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Gabriella Hauch

Das "Geschlecht der Revolution" im "tollen" Jahr 1848/49

Quelle: Querschnitte 1: 1848 im europäischen Kontext. Herausgegeben von Helgard Fröhlich, Margarete Grandner, Michael Weinzierl. Wien: Turia + Kant 1999.

Die Einheit der Kettenreaktion europäische Revolution 1848/49 und was unter Revolution eigentlich zu verstehen sei, macht die Welt im Kleinen eher begreiflich: wie politisierten sich Männer und Frauen und wurden zu ProtagonistInnen der Revolution und wie strukturierten sich Information und Kommunikation, die zur Formation als BefürworterInnen oder GegnerInnen führten? Der folgende Streifzug durch das revolutionäre Europa von 1848/49 führt vorwiegend durch die Hauptstädte der Revolution und legt den Schwerpunkt auf Geschlechterverhältnisse ebenso wie auf die Rollen, die Frauen an den verschiedenen Schauplätzen der Revolution einnahmen oder die ihnen zugeschrieben wurden:

13. März 1848, Wien: Anna Serflinger, Pfründnerin, wird bei Straßenkämpfen getötet.
18. Mai 1848, Frankfurt - Paulskirche: Nach heftigen Protesten werden bei der Eröffnung der Deutschen Nationalversammlung auch Zuschauerinnen zugelassen.
19. Juni 1848, Bukarest: Unter der Führung von Ana Ipátescu erstürmen Männer und Frauen den von revolutionsfeindlichen Truppen besetzten Präsidentenpalast.
16. September 1848, Prag: Honorata Zapová ruft zur Gründung des "Spolek Slovanek", des demokratischen Vereins der Slawinnen auf.
9. Mai 1849, Dresden: Pauline Wunderlich wird wegen ihrer Teilnahme am Dresdner Barrikadenkampf verhaftet.

Diese Schlagzeilen, die bestimmte Ereignisse der Revolution in Zusammenschau mit persönlichen Lebensverläufen benennen, zeigen bereits die Vielfältigkeit von Frauenleben und Frauenaktivitäten in den Revolutionsjahren 1848/49 (Hauch 1998). Die Gleichzeitigkeit von sogenannten traditionalen und modernen Elementen, von gewalttätigen sozialen Protestformen und gesitteten Vereinsgründungen prägten die sozioökonomischen, die kulturellen wie die politischen Bereiche dieser Zeit. Dies gilt auch für die Geschlechterverhältnisse. Um den Hoffnungen, Zielen und Interessen nicht nur der Achtundvierziger, sondern explizit auch der Achtundvierzigerinnen näherzukommen und in dieser Melange aus Inhomogenitäten nicht aus den Augen zu verlieren, ist eine sorgfältige Kombination von Geschlecht mit anderen Kategorien, wie Klasse, Religion, Region, Ethnizität, Nation und Alter, notwendig.
Nicht nur die Wiener Pfründnerin, als Bewohnerin eines Armenhauses unschwer dem Unterschichtsmilieu zuzuordnen, kämpfte und starb in der Revolution. Ihr Schicksal teilten meist namentlich nicht bekannt gewordene Frauen bei den Barrikaden- und Straßenkämpfen in Berlin, in Krakau, in Prag oder in Mailand ebenso wie bei Auseinandersetzungen in ländlichen Gebieten. Was hatte Anna Serflinger und viele andere Frauen bewogen, an den militanten Auseinandersetzungen teilzunehmen - die nicht nur in Wien, sondern in weiten Teilen Europas die Durchsetzung der bürgerlichen Freiheiten garantierten? Szenenwechsel zu bürgerlichen und aufgeklärt adeligen Milieus: Was motivierte etliche Bewohnerinnen Frankfurts, wie Louise Zimmermann oder Malwida von Meysenbug, auf den Galerien die politischen Diskussionen der Abgeordneten zu verfolgen? Und warum formierten sich Frauen in Prag, gleich wie in anderen Städten Europas, im Namen der Nation zu einem "demokratischen Frauenverein"? Was erwarteten sie sich von der Organisierung in einem Verein und welche Forderungen und Aktivitäten entwickelten sie?
Die folgende geschlechtsspezifische Inspektion der europäischen Revolution von 1848/49, die auf Frauen fokussiert wird, strukturiert sich rund um das Konzept des Raumes, das nicht nur geographische Orte bezeichnet, sondern auch das Netz der sozialen Beziehungen einbezieht. Ein Netz, das innerhalb und außerhalb von Institutionen über eine Gesellschaft gespannt ist und sie konstituiert: Die 'Schlagzeilen' am Beginn deuten diese Strukturierung bereits an: Wie funktionierte der Frauenausschluß angesichts der von Männern als Männer-Räume konzipierten politischen Institutionen der Moderne? Welche Konsequenzen zogen Frauen daraus, und welche institutionalisierten Frauen-Räume schufen sie für sich? Und wie wurden die Geschlechterverhältnisse in den Zwischen-Räumen, abseits der institutionalisierten Politik inszeniert? Welche Handlungsräume nahmen Frauen in diesen Räumen für sich in Anspruch, wie rEIAierten ihre Geschlechtsgenossinnen darauf und welche gesellschaftspolitischen und mentalitätsgeschichtlichen Konsequenzen zeigte ihr jeweiliges Verhalten?

Das Geschlecht der Politik: "Wo sie das Volk meinen, zählen die Frauen nicht mit"

Mit diesem Satz empörte sich Louise Otto im April 1849 in der von ihr in Sachsen gegründeten "Frauen-Zeitung" über den Ausschluß von Frauen aus dem Staatsleben (Frauen-Zeitung 1849:39f). Zu diesem Zeitpunkt waren europaweit das Staatsbürgertum ebenso wie die Begriffe "Freiheit" und "Gleichheit" und die Bereiche "Öffentlichkeit" und "Politik" männlich definiert, wenn auch sozial differenziert. Die rechtliche Basis dafür bildeten bürgerliche Gesetzeswerke wie in Frankreich der Code Civil 1804 oder das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) der Habsburgermonarchie von 1811. Darin wurde Privatleben im "Familienrecht" gesetzlich geregelt und von dem Bereich der Öffentlichkeit und der Politik abgegrenzt. Nicht nur die idealtypische bürgerliche Familie als quasi einzige Familienform wurde darin gesetzlich festgeschrieben, sondern auch die dualen Geschlechtscharaktere: "Der Mann ist das Haupt der Familie", hieß es im § 91 des ABGB. Diese Geschlechtsspezifik prägte die Moderne von Beginn an und bis heute: ihre Politiksysteme - ein Projekt von Männern und für Männer (Frevert 1995:61ff; Hauch 1995:39ff).
Die bürgerlichen Forderungen nach politischer Meinungs-, Religions- und Vereinsfreiheit, nach dem Wahlrecht, der Errichtung von Parlamenten und nach "Volksbewaffnung" - als Institutionalisierung der wehrhaften Männlichkeit - machten die Dynamik der ersten europäischen Phase der Revolution im März 1848 aus und kennzeichneten ihren klassenübergreifenden Charakter. Frauen kamen in den Sphären der Politik, den neu konzipierten politischen Institutionen, die in den Verfassungen bzw. den Entwürfen dazu verankert wurden, nicht vor. Nur Frankreich bildete eine Ausnahme, denn die frauenfreundlichen Spuren aus der Französischen Revolution von 1789 bis 1793 prägten dort auch den Bereich von Frauen und Politik im kurzen Revolutionsjahr 1848 (Grubitzsch/Lagpacan 1980:106f). In den neu geschaffenen Parlamenten im Deutschen Bund hingegen wurde selbst die Frauen-Forderung nach Zuhören nicht durchgängig erfüllt. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung etwa lehnte Zuhörerinnen mit einer Zweidrittelmehrheit ab (Hachtmann 1998). Die Positionen in den Meinungsverschiedenheiten über die Anwesenheit von Frauen, während die Männer 'Politik machen', markierten oft die Scheidelinie zwischen Konservativen und Demokraten. Gleichzeitig boten diese Diskussionen meist den einzigen Anlaß, daß das Wort "Frau/en" in diesen Institutionen überhaupt fiel.
Zögerlich formierte sich gegen diesen Ausschluß der Protest der Frauen. Es gab sie, wenn sie auch eine Minderheit darstellten, die diese Politikkonzeption nicht unwidersprochen hinnahmen. "Eine im Namen Unzähliger" veröffentlichte in Wien einen Leserinnenbrief im "Freimüthigen" (Hauch 1990:139ff): "Hüten Sie sich zu glauben, daß wir nicht vom lebhaftesten Interesse für die Emanzipation der Menschheit durchdrungen sind. [...] Wir beanspruchen Gleichheit der politischen Rechte. Warum sollen Frauen nicht in den Reichstag gewählt werden?" Im revolutionären Sommer 1848 in Wien stand sie mit dieser Position nicht alleine. In einer vierseitigen Flugschrift "Die Gleichstellung aller Rechte der Männer mit den Frauen oder: Die Frauen als Wähler, Deputierte und Volksvertreter" forderte eine Gruppe von "Nationalgardisten-Frauen" ihr aktives und passives Wahlrecht ein (ebda). Dieser mutige Schritt scheint im Kontext jener turbulenten Bewegung gemacht worden zu sein, die mit Volksaufläufen, Sturmpetitionen und Barrikadentagen bewirkte, daß am 10. Juni 1848 in der Habsburgermonarchie auch das Wahlrecht für Arbeiter beschlossen wurde. "Es wäre falsch das Stimmrecht allgemein zu nennen, wenn von dessen Ausübung wenigstens die Hälfte der Untertanen ausgeschlossen ist", hieß es weiter in der Frauen-Flugschrift. Das von ihnen verlangte Wahlrecht definierten sie als "unläugbares, unveräußerliches, angeborenes und untilgbares Recht des weiblichen Geschlechts". Damit positionierten sie sich im Gegensatz zur Differenzkonzeption oder der Überzeugung, die die meisten Achtundvierzigerinnen vertraten, die sich politische Frauenrechte und politische Anerkennung über ihre Definition als das komplementäre Geschlecht erwarteten (Offen 1987:335).
Diese Hoffnung hat sich als trügerisch erwiesen, und gesamteuropäisch ist zu beobachten, daß die zunehmende Demokratisierung der Gesellschaft - vorerst - auf Männer beschränkt blieb. Je mehr das männliche Individuum unabhängig von Klassen- oder Schichtzugehörigkeit sukzessive in das Staatsbürgertum integriert wurde, desto expliziter wurden Frauen per Geschlecht davon ausgeschlossen. Beim Wahlrecht wurde diese gegenläufige Entwicklung besonders deutlich. In diesem sehr komplizierten und regional unterschiedlich verlaufenden Prozeß verloren Frauen das ihnen aufgrund von Status und/oder Besitz früher zustehende 'Wahlrecht' in verschiedenen Kurien (Zaar 1994; Hauch 1998a). Dies trug nicht nur zur entscheidenden Mobilisierung der internationalen Frauenstimmrechts-Bewegung um die Jahrhundertwende bei, sondern bereits im Frühling 1848 kommentierte die Frankfurter Kaufmannsgattin Clothilde Koch-Gontard ihren Ausschluß aus der institutionalisierten Politik: es wäre "recht schmerzlich nur eine Frau sein zu müssen, die das Zusehen hat" (Koch-Gontard 1969:62ff). Wie Malwida von Meysenbug hatte sie sich bereits im April 1848 heimlich Zutritt in die Paulskirche verschafft, um, in der Kanzel versteckt, den Diskussionen des Vorparlamentes zu folgen (Meysenbug 1984:124). Die Rolle der Partizipatorinnen und als indirekt wirkende Aktivistinnen wurde ihnen auch in etlichen politischen, meist demokratischen Vereinen zugestanden.
Jedoch war das etlichen Frauen zu wenig. Bereits im Mai 1848 wurde in der in Frankfurt erscheinenden Zeitschrift "Didaskalia" eine "Adresse deutscher Gattinnen und Hausfrauen an ihre Ehemänner" veröffentlicht (Zucker 1987:235). Der Tenor ihrer Beschwerden lautete, daß die Männer keine Zeit für Kinder und Familie hätten, die "unheilvolle Politik hat die Liebe aus ihrem Herzen verscheucht!" Wenig später erschien in Wien ein Artikel "Constitutionelle Leiden einer jungen Frau", in dem ähnliche Schwierigkeiten einer frisch verheirateten jungen Wienerin publik gemacht wurden (Hauch 1990:114ff): stunden- und nächtelange Besuche von Gesinnungsgenossen, unzählige Sitzungen und Dienste in der Garde, Heimkehr meist nach Mitternacht und ohne Energien für "eheliche Zärtlichkeiten" beklagte die Wienerin. "Beim Erwachen ist das erste Wort die Zeitung, beim Schlafengehen [...] das letzte Wort die Zeitung", kritisierten die Frankfurterinnen. Bei diesen Ehefrauen wandelte sich ihr politisches Interesse und ihr Engagement durch ihre Alltagserfahrungen ins Gegenteil: "So weit sind sie [die Ehemänner, G.H.] also bereits in ihrer politischen Wut gekommen, daß sie das was ihnen vor allem und einzig und allein am Herzen liegen sollte - Weib und Kind - als eine Last, als ein gehässiges Hinderniß betrachten!" Es waren Männer, die Politik machten. Trotzdem: wie ernst die Situation angesichts des Ausschlusses der Frauen war und welche Folgen sie für das Verhältnis von Frauen zu dieser neuen Politik hatte, wird im Nachlaß der politisch engagierten Louise Zimmermann deutlich, einer der eifrigsten Galerienbesucherinnen der Paulskirche: "Sie reden, sie wählen, machen Projekte nächtelang [...] Und an dieses Treiben, an von Gott verfluchte Politik, habe ich ihn verloren, dem ich lange Zeit viel sein durfte, der mir alles war. Er war mir die Sonne, unter deren Blicke ich als unscheinbare Pflanze duftig [...] werden mochte. [...] Ich habe ihn verloren." (Zucker 1987:235).
Alle diese frustrierten Achtundvierzigerinnen zogen nicht die Konsequenz, das männliche Politikkonzept zu hinterfragen oder gar Alternativen zu entwickeln. Vielmehr begannen sie, angesichts der Gefährdung ihrer intakten Lebenswelt durch 'sein' politisches Engagement, Politik abzulehnen, und Resignation trat an die Stelle eines Lebenskonzepts, das durchaus solidarisch mit der Bewegung verknüpft gewesen war. Das Paradigma von der aktiven weiblichen Politikfeindlichkeit, vom Desinteresse der Frauen an Politik war geboren.
Die Reaktionen der Öffentlichkeit - meist eine Kreation männlicher Chronisten - auf die politisch interressierten Frauen manifestierten und verstärkten die Polarisierung von Männer- und Frauenwelt. Trotz aller innewohnenden Ambivalenz trennte das jeweilige Pro und Contra nicht nur Demokraten und Liberale, sondern es spaltete auch die Demokraten untereinander. Neben Lobeshymnen à la "Es ist ein erfreuliches Zeichen der Zeit, wenn selbst Frauen sich des politischen Stoffes bemächtigen", wie es 1848 in der Zeitschrift "Der Freimüthige" (Hauch 1990:133ff) in Wien zu lesen war, zeigen andere Reaktionen Spuren, die bis heute die Sphäre der Politik maßgeblich prägen. Frauen würden durch ihre Anwesenheit bei politischen Versammlungen ihre Familien, vor allem die Erziehung der Kinder, vernachlässigen, und letztlich würde damit die politisch interessierte und aktive Frau den Staat gefährden: "Der Ständesaal ist kein Theater!" wurde in der "Wiener Gassenzeitung" (Hauch 1990:136f) gewarnt.
Dieser Diskurs wurde von der Macht der Erotik durchzogen, die zwischen Abgeordneten und Zuschauerinnen scheinbar automatisch entstehen würde. In der charmanteren Variante wurde "im eifrig lauschenden Publikum" des "Demokratischen Klubs" in Berlin, der "Kranz demokratischer Frauen" begrüßt (Boerner 1920:23). Die Funktion, die den Frauen zugeschrieben wurde, sah sie als schmückendes Beiwerk der Männersache Politik, in die sie durch ihre Anwesenheit harmonischere und Differenzen ausgleichende Töne bringen würden. In der kruderen Variante wurden die Zuschauerinnen auf den Galerien als "sitten- und zügellos" bezeichnet, die "in Pomp und Putz Parade machen, kokettieren und lorgnettieren" (Hauch 1990:135ff). Etliche Chronisten phantasierten chaotische Zustände, die durch die 'Macht' der Sexualität hervorgerufen würden. Die weibliche Anwesenheit schien die scheinbar geschlechtsneutrale Integrität des Männer-Raumes der institutionalisierten Politik zu stören. Dabei handelte es sich um Irritationen im Bereich Frauen und Politik, deren Spuren bis heute in den politischen Institutionen zu finden sind (Hauch 1998a).
Diese Widersprüchlichkeiten zwischen scheinbarer Geschlechtsneutralität der revolutionären Freiheit und Gleichheit und den männlichen Politikkonzepten provozierte 1848 frauenspezifische Kritik. Die große Mehrheit der bürgerlichen und adeligen Frauen lebte und handelte jedoch in Affirmation der geschlechtsspezifischen Dichotomisierung der institutionalisierten Politik. Neben spektakulären individuellen Lebensläufen etwa einer George Sand oder Louise Aston, die versuchten, das bürgerliche Normen-Korsett zu sprengen, war eine Alternative, sich - getrennt von Männern - institutionalisierte Frauen-Räume zu schaffen.

Das Geschlecht der Vereine: "Mit vereinten Kräften für uns insbesondere..."

Mit diesen Worten proklamierten Berlinerinnen ihr Ansinnen, einen eigenen Frauenverein zu gründen. "Machen wir auch für uns von dem jetzt bestehenden freien Vereinigungsrechte Gebrauch ..." verkündete der "Klub der Frauen an seine Mitschwestern" (Hummel-Haasis 1982:63).
Frauenassoziationen per se waren keine Erfindung der Achtundvierzigerinnen, die nach einer Alternative zu ihrem Ausschluß aus den Männer-Räumen suchten: Mit Ausnahme Frankreichs waren die im frühen 19. Jahrhundert gegründeten Frauenvereine systemstabilisierend, monarchietreu und patriotisch mit karitativer Ausrichtung: dies zeigten die Frauenvereinsgründungen in Preußen während der "Befreiungskriege" gegen Napoleon (Hagemann 1996) oder diverse "Wohltätigkeitsvereine adeliger Frauen und Mädchen", die seit 1811 in den habsburgischen Ländern unter Patronanz des Kaiserhauses gegründet worden und ausschließlich Frauen aus dem Hochadel zugänglich waren (Hauch 1992). Vereinsaktivitäten solcher Art bedeuteten die Verbreiterung des auf Familie, Gesinde, Gesellen und Lehrlinge oder den Haushalt gerichteten Aktionsradius von Frauen auf eine Verantwortung für andere. Dafür wurde in anderem Zusammenhang von Irene Stoehr der Begriff "organisierte Mütterlichkeit" geprägt. Die feministische Forschung hat mit einem anderen Politikbegriff die politische Dimension und den öffentlich-politischen Charakter dieses Engagements deutlich gemacht. Dabei trat auch der fließende Übergang von öffentlich und privat hervor (Lipp 1986; Lipp 1992; Hausen 1992). Vereinsgründungen dieser Art gab es auch in den Jahren 1848/49. Das ging von Fahnenstickvereinen für die neu gegründeten Nationalgarden bis zu Vereinen, die im erwachten 'nationalen' Interesse karitativ tätig wurden und zum Beispiel Geld für eine Deutsche Flotte sammelten (Kuby 1986; Hauch 1990:85ff).
An dieser Stelle stehen, entsprechend dem vorangestellten Motto "für uns insbesondere", jedoch jene Vereine im Zentrum, die sich explizit als Frauenemanzipations-Vereine definierten. Das setzte voraus, daß sich Frauen als politische Individuen begriffen, sich eine demokratische Vereinsstruktur schufen, die für Frauen aller Schichten und Konfessionen auf der Basis eines gemeinsamen Programms offen war, um ihre gesellschaftliche Diskriminierung zu bekämpfen bzw. die eigene Stellung in beruflicher, politischer oder rechtlicher Hinsicht zu verbessern - und um unabhängig von familialen Bindungen mehr Wahlmöglichkeiten zu haben.
Mit dieser Definition fällt es schwer, die Vielzahl der "Demokratischen Frauen-Vereine", die sich in den Ländern des Deutschen Bundes bildeten, zumeist während oder nach dem Scheitern der Revolutionen, zu erfassen. Ihr politischer Charakter soll dabei nicht in Frage gestellt werden, aber meist waren andere - und nicht die Frauen selbst - der Grund für ihren Zusammenschluß. Wie etwa im Falle des am 16. Mai 1849 von Kathinka Zitz in Mainz gegründeten Vereins "Humania" (Zucker 1980). Wie etliche andere Vereine, bauten diese 1.648 Frauen Netzwerke auf, die Gefangenen, Flüchtigen und ihren Familien die Existenz sicherten oder Fluchtrouten und Emigration organisierten. Auch wenn die Frauen selbst "emanzipiert und von demokratischer Gesinnung waren", traten sie, mit Ausnahme der Frauen in den freireligiösen, deutschkatholischen Gemeinden (Paletschek 1990, 1998), hauptsächlich in der Position der Hilfeleisterinnen in die Öffentlichkeit. Oder ist auch dies ein Ergebnis des androzentrischen Blicks in der Geschichtswissenschaft (Hauch 1998b:42)?
Eine dieser Frauen war Auguste Scheibe, Vorstandsmitglied des "Demokratischen Frauen-Hilfsvereins" in Dresden. Über sie ist mehr im Briefwechsel des damals 28jährigen Ferdinand Kürnberger mit Freunden und seiner Familie zu erfahren (Kürnberger 1920:72ff). Er, ein sozialistischer Demokrat aus Wien, flüchtete nach der Niederschlagung der Wiener Revolution Ende Oktober 1848 nach Dresden. Nach der Entlassung aus der Gefängnishaft, die er nach der Niederschlagung des Dresdner Aufstandes im Mai 1849 verbüßen mußte, organisierte Auguste Scheibe seine weitere Flucht. In seinen Briefen beschrieb er euphorisch ihre erste Begegnung. "Frl. Scheibe", beurteilte er, war ganz "auf der Höhe der Zeitbildung [...] wurde den politischen und sozialen Fragen der Gegenwart gerecht" und vereinigte "das Ehrfurchtgebietende und Überraschende der weiblichen Geistesgröße und Charaktermacht". Zudem war sie jung und wunderhübsch. Er verliebte sich, verstand ihre Andeutungen, incognito in der Stadt zu bleiben, jedoch erst bei seiner Abreise und verabschiedete sich von ihr mit einem Gedicht:

Das süße Bild, die reizende Gestalt,
Die mir ein Paradies voll Liebe zeigte,
Die des Gefühls tief weibliche Gewalt
so innig meiner Brust entgegen beugte.

O daß die Nacht so spät vor mir zerfloß!
So spät zerschmolz des rauhen Trotzes Härte!
Daß mir ein Dämon Herz und Sinn verschloß,
Und jetzt erst mich ein Engel fühlen lehrte!

Die Frau Auguste verkörperte das Gefühl, die Liebe und die Wärme. Er als Mann, als politischer Kämpfer, war hart und verschlossen, was auch als Hinweis auf die im 19. Jahrhundert ausgebildete männlich ehrhafte Tapferkeit gelesen werden kann (Frevert 1996:67ff), und muß von ihr, seinem "Engel", das Fühlen erst lernen. In einem der Briefe stellte Kürnberger einen direkten Zusammenhang zwischen dem Eingestehen seines Entzückens und der politisch demokratisch gesinnten Gefährtin her: "Und hätte ich je noch ein enges vormärzliches Vorurteil gegen Frauenemanzipation gehegt, in diesem Augenblicke mußte es schwinden". Damit entpuppte sich Kürnberger als einer der wenigen Achtundvierziger, die mit der 'Neuen Zeit' auch eine geänderte Stellung der Frauen konnotierten. Das "enge Vorurteil" gegen Frauenemanzipation schien ihm im politisch-repressiven Vormärz zuhause und damit verwerfenswert und passé (Hauch 1998c; Bublius-Godau 1998:282f). Nur in den freireligiösen Gemeinden zählte diese Grundposition zu den Selbstverständlichkeiten auch unter den männlichen Mitgliedern (Paletschek 1998a). Auch in Wien hätte er Gelegenheit gehabt, schrieb Ferdinand Kürnberger weiter, in einigen Aktivistinnen des dortigen "Wiener Demokratischen Frauenvereins [...] die Würde des weiblichen Geschlechts in ihrer höchsten Entwicklung zu bewundern".
In Wien hatte die Hausbesitzerin Strunz für den 28. August 1848 im Salon des Volksgartens zur Diskussion über Programm, Forderungen und Statuten des "Wiener demokratischen Frauenvereins" geladen (Hauch 1990:144ff). Die rund 150 anwesenden Frauen wollten unter sich bleiben und schlossen Männer von ihrer Veranstaltung aus. Woraufhin diese, darunter etliche Nationalgardisten, also Bürger von Besitz und Bildung, den Salon stürmten. Sie zerschlugen Fensterscheiben, besetzten den Raum, sprangen auf die Tische, verspotteten die Frauen und bedrohten sie mit Ohrfeigen. Die Frauen zogen sich zurück, jedoch nicht ohne eine weitere Zusammenkunft am Spätnachmittag desselben Tages zu vereinbaren. Die Reaktion dieser Männer auf die Inanspruchnahme des Assoziationsrechts durch Frauen zeigt eine Facette des geschlechtsspezifischen Abwehrkampfes gegen die der bürgerlichen Moderne einzuschreibende (Frauen-)Emanzipationsbewegung (Hauch 1998d). Ähnliche Szenen hatten auch die Mitglieder des "Club des femmes" in Paris erlebt, als es am 6. Juni 1848 anläßlich einer Diskussion über das Scheidungsgesetz zu Ausschreitungen kam und die Polizei den Saal räumen ließ. Dies bot einen willkommenen Anlaß für die Behörden, den Club aufzulösen (Grubitzsch/Lagpacan 1980:108). Auch die Tatsache, daß Männer eine Dienstmädchen-Versammlung im April 1848 in Leipzig lautstark störten, läßt darauf schließen, daß aggressive Widerstandsaktionen keine Einzelfälle darstellten (Hummel-Haasis 1982:172f).
Der "Wiener demokratische Frauenverein" konnte 1848 europaweit, mit Ausnahme Frankreichs, das elaborierteste Vereinsprogramm aufweisen. Im Gegensatz zu seinen demokratischen Schwester-Vereinen, wie in Berlin der "Demokratische Frauenverein" (14. September 1848) und die "Germania" (12. Oktober 1848) (Hachtmann 1998a:382ff), in Prag der "Spolek Slovanek" (Verein der Slawinnen; 20. September 1848) und der "Slovanská Dennice" (Slawischer Morgenstern, Mitte Oktober 1848) (Moravcová 1996), die sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens auf punktuelle Forderungen beschränkten, formulierten die Wienerinnen ihre Aufgabe als dreifache (Hauch 1990:235ff):

"eine politische, um sich durch Lektüre und belehrende Vorträge über das Wohl des Vaterlandes aufzuklären, das demokratische Prinzip in allen weiblichen Kreisen zu verbreiten, die Freiheitsliebe schon bei dem Beginne der Erziehung in der Kinderbrust anzufachen und zugleich das deutsche Element zu kräftigen;
eine soziale, um die Gleichberechtigung der Frauen anzustreben durch Gründung öffentlicher Volksschulen und höherer Bildungsanstalten, den weiblichen Unterricht umzugestalten und die Lage der ärmeren Mädchen durch liebevolle Erhebung zu veredeln;
eine humane, um den tiefgefühlten Dank der Frauen Wiens für die Segnungen der Freiheit durch sorgsame Verpflegung aller Opfer der Revolution auszusprechen".

In ihren Statuten verknüpften sie die Gleichberechtigung der Frauen, notwendige politische Bildung und maternalistische Caritas gegenüber weiblichen Angehörigen unterer sozialer Schichten mit der Solidarität und den Zielen der revolutionären 1848er-Bewegung. Neben diesen Inhalten planten sie die Gründung eines reichsweiten Frauenvereins-Netzes und legten einen egalitären Umgang innerhalb des Vereines verpflichtend für die Mitglieder fest: "Man sagt einfach Frau und Fräulein. Verheiratete Frauen haben vor den unverheirateten keinen Vorzug", hieß es im § 10. Die Programm-Diskussion war nicht friktionsfrei vor sich gegangen. Frau Bouvard, Tochter eines Kirchendieners, soll in einer der ersten Sitzungen die Vereinsmitglieder als "politische Schlafmützen" bezeichnet haben. Anlaß des Streits bildete eine Petition an den Ministerrat um die Aufhebung der fälligen Halbjahresmieten, was als undemokratischer Eingriff in das Privateigentum von der Vereinsmehrheit abgelehnt wurde. Mit den Worten "Ihr Verein ist eine Chimäre! Ihr alle zieht euch die Schlafhauben über den Kopf [...] wenn der Arme hungert!" wurde der Vereinsaustritt von Bouvard überliefert. Neben diesen Differenzen in sozialen Angelegenheiten erschien im September 1848 in Wien eine Flugschrift, die auf einen weiteren Aspekt verweist, der 'die' Frauen bereits 1848 trennen konnte: "Wai! geschrien, jetzt fangen die Jüdinnen a schon an" (Hauch 1998:858f). Darin wurden 'deutsche' Frauen Wiens aufgefordert, sich im Demokratischen Frauenverein zu engagieren und damit zu verhindern, daß "Frau Wertheimer", eine Jüdin, Präsidentin des Vereins würde. War Jüdinnen des reichen nobilitierten städtischen Finanzbürgertums mit ihren Salons im Vormärz eine wichtige Rolle in der politischen Halböffentlichkeit zugekommen, traten sie in den Auseinandersetzungen der Revolution 1848/49 als Jüdinnen, die gleich vielen engagierten Juden die Emanzipation ihres Volkes, ihrer Nation gefordert hätten, nicht in Erscheinung.
Die Aktivitäten des "Wiener demokratischen Frauenvereins" richteten sich während des zweimonatigen Bestehens auf den Erhalt der bürgerlichen Freiheiten in Wien, das hieß seit den August-Auseinandersetzungen, auf Seiten der radikalen Demokraten zu stehen. Sie fungierten als Mitorganisatorinnen der als Demonstration und als Symbol der Klassenversöhnung konzipierten Begräbnisfeiern. Angesichts der von revolutionsfeindlichen kaisertreuen Truppen umzingelten Hauptstadt marschierten am 17. Oktober 1848 einige hundert Frauen zum Wiener Reichstag. Eine Delegation überbrachte den Abgeordneten eine Petition mit 1.000 Unterschriften für die Einberufung des "Landsturmes", dem ländlichen Pendant zu den städtischen Nationalgarden. Dieser Auftritt erweckte "natürlicherweise einen fast lächerlichen Eindruck", wurde in der Zeitung "Der Humorist" kommentiert (Hauch 1990:155ff). Denn die meisten Abgeordneten erwarteten beim Anblick der vierköpfigen Frauendelegation, bestehend aus Präsidentin Perin, Frau Bruckmüller und Frau Bouvard (der Namen der vierten ist nicht überliefert), daß sich die Frauen Wiens als Krankenpflegerinnen für etwaige Kampfhandlungen zur Verfügung stellen würden.
Dagegen rEIAierten die demokratischen Männervereine Wiens auf die Existenz der bürgerlichen Organisationsform Verein positiv - sie akzeptierten den Frauenverein als Partner. Neben acht anderen "freisinnigen Vereinen", darunter Arbeiter- und Handwerkervereine, einem liberalen sowie dem deutschkatholischen Verein hatte der Demokratische Verein für Sonntag, den 10. September, den Demokratischen Frauenverein zu Diskussionen um die Strategie zur Verteidigung des revolutionären Wiens ins Odeon eingeladen. Auch in dem am 30. September gegründeten "Zentralkomitee" oder "Zentralausschuß" der demokratisch-freisinnigen Vereine Wiens war der Frauenverein Mitglied (Hauch 1990:155ff). Dieses Akzeptieren erwies sich auch im demokratischen Milieu durchaus als ambivalent. Dem "Wiener demokratischen Frauenverein" und seiner Präsidentin Karoline Perin wurde Mißtrauen entgegengebracht, und das Fazit lautete: "Sie hat uns keinen Nutzen gebracht, sondern uns durch die Gründung des Frauenklubs mehr geschadet".
Wechseln wir nun kurz das soziale Milieu und betrachten wir die ersten Gewerkvereine und deren Position zu Frauen als Mitglieder wie als Objekte ihrer Politik; in Wien zum Beispiel die "Association der Buchdrucker und Schriftgießergesellen". Dort waren Frauen nicht nur als Mitglieder unerwünscht, sondern zu den Forderungen dieser Avantgarde der frühen Arbeiterbewegung zählte die "Abschaffung der weiblichen Arbeiter bei den Maschinen und anderen Manipulationen" (Hauch 1998:848f). Obwohl die Basis für die Organisierung der ersten Arbeitervereine die (existenzsichernde) Erwerbsarbeit und Arbeitsverhältnisse bildeten, was Männer wie Frauen betraf, bedeutete das noch keine automatische Negierung der Geschlechtergrenzen. Denn die angelernten Frauen waren niedriger entlohnt als die Männer, die den von den Zünften festgelegten Ausbildungsgängen unterworfen waren, und stellten daher eine Konkurrenz für sie dar. Dies wurde von der mentalen Orientierung der entstehenden Arbeiterbewegung am bürgerlichen Familienmodell verstärkt. Der Traum von einer nichterwerbstätigen Ehefrau im Haus, auch als Statussymbol für den Mann, war zwar noch weit entfernt von einer Realisierung durch Familienlohn und Abschaffung der Heiratsbeschränkungen, hatte jedoch seine Wirkungsmacht bereits entfaltet. Anders als in Wien wurden in der Berliner "Arbeiter-Assoziation" jedoch eigene "Frauen-Abtheilungen" eingerichtet, die sich der "Sache der Arbeiterinnen" widmen sollten (Hachtmann 1998a:373f).
Beide Formen der Behandlung von Frauen, ihr Ausschluß ebenso wie die Schaffung von speziellen institutionalisierten Frauen-Räumen, entsprachen und entsprechen der Konstruktion der dichotomen Geschlechtscharaktere, obwohl ihre Protagonistinnen Geschlechtergerechtigkeit für sich einforderten. In dieser von Beginn an in modernen Politiksystemen auszumachenden Ambivalenz zwischen "selbstbestimmt" und "fremddefiniert", ist auch der 'Sonderweg' Frau zu verorten: Von der "Frauenfrage" der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über die separierte Frauenpolitik bis hin zu den Referaten der Frauenbeauftragten an den Universitäten heute (Hauch 1998d).

Das Geschlecht der Straße: " ... heute dürfe man die Hände doch nicht in den Schoß legen ... Man kann ja doch nicht mehr wie sterben."

Mit diesen Worten schilderte Margarethe Adams nach der Verhaftung ihre Motivation für ihre Teilnahme am Frankfurter Aufstand am 18.ESeptember 1848. Margarethe Adams war eine der rund 585 Frauen, die wegen "Tragen von Steinen als Waffen und zum Bau von Barrikaden" verhört und angeklagt wurden (Zucker 1987:226).
Frauen, vor allem unterbürgerlicher Schichten, waren an allen militanten Auseinandersetzungen und den "Kriegen in der Revolution" von 1848/49 beteiligt (Hauch 1998e). In sozialen Protestformen, wie Katzenmusiken, Maschinenstürmereien, Zerstörung von Fabriken und Plünderungen, die die Dynamik des Revolutionsverlaufs entscheidend beeinflußt hatten, wurden sie nicht nur als Aktivistinnen, sondern, wenn es sich dabei um Hungerrevolten handelte, auch als Initiatorinnen geortet (Lipp 1986a; Bechtold-Comforty 1986; Binder 1986; Binder 1986a; Kienitz 1986; Hauch 1990:55ff u. 167ff; Benninghaus 1998). Sie waren an den Straßenkämpfen beteiligt, die in den Märzrevolutionen die Durchsetzung der bürgerlichen Freiheiten beschleunigt hatten - so in Berlin, als am 18. März 1848 nach dem Rückzug des Militärs fünf tote Frauen gezählt wurden. Und Frauen kämpften auch auf den Barrikaden, die die Niederlagen in den Hauptstädten der Revolution charakterisierten. Frauen waren aber auch - und zwar in verschiedensten Rollen - bei Feldzügen diverser Revolutions-Armeen und anderer bewaffneter Formationen dabei. Diese militanten Aktionsformen markieren Zwischenräume, in denen sich die Geschlechterebenen vermischen. Wenn für diese Kategorisierung die Handlungsmuster herangezogen werden, meint man auf den ersten Blick, eine egalitäre Ebene vor sich zu haben: Männer wie Frauen bewaffneten sich, kämpften und wurden dafür bestraft oder auch getötet.
Wie am 23. August 1848 in der sogenannten "Praterschlacht" in Wien (Häusler 1979:406ff): Mit aufgesetzten Bajonetten attackierten Nationalgarden und Sicherheitswache einen Demonstrationszug von einigen tausend "ErdarbeiterInnen" gegen Lohnkürzungen. Anfang Mai 1848 hatte die Gemeinde Wien öffentliche Bauarbeiten als Maßnahme gegen die große Arbeitslosigkeit, zeitgenössisch "Arbeitsstockung" genannt, eingerichtet. Vorbild dafür waren die Pariser "ateliers nationaux". Im Gegensatz zu Paris, wo anfangs nur Männer beschäftigt waren und Frauen sich erst eigene Frauen-Ateliers erkämpfen mußten (Grubitzsch/Lagpacan 1980:208ff), waren in Wien neben 10.343 Männern auch 8.218 Frauen bei den "Erdarbeiten" beschäftigt. Frauen erhielten 20 kr Taglohn, das waren 5 weniger als Männer und 5 mehr als Kinder. Im Sommer plante die Regierung eine 25%ige Lohnreduzierung, was den Frauenlohn auf 15 kr gesenkt hätte - in Betrag, der nicht mehr zur Existenzsicherung reichte, denn 1848 wurden in Wien für ein Frühstück 10 kr, für ein bescheidenes Mittagessen 16 kr und für ein Abendessen 6 kr berechnet.
Den Widerstand formierten zuerst die davon betroffenen Frauen. Am 21. August 1848 zog ein großer Demonstrationszug vor das Arbeitsministerium und forderte lautstark die Rücknahme der Lohnkürzung. Wien sah an diesem Tag die erste Arbeiterinnendemonstration und die erste sozialpolitische Demonstration. Nicht nur in der Schaffung der öffentlichen Arbeiten, sondern auch im Umgang mit Protesten galt das Vorgehen der Pariser Regierung als vorbildlich: "Wir werden uns nichts abtrotzen lassen [...] und es wird euch noch so gehen wie den Parisern", warnte Arbeitsminister Ernst von Schwarzer die Wiener Erdarbeiterinnen, in deutlicher Anspielung auf die blutige Niederschlagung des Pariser Juliaufstandes. Zwei Tage später kam es dann zur bereits erwähnten "Praterschlacht". Betrachtet man die diskursive Ebene, auf der dieses Ereignis, das die klassenübergreifende Wiener Revolutionsbewegung spaltete, im Nachhinein verhandelt und bewertet wurde, ist wenig von Gleichbehandlung der daran beteiligten Männer und Frauen zu bemerken. Denn ein Hauptargument, warum so brutal gegen die DemonstrantInnen vorgegangen worden war und so viele Frauen mit "Halsstichwunden" und "Kopfwunden" ins Krankenhaus eingeliefert worden waren - was auf körperlichen Nahkampf verweist - bildete das ungebührliche Verhalten der Erdarbeiterinnen: "Besonders die Weibsbilder betrugen sich wie die Furien; auf die roheste, empörendste, unsittlichste Weise wurde die Garde beleidigt", rechtfertigten sich die beteiligten Nationalgardisten der 12. und 13. Kompanie (Mellach 1968:24). Männliches Beschützertum, das sich an den dualen Geschlechterrollen orientierte, konnte angesichts des Verhaltens dieser Frauen, das weit entfernt von bürgerlich-sittsamer Friedfertigkeit war, nicht wirksam werden. Die Wortergreifung dieser Frauen irritierte ebenso wie die von ihnen benutzte Sprache und deren Inhalt, die, als laut und obszön überliefert, das Bild der 'rebellischen Weiber' in Revolutionen und Aufständen prägte.
Zur Zeit des Wiener August-Massakers stand es europaweit um die Revolution sehr schlecht: die polnische Aufstandsbewegung war bereits im April niedergeschlagen worden, zu Pfingsten folgte Prag unter Windisch-Grätz, im Juli Paris und am 18. August 1848 besiegten die habsburgischen Truppen unter Feldmarschall Radetzky das revolutionäre Mailand und Lombardisch-Venetien. Gleichzeitig begannen sich die konservativen Kräfte zu formieren und zu organisieren. Auch Frauen-Vereine dieser Richtung entstanden, wie in Wien der "Erste konstitutionell-monarchische Frauenverein", der in der "Wiener Gassenzeitung" seine Gründung bekanntgab (Hauch 1990:166f), was auf eine der vielen geschlechtsspezifischen Forschungslücken verweist, die die nur scheinbar 'ausgeforschten' 1848/49er Revolutionen auszeichnen. Dem Konservativismus von Frauen 1848 wird auch in jüngsten Arbeiten zur Gegenrevolution nicht gedacht (Price 1998).
Die Niederlagen der Revolution bedeuteten Barrikadenkämpfe und waffentragende und sie benützende Frauen verschiedener Typisierungen: Neben der grausamen und der schamlosen wurde speziell die besonders mutige und tapfer-aufopfernde Frau zum Topos in zeitgenössischen Publikationen. In den 'Quellen' dieser Art vermischten sich oftmals Wahrnehmung und Phantasien der Chronisten zu einem schwülstig-emotionalen Diskurs über die Frau als Revolution oder vice versa die Revolution als Frau. Die begehrte Phantasie-Geliebte ist dort ebenso zu finden wie die asexuelle Allegorie oder die gefürchtete Männerverschlingerin.
Die Konstruktion der öffentlichen Sphäre als triebfreier Raum - der der Ratio, der Vernunft und der Autorität vorbehalten bleiben sollte - wurde angesichts von Angst, Wut und Euphorie in diesen Kampfsituationen gestört. Emotionen, unkontrolliert-triebhaftes Verhalten riefen bei ParteigängerInnen wie GegnerInnen der Revolution gleichzeitig Befremden und Faszination hervor. Um mit dieser Angst umgehen zu können, mußten identifizierbare VerursacherInnen gefunden werden - in diesem Fall oft Frauen. Zeitgenossen galten jedoch auch die Masse oder die Juden als Alternative, so etwa in Schilderungen des Erfurter Volksaufstandes vom 15. Dezember 1848 gegen die preußischen Kürassiere: "Unter das Volk hatte man gerade Sensen verteilt; auch die Weiber trugen Beile und Sensen. Überhaupt sollen sich die Weiber und Juden ausgezeichnet haben", schrieb das "Freie Hessische Volksblatt" (Hummel-Haasis 1982:96). "Weibergekreische" galt als 'das' Kennzeichen für wachsende Hemmungslosigkeit und markierte das Ende der ehrenhaften und ernsthaften Volksbewegung, wie es zeitgenössisch hieß (Valentin 1970:207). Bei der Konstruktion dieser Frauenbilder handelte es sich um die 'andere' Seite der gefeierten euphorischen Geschlechterbeziehungen der Fahnenweihen, Fackelzüge und Kommersfeste.
Ein Kommentar zur "Barrikadennacht" am 26. Mai 1848 in Wien macht dies deutlich: "Sie wurden trunkene Mänaden, die in phantastischem Aufputze mit Pistolen, Säbeln, Musketen und Picken bewaffnet, die ernste Volksbewegung zur frivolen Farce erniedrigten. Sie wurden endlich lüsterne Phryneen, die im nächtlichen Dunkel ihr unkeusches Boudoir zwischen den Barrikaden aufschlugen und sich kannibalisch wohlfühlten, wenn ihre Hingebung, in des Wortes verwegenster Bedeutung, an die Legion einen großen Zuspruch fand." (Reschauer/Smets 1872:280). Quellen dieser Art prägten zwar Bilder von Frauen in der Revolution von 1848/49, verdienen jedoch ebenso wegen ihrer starken Aussagekraft über die Phantasmagorien ihrer Verfasser Aufmerksamkeit.
Frauen fungierten jedoch nicht nur als zerstörend-fremd, sondern, entsprechend dem Frauenbild von Mutter und Hure, auch als Integrationsfiguren und waren die lebende Inkarnation der Gerechtigkeit der revolutionären Ziele. Diejenigen, die ihre Rolle als zu Beschützende aufgaben, verkörperten als ehemals oder eigentlich Schwache umsomehr Stärke. Vor allem in den hoffnungslosen Endkämpfen in den Hauptstädten der Revolution wurden sie nicht nur als die Ausdauerndsten, sondern auch als die Tapfersten stilisiert. Dazu zählte auch die Rezeptionsgeschichte von Delacroix' Bild "Die das Volk anführende Freiheit oder die Barrikade" (1831), die im Jahre 1848 bis an den Rand des revolutionären Europas, bis nach Bukarest, zu verfolgen ist. Die rumänische Heldin hieß Ana Ipátescu (Hauch 1998:887f). Allegorische Frauendarstellungen für die Nation in der Nachfolge der französischen Marianne, auch mit entblößter Brust als Symbol für die Nahrhaftigkeit der Revolution, sind in Gestalt von Fahnenmädchen oder Fahnenköniginnen im aufständischen Europa präsent. Von der französischen Marianne mutierten sie weiter westlich zur Germania, südlich zur Italia oder zur Slavia oder Bohemia in Prag. Eine Austria war 1848 in Wien nicht zu finden, was auf die Fragilität der österreichischen Nationsbildung verweist (Hauch 1998:866ff).
Zurück zur Konfrontation von Frauen mit der männlichen Wehrhaftigkeit. Die waffentragenden Frauen konterkarierten bzw. ergänzten zumindest symbolisch die männliche Definition von Wehrfähigkeit und wurden zum vieldiskutierten, zum vielgeliebten wie auch gehaßten Sonderfall. Davon zeugen auch Kostümentwürfe für Frauen. In den Garden und Bürgerwehren, die sich nach den Märzrevolutionen organisiert hatten, waren nur Männer von Besitz und Bildung zugelassen (Pröve 1998:901ff). Diese soziale Segregation unter Männern konnte mitunter in den Endkämpfen aufgehoben werden, wie es bei den "Mobilen Corps" in Wien der Fall war (Hauch 1990:222ff). Frauen blieben per Geschlecht davon ausgeschlossen, und wenn sie ihre Einbeziehung einforderten, ernteten sie "schallendes Gelächter". Nur in Ungarn und einigen Gebieten des Deutschen Bundes gab es Kämpferinnen in den Reihen der Revolutionsarmeen (Spira 1959:426f, 649ff; Beck 1851:183ff).
So verblieb Frauen die Ebene der Selbstbewaffnung. Etliche, die sich an der Erstürmung von Zeughäusern in Wien, Paris und Berlin beteiligt hatten, waren nicht bereit, die erbeuteten Waffen wieder zurückzugeben. Beim Oktoberkampf in Wien schilderten etliche Zeitgenossen, daß Frauen die Waffen von gefallenen und geflüchteten Garden aufnahmen und weiterkämpften. Eine weitere Alternative bot sich den Kampfeswilligen im Tragen von Männerkleidung. Dabei wurde die selbstverständliche Zweigeschlechtlichkeit durch das Ordnungskriterium und den Zeichencharakter von Kleidung massiv in Frage gestellt. Unerkanntes Tragen von Männer-Kleidung ermöglichte Frauen in Männer-Räume einzudringen und in gemischtgeschlechtlichen Räumen eine kulturell und sozial normierte andere Rolle einzunehmen. Mit der Verkleidung als Mann war und ist in der Öffentlichkeit der Moderne ein Mehr an Möglichkeiten verbunden, was auch ein Aneignen symbolisiert (Becker 1998). Vice versa bleibt, außer bei sexuell-emotional motiviertem Kleiderwechsel, dem als Frau verkleideten Mann nur Witz und Karneval. Gerade in Zeiten von Krieg und Revolution sind selbst so diffamierende Ausdrücke wie Mannweib nicht so gravierend negativ konnotiert wie weibischer Mann.

Resumé und Ausblick

Im Zentrum dieser Überlegungen standen Frauen, die versuchten, die 1848er Bewegungen auch zu ihrer Bewegung zu machen. Darüber soll jedoch nicht das konservative Potential vergessen werden, das unter Frauen auch vorhanden war, wie etwa die Protagonistin der Konterrevolution, die Mutter Kaiser Franz Josefs, Erzherzogin Sophie. Die Niederlagen der revolutionären Bewegungen der Jahre 1848 und 1849 waren mit Tod, Verfolgung, Gefängnis, Verbannung oder Emigration verbunden - nicht nur für die Helden der Bewegung, sondern auch für deren Gefährtinnen, für alleinstehende Aktivistinnen und nichtprominente Kämpferinnen. Frauen, besonders unterbürgerlicher Schichten, bildeten jedoch mit ihrem Körper eine spezielle Angriffsfläche für Bestrafungen und Demütigungen beim Siegeszug der konterrevolutionären Truppen. Vergewaltigung und Mißhandlung von Geschlechtsteilen sind nicht nur Mittel, um Selbstbewußtsein zu brechen, sondern die extremste Möglichkeit für Männer, Gewalt an Frauen zu verüben, wobei der Frauenkörper gleichzeitig zum Transmissionsriemen zwischen den gegnerischen Parteien wird: so geschehen 1848/49 in Wien, Mailand oder Frankfurt. Eine geschlechtsspezifisch strengere Bestrafung der revolutionären Achtundvierzigerinnen auf institutionalisierter Ebene kam hingegen nur punktuell vor. Etwa im Falle von Pauline Wunderlich, die für ihre Teilnahme am Dresdner Barrikadenkampf im Mai 1849 mit "lebenslänglich Zuchthaus ersten Grades" bestraft wurde, während daran beteiligte, besonders "gravierte" Männer lediglich mit fünfzehn Jahren bedacht wurden. In diesem Fall ist der Vermutung Louise Ottos in der "Frauen-Zeitung" zuzustimmen: "Soll sie vielleicht zum 'abschreckenden Beispiele' bestraft werden?" (Frauen-Zeitung 1850:241). In den Genuß des Privilegs des Geschlechts, die vorab wirkende Unschuldsvermutung gegenüber der schwachen und zu beschützenden Frau, kamen indessen die Betreiberinnen der französischen Assoziationen beim Prozeß Ende 1849. Obwohl die Anklage auf Bildung einer geheimen politischen Vereinigung, gewaltsamen Umsturzversuch und Verschwörung gegen die Regierung lautete, wurden Jeanne Deroin und ihre weiblichen Mitangeklagten, im Gegensatz zu den Männern, lediglich zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt (Grubitzsch/Lagpacan 1980:113ff).
In einer internationalen Perspektive kann festgestellt werden, daß die 1848er Emigrantinnen ihre Ideen von Frauenemanzipation in ihre neuen Heimaten transferierten, wie Amalie Struve, Mathilda F. Anneke in die Vereinigten Staaten (Hewitt 1998) oder Emma Herwegh nach Italien. Gleichzeitig ist ein Transfer dieser Ideen über Frauenrechte im Namen der Differenz wie der Gleichheit über Generationen hinweg zu beobachten. Im Falle der deutschen Frauenbewegung bildete Louise Otto-Peters als Gründerin der "Frauen-Zeitung" und des "Allgemeinen deutschen Frauenvereins" 1865 eine personelle Kontinuität. Jedoch rissen auch in den großen Städten der Habsburgermonarchie, Prag und Wien, trotz Ausnahmezustand und Rücknahme der bürgerlichen Freiheiten die Kontinuitäten nicht mehr ab. Es gab Mütter, Großmütter, aber auch Väter, die sich als '1848er' bezeichneten und ihre Töchter besonders förderten. Wie im Falle der wohl bekanntesten Protagonistin des Feminismus im Wien des Fin de Siècle, Rosa Mayreder (Bubenicek 1996:10).
Besonders wichtig erscheinen mir in Sachen Frauenrechte in der Revolution von 1848 die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit der bürgerlich-freien Revolutionsmonate zu sein. Erst sie schufen Räume für Artikulationsmöglichkeiten und erweiterte Handlungsspielräume in Vereinsgründungen. Erst das Schreiben und Formulieren in Pressefreiheit ermöglichte die heute geführte Diskussion um das Aufbrechen oder die Neuformierung der Geschlechterverhältnisse in der Revolution 1848 (Asche 1998; Grau 1998; Hachtmann 1998; Paletschek 1998; Hauch 1998e). Die Modellierung der (bürgerlichen) Männer- und Frauenrolle, das Konzept der polaren Geschlechterverhältnisse (Karin Hausen) wurde in den Revolutionen von 1848/49 zwar offensichtlich. Dabei von einer "Verfestigung" der dichotomen Geschlechtscharaktere zu sprechen, wie Susanne Asche, oder von "kontraproduktiv" für die Frauenemanzipation, wie Rüdiger Hachtmann, scheint mir an der Vielfältigkeit von Frauenleben und Frauenwünschen vorbei zu gehen: das gleichzeitige Aufbegehren und Ausbrechen von Frauen, die in diesem Normen-Korsett bereits lebten, obwohl es für die große Mehrheit noch nicht wirksam werden konnte, verweist vielmehr auf Fragilitäten, Ambivalenzen und Ungleichzeitigkeiten in der Konstruktion von Geschlechterverhältnissen. Es deutet jedoch auch darauf hin, zu welchen Frustrationen der Ausschluß aus der männlichen institutionalisierten Politik und die nichtgesuchte Abstraktion für politische Gleichheit zwischen den Geschlechtern bei Frauen führten. Angesichts von Feuilletons und Briefwechseln müssen die diskursiv festzustellenden globalisierenden Revolutions- und Beziehungseuphorien ebenso hinterfragt werden, wie die ausschließlich positive Rezeption der bürgerlichen Frauenrolle durch die Frauen selbst.

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Quelle: Querschnitte 1: 1848 im europäischen Kontext. Herausgegeben von Helgard Fröhlich, Margarete Grandner, Michael Weinzierl. Wien: Turia + Kant 1999.
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