zur Folge hatte. Das ging soweit, daß das Gestopfte immer wieder neu gestopft werden mußte. (…) Für den Sommer gab es Sandalen mit Holzsohlen. Diese Sohlen waren auf Grund der Beweglichkeit in drei Teile geschnitten. Ich muß gestehen, daß sie sich sehr gut tragen ließen. (…) Im Winter trugen wir Filzstiefel, die sehr warm waren und angenehm zu tragen waren. Schön und elegant haben sie zwar nicht ausgesehen, eher plump! Aber was machte das aus in dieser Zeit, man mußte froh sein, wenn man sie bekam. Auf diese und andere Weise, etwa indem wir Altes zertrennten, den Stoff wendeten und ‚Neues' daraus fabrizierten, haben wir uns so gut es ging durchgewurstelt. Immer in der Hoffnung, daß es einmal ja doch besser werden würde." (Erna F.:27)

"Durchwursteln" - die schwierige Balance zwischen geringem Haushaltseinkommen, hohen Teuerungsraten und schlechter Versorgung - war mit ein Grund, warum auch in den Nachkriegsjahren die Konsumrolle der Hausfrau wieder verstärkt diskutiert wurde. Ein zweiter Antrieb für die Debatte war die Neustrukturierung des Arbeitsmarktes, durch die weibliche Arbeitskräfte in die für Frauen vorgesehenen Bereiche verwiesen werden sollten. Zwischen 1945 und 1951 verschob sich die Geschlechterproportion der Beschäftigten von einem annähernden Gleichstand (je 220 000 beschäftigte Arbeiter und Arbeiterinnen sowie ebenso viele Angestellte) zugunsten eines männlichen Beschäftigtenanteils von 60 Prozent - bei gleichzeitiger Zunahme der Beschäftigtenzahl um 80 Prozent (Die wirtschaftliche Lage:33; Satzinger 1976,1:5; Bandhauer-Schöffmann 1996:217ff). Aber auch 1951 stammte ein wichtiger Teil des monetären Haushaltseinkommens durchschnittlicher Arbeiter- und Angestelltenfamilien aus der Erwerbstätigkeit der Ehefrau (16 bzw. 14 Prozent). In diesen Zahlen nicht enthalten waren nach wie vor jene Leistungen, die Frauen durch "Organisieren" und Naturaleinkünfte beitrugen. Ebenfalls unberücksichtigt blieb die zwar volkswirtschaftlich relevante, aber bei der Berechnung der Haushaltseinkommen außer Acht gelassene unbezahlte Haushalts- und Familienarbeit. Aber auch die Einkünfte der Männer bestanden nicht bloß aus Geldlöhnen, sondern auch aus Naturalien, die die Betriebe eingetauscht hatten und als Lohnbestandteil weitergaben. Das System des Natural(ring)tauschs war mit ein Grund, warum das offizielle Warenangebot gering blieb. Gerade in den ersten Nachkriegsjahren ist die Bedeutung der Naturaleinkünfte für die Haushaltseinkommen nicht zu unterschätzen. Ähnliches gilt für den Einfluss des Schwarzmarkts auf die Reallöhne. Wie bereits angemerkt, blieben die Nominallöhne hinter den offiziellen Preisen zurück und ergaben eine Differenz, die nach den Lohn-Preis-Abkommen immer wieder zu Protesten und Streiks führte. Andererseits musste die Bevölkerung aufgrund der verbesserten Versorgungslage immer seltener auf Schwarzmarktprodukte ausweichen, die reale Lohn-Preis-Differenz wurde dadurch maßgeblich verringert.

Das Ende des Schwarzmarktes im Jahr 1950 war ein Zeichen, dass die Versorgung Wiens wieder einigermaßen funktionierte. In diesem Jahr wurden nur mehr Zucker, Fett und Öl bewirtschaftet. In einzelnen Bereichen wie bei Brotgetreide und Milchprodukten, bei Fetten und Ölen kam es aber immer wieder zu Engpässen, regulative Eingriffe waren notwendig. Ab 1951 konnte man dann von einer mehr oder weniger freien Konsumwahl sprechen. Aufgrund der Koreakrise und einer verfehlten Preispolitik kam es im selben Jahr aber zu Problemen bei Fett- und Fleischlieferungen. Zwischen Juli 1951 und Juli 1952 mussten sogar zwei "fleischlose" Tage pro Woche eingeführt werden. Im Jahr 1953 stabilisierte sich die Nahrungsmittelversorgung endgültig. Am 1. Juli konnten die letzten Überreste der Bewirtschaftung und das Kartensystem abgeschafft werden. Obwohl nun die Phase der ärgsten Not überstanden war, wäre es verfehlt, von einer guten Ernährungslage, geschweige denn von allgemeinem Wohlstand zu sprechen. Der Nahrungsmittelverbrauch zeigte noch die für eine verarmte Wirtschaft typische Gewichtung. Besonders bei den tierischen Nahrungsmitteln konnte der Verbrauch der Vorkriegszeit nicht erreicht werden. Die Verbrauchszahlen der durch die langjährige Subventionierung billigeren pflanzlichen Produkte lagen schon über den Werten der Ersten Republik. 1954/55 zeigte die erste umfassende Konsumerhebung der Zweiten Republik, dass in Wien große, vom Haushaltseinkommen abhängige Verbrauchsdifferenzen existierten. Manche Lebensmittel wiesen nur geringe Einkommenselastizität auf, ihr Pro-Kopf-Verbrauch nahm mit steigendem Einkommen nur leicht zu, bei einigen Produkten sogar ab (Der Verbrauch 1956:98). Dazu gehörten Getreideerzeugnisse, Gemüse, Kartoffel, Trinkmilch, Fette, Öle und Zucker. Mit steigendem Einkommen erhöhte sich der Konsum von Fleisch (am stärksten von Kalbfleisch und von Geflügel, weniger von Schweinefleisch), von Eiern, Butter und Käse. Die größten Konsumdifferenzen ergaben sich bei Obst, Südfrüchten, Rahm und Obers. Bier war weniger einkommenselastisch als Wein. Bei Ersatz- und Bohnenkaffee ließen sich gegenläufige Tendenzen feststellen: Wer mehr verdiente, konnte "echten" Bohnenkaffee trinken, bei niedrigerem Einkommen wurde weiterhin Ersatzkaffee verwendet. Insgesamt stiegen die Nahrungsmittelausgaben mit dem Einkommen stärker als die Verbrauchsmengen. Wer Mitte der 50er-Jahre über ein höheres Haushaltsbudget verfügte, konnte nicht nur mehr, sondern vor allem teurere und hochwertige Nahrungsmittel kaufen. Besonders krass kam dieser Unterschied im Vergleich der drei untersten und obersten Einkommensgruppen zum Ausdruck. Obwohl der Anteil der Ernährungsausgaben der wohlhabenderen und reichen Haushalte Wiens mit 30 bis 37 Prozent viel geringer war als jener der ärmeren Haushalte (58 bis 60 Prozent), machten ihre Lebensmittelausgaben 500 bis 570 öS pro Kopf und Monat aus; letztere hingegen hatten für Essen und Trinken nur 310 bis 360 öS zur Verfügung.
Große einkommensabhängige Unterschiede existierten auch bei den übrigen Ausgaben der Wiener und Wienerinnen. In Haushalten mit geringem Budget dominierten Ausgaben für Ernährung, Miete und Beheizung (Abb. 7.1). Mit steigendem Haushaltseinkommen stiegen die Ernährungsausgaben, gleichzeitig spielte die Anschaffung von Kleidung und Schuhen eine immer wichtigere Rolle. Wohlhabende Haushalte konnten ihr Geld bereits für die Wohnungseinrichtung verwenden, zudem für Bildung, Erholung, Freizeit und Sport. Die Haushaltsmittel der höchsten Einkommensgruppe ermöglichten es, noch stärker in die Wohnungsausstattung zu investieren, aber auch Geld für ein eigenes Verkehrsmittel auszugeben. Die von der Einkommenssituation abhängige Ausgabenstruktur war auch ein Ausblick auf künftige Entwicklungsphasen: Die Wiener und Wienerinnen waren zuerst bestrebt, die Ernährungslage zu sichern und dann die Qualität der Nahrungsmittel zu heben. Danach kaufte man Kleidung, verbesserte die Wohnungsausstattung und gab, wenn auch in geringerem Ausmaß, Geld für eigene Verkehrsmittel sowie für Freizeit und Erholung aus. Die Verbesserung der Ernährung setzte nach 1948 ein, Bekleidungs- und Möbelkäufe folgten in der ersten Hälfte der 50er-Jahre, und nach einer Phase der Stagnation und der erhöhten Arbeitslosigkeit in den Jahren 1952 bis 1954 konnten immer mehr Haushalte in der zweiten Hälfte der 50er-Jahre langlebige Konsumgüter wie Kühlschränke oder sogar Autos anschaffen. Jede dieser "Konsumwellen" hielt noch viele Jahre oder gar Jahrzehnte an, bis eine Sättigung erreicht war (Sandgruber 1985:118).

Ein Ausgabenposten verlor in der Nachkriegszeit im Vergleich zu den 30er-Jahren stark an Bedeutung: die Wohnungsmieten. Sie machten mit vier bis fünf Prozent nur mehr einen relativ geringen Teil des Haushaltsbudgets aus. Einzig bei den untersten Einkommensgruppen fielen sie mit fünf bis neun Prozent stärker ins Gewicht. Die niedrigen Wohnungsmieten gingen Hand in Hand mit der schlechten Wohnungsqualität und Wohnversorgung. Am Ende des Krieges gab es in Wien 86 000 ganz oder teilweise zerstörte Wohnungen, rund 270 000 Menschen hatten keine eigene Bleibe (Vocelka 1985:11ff). 1946 wurde die Zahl der fehlenden Wohnungen auf rund 57 000 geschätzt (Seidel 1946, Sonderheft,3:17). Wegen der sonstigen Versorgungsschwierigkeiten trat bis zum Jahr 1950 keine wirkliche Entspannung ein. Erst ab diesem Jahr wurde ein substanzielles Wohnbauprogramm, das so genannte "Schnellbauprogramm der Gemeinde Wien", ins Leben gerufen, die Schaffung neuer Wohnungen avancierte zur zentralen kommunalen Aufgabe (Hornung/Sturm 1995:64). Die Altwohnungen unterlagen dem Mietgesetz oder dem Zinsstoppgesetz, was zur Folge hatte, dass das Mietniveau vergleichsweise niedrig blieb. Nach der Wohnungs- und Häuserzählung von 1951 gab es unter den benutzbaren Wohnungen rund 71 Prozent Kleinwohnungen mit maximal eineinhalb Wohneinheiten oder so genannte Zimmer-Kabinett-Wohnungen. Rund 86 Prozent der Wiener Haushalte verfügten über kein Badezimmer, 60 Prozent hatten kein WC und 56 Prozent keinen Wasseranschluss innerhalb der Wohnung. Die neu errichteten Gemeindewohnungen waren ebenfalls Kleinwohnungen, boten aber durch Nebenräume und eigene Sanitäranlagen eine bessere Wohnqualität. Auch hier wurden die Mieten niedrig gehalten, Funktionalität und Sparsamkeit prägten die Architektur. Der "Emmentalerstil" (Nierhaus 1995:582) der ersten Gemeindebauten prolongierte zwar die Bildsprache des Austrofaschismus und der NS-Zeit, war aber gleichzeitig ein erster Schritt zur Reduktion und Nüchternheit industrieller Fertigung. Funktionalität und niedrige Preise hieß auch die Zielsetzung des 1952 von der Gemeinde Wien, der Handels- und Arbeiterkammer und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund initiierten Projekts "Soziale Wohnkultur". Möbel für die entsprechende Familienwohnung konnte man 1950 in der Ausstellung "Die Frau und ihre Wohnung" im Wiener Messepalast bewundern, für den Ankauf der Einrichtungsgegenstände fehlte meist aber noch das nötige Geld (Bernold/Ellmeier 1997:465).
Die Wohnsituation verbesserte sich bis in die frühen 50er-Jahre nur wenig. Zu kleine und schlecht ausgestattete Wohnungen beherbergten die Kriegs- und Wiederaufbaugeneration. Die bedrohlichen letzten Kriegsmonate und ersten Nachkriegsjahre blieben auch aufgrund dieser Wohnsituation unvergesslich. Viele mussten in dieser Zeit am eigenen Leibe erfahren, was es hieß, kein Dach über dem Kopf zu haben. Vor allem die ersten Wochen und Monate des Hungers wurden zu einer elementaren lebensgeschichtlichen Erfahrung. Auch wenn sich die Nahrungsmittelversorgung langsam besserte, mangelte es noch lange an vielen Gütern des täglichen Bedarfs. Wer miterlebt hatte, wie das Geld zweimal "verreckt" war, konnte nur langsam wieder Vertrauen in die Stabilität des Schillings finden. Unsichere Verhältnisse bestimmten auch den Arbeitsmarkt. Als 1953 die Arbeitslosenrate auf über neun Prozent stieg, war vielen noch die Massenarbeitslosigkeit Anfang der 30er-Jahre in Erinnerung. "Durchkommen" lautete das Motto bis Mitte der 50er-Jahre. In Anbetracht der Lebensumstände dominierte eine Konsumhaltung, die vorsichtiges Wirtschaften, Sparsamkeit und Verzicht in den Mittelpunkt stellte. Erzwungene, vielfach auch zwanghafte Bescheidenheit wurde zu einer Tugend, die manche auch nach dem Ende der Mangelökonomie nicht ablegen konnten. "Die Hoffnung, dass es einmal doch besser werden würde", machte den Verzicht erträglicher. Doch wer mit knappen Mitteln eine Familie ernähren und an allen Ecken und Enden sparen musste, staute auch Konsumbedürfnisse und -fantasien auf. In den frühen 50er-Jahren wurden diese immer häufiger durch die Produktwerbung angetrieben. Gerade weil die österreichische Wirtschaft bei der Herstellung von Konsumgütern nachhinkte, propagierte auch die Wirtschaftspolitik, dass eine moderne Volkswirtschaft vor allem von der wachsenden Nachfrage nach inländischen Erzeugnissen abhängig sei. "Österreichisch" zu konsumieren versprach kollektives Weiterkommen, sollte aber auch ein Ausdruck eines wieder erstarkten Nationalbewusstseins sein. Wer "A"(ustria)-Zigaretten rauchte und nicht zu amerikanischen Marken griff, würde so nicht nur zum Wiederaufbau beitragen, sondern auch Österreichbewusstsein demonstrieren - so wollte es zumindest die Tabak- und Österreichwerbung. Auch der Landschaftskonsum wurde "österreichisch" aufgeladen: Konnte das Land angesichts der wirtschaftlichen Misere kaum selbst produzierte Konsumangebote offerieren, so hatte es doch zumindest eine (fast) gratis konsumierbare "schöne Landschaft" (Kos 1995:605ff; Bruckmüller 1994:93ff). Ähnliches galt für die "große Kultur", auf die man im kleinen Land verwies. Die national aufgeladene Konsumideologie konfligierte mit westlichen, primär amerikanischen (Vor-)Bildern. Jüngere Menschen erlebten die Diskrepanz zwischen erfahrenem Mangel und imaginierten Konsumwelten besonders stark. Film und Musik waren jene Medien, die die Kluft zwischen Tagtraum und Alltag weiter vertieften und die amerikanisch-westliche Konsumideologie distribuierten. Als zentralem Kommunikationsort dieser Jahre kam dem Kino dabei die größte Bedeutung zu: Hier konnten die Wiener und Wienerinnen der tristen Realität zumindest für einige Stunden entfliehen. Die Kinobegeisterung hielt bis 1956/57 (mit rund 47 Millionen Besucherinnen und Besuchern in diesem Jahr) an und nahm mit der Verbreitung des Fernsehens rapide ab (Rieser 1995:120ff). Die Amerikanisierung der Bilder vom "besseren" Leben zeigte sich auch im Filmangebot: Rund die Hälfte der in Wien in den zehn Nachkriegsjahren vorgeführten Filme stammte aus amerikanischer Produktion. Erst nach 1950 stand dieser kulturellen Übermacht eine größere Anzahl von "Heimat"-Filmen aus Deutschland und Österreich (ein Viertel bis ein Drittel der Filme) gegenüber (Steiner 1987:272).




Quelle: Querschnitte 12: Wien im 20. Jahrhundert. Wirtschaft, Bevölkerung, Konsum. Franz X. Eder, Peter Eigner, Andreas Resch, Andreas Weigl: StudienVerlag 2003; Innsbruck, Wien, München, Bozen
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