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Die vormoderne japanische Gesellschaft

Sepp Linhart

Quelle: Weltregionen 1: Ostasien. Geschichte und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Herausgegeben von Sepp Linhart, Erich Pilz. Wien: Promedia 1999.

Das Herrschaftssystem

Anders als China konnte Japan die Auseinandersetzung mit dem Westen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinausschieben. Zwar hatten bereits 1542 oder 1543 Portugiesen die Inseln im Fernen Osten betreten, worauf ihnen bald weitere ihrer Landsleute und ab 1584 auch Spanier sowie etwas später Holländer und Engländer folgten. Anfänglich große Missionierungserfolge waren aber wegen der Streitigkeiten der Europäer und ihrer Versuche, aktiv in die japanische Politik einzugreifen, nicht von langer Dauer. 1614 wurde das Christentum verboten, zehn Jahre später wurden die Spanier für immer des Landes verwiesen, 1630 wurde allen Japanern die Ausreise untersagt, und nach dem mit den Christen in Verbindung gebrachten Shimabara-Aufstand in Süd-Japan wurde ab 1639 die Isolierungspolitik des Landes strikt durchgesetzt. Nur noch in Nagasaki durften chinesische, koreanische und holländische Handelsschiffe nach einer genau festgesetzten Quote vor Anker gehen. Dies war für über zweihundert Jahre das einzige Ventil, durch das Informationen über die Welt ins Land sickerten.
Daß Japan eine so erfolgreiche Abschließungspolitik durchführen konnte, ist der politischen Macht der als shøgun herrschenden Familie Tokugawa zuzuschreiben. Nach langanhaltenden politischen Wirren im 15. und 16. Jahrhundert hatte sich diese Familie 1615 endgültig militärisch durchgesetzt und ein kompliziertes System des politischen Gleichgewichts zwischen den Landesfürsten (daimyø) unter ihrer Führung geschaffen. Als Fürsten galten alle Feudalherren, die über ein Gebiet herrschten, das einen Ernteertrag von mindestens 10.000 koku Reis oder eine wertmäßige Entsprechung in anderen landwirtschaftlichen Produkten hatte, wobei 1 koku etwa 180 Liter entsprach. Die Zahl der von diesen daimyø beherrschten Lehenstümern (han) schwankte zwischen 250 und 300, jedoch gab es nur 16 große han mit mehr als 100.000 koku Ertrag, und davon gehörten 11 zur Gruppe der tozama daimyø, der den Tokugawa feindlich gesinnten Lehensfürsten. Die anderen daimyø wurden als shinpan, Verwandte der Tokugawa, oder als fudai daimyø, Verbündete der Tokugawa, klassifiziert. Wenn daimyø mit den Tokugawa in Konflikt gerieten, verloren sie häufig ihr Lehenstum. Auch wenn keine Erben vorhanden waren, konfiszierten die Tokugawa-Herrscher gerne derartige Ländereien. Die Tokugawa selbst herrschten über etwa ein Viertel des Landes direkt: über Kantø und Zentraljapan mit den wichtigen Städten Edo, Øsaka, Kyøto, Øtsu und Nagasaki sowie über die Gold- und Kupferminen. Im Westen Japans war der Herrschaftseinfluß der Tokugawa gering, und dort war auch die Opposition, die sie Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängen sollte, am stärksten. Neben den han gab es noch rund 5.000 kleinere Lehenstümer der direkten Vasallen der Tokugawa sowie Besitztümer von Tempel und Schreinen. Außer den Tokugawa und ihren Verbündeten und der Anti-Tokugawa-Partei, zu Ende der Edo-Zeit angeführt von den mächtigen Fürsten von Satsuma und Chøshu- im Südwesten, gab es als dritten politischen Machtfaktor den Hof des tennø in Kyøto. Wohl hatte der tennø meist nur symbolische Bedeutung, seine Stellung konnte aber bei Bedarf von einer der beiden großen Parteien geschickt benutzt werden, um die eigenen Argumente zu untermauern.
Die Militärregierung des bakufu unter der Leitung des shøgun - bis zur Meiji Restauration 1868 gab es deren 15 - wurde unterstützt von einem Ältestenrat, bestehend aus vier bis fünf großen daimyø aus der Gruppe der befreundeten Fürsten. Ihr Sitz war Edo, weshalb man auch vom Edo-bakufu spricht, doch war Edo als politisches Zentrum nach den damaligen Vorstellungen nur eine von drei Hauptstädten. Die anderen zwei waren Kyøto, seit ungefähr 800 die Residenzstadt des tennø und das religiöse und kulturelle Zentrum, und Øsaka, das kommerzielle Zentrum des Landes. Diese beiden Städte hatten jeweils rund 400.000 Einwohner. Mit der Fortdauer der Edo-Zeit (1603-1867) wurde Edo allerdings auch immer mehr zum kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum Japans. Mit mehr als einer Million Einwohner ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war es nicht nur ein riesiges Konsumationszentrum und die größte Stadt Japans, sondern eine der größten Städte der damaligen Welt überhaupt.
Das Hauptbestreben der Tokugawa galt der Sicherung der eigenen Machtposition. Logischerweise förderten sie daher die Moralphilosophie des konservativen Zhu-Xi-Konfuzianismus, der die Aufrechterhaltung des status quo betont. Diese neokonfuzianische Richtung wurde vom bakufu quasi als offizielle Interpretation des Konfuzianismus zu verbreiten versucht, während "progressivere" neokonfuzianische Interpretationen immer wieder mit Repressionen zu rechnen hatten. Da die Tokugawa offensichtlich diese ideologische Indoktrinierung nicht als ausreichend empfanden, unternahmen sie daneben große Anstrengungen, das Volk von den Fürsten bis zu den einfachen Bürgern ohne Einschränkungen genau zu überwachen. Als wesentliche Kontrollmaßnahme der Fürsten kann das 1635 eingeführte System der abwechselnden Residenz der daimyø in ihren Lehenstümern und in Edo angesehen werden. Die Unterhaltung von zwei Residenzen und die jeweiligen Umzüge nach oder aus Edo waren für die daimyø sehr kostspielig und sollten sie wirtschaftlich schwächen. Zusätzlich mußten sie während ihrer Abwesenheit von Edo ihre Familien als Geiseln in der Hauptstadt lassen. Überdies war in den Fürstentümern ständig eine Schar von Spitzeln im Auftrag der Tokugawa unterwegs, um diese über verdächtige Operationen sofort zu informieren.
Die einfachen Bürger wurden einerseits durch die buddhistischen Tempel überwacht, bei welchen alle Haushalte registriert sein mußten und die auch die Geburten- und Sterberegister führten, andererseits durch die Organisierung aller Stadt- und Landbewohner in kleinen Gruppen, bestehend aus jeweils rund fünf Haushalten, deren Mitglieder sich gegenseitig verantwortlich waren (goningumi). Darüber hinaus gab es noch zahlreiche Polizeispitzel, vor allem in den großen Städten.
Schon im eigenen Interesse waren die Tokugawa an einer Aufrechterhaltung des politischen und gesellschaftlichen Status quo interessiert. Aus diesem Grunde setzten sie verschiedene den Verkehr behindernde Maßnahmen, errichteten über 50 Wachstationen auf den häufig frequentierten Wegen, die man nur mit einem gültigen Reisepaß passieren konnte, und verfügten strenge Maßnahmen zur Einschränkung sowohl der horizontalen als auch der sozialen Mobilität. Reisen in andere Lehenstümer waren nur zu religiösen Zwecken möglich, Vergnügungsreisen mußten also als Wallfahrten getarnt werden. Jeder Bürger sollte bis zu seinem Tod an seinem Geburtsort wohnen und möglichst auch seinen Stand nicht verlassen.

Die ständische Ordnung

Abgesehen von der Familie des tennø und den ihn umgebenden Hofadeligen, die in Kyøto in einer eigenen antiquierten Welt lebten, stellten die etwa 6 bis 7% der Gesamtbevölkerung umfassenden samurai oder bushi, der Militäradel, die herrschende Schicht dar, wobei es innerhalb dieser Schicht wieder riesige Unterschiede gab. Außer im südlichsten Lehenstum Satsuma lebten die samurai in den Burgstädten rund um ihren daimyø, von dem sie ein Jahreseinkommen erhielten, ausgedrückt in einer gewissen Menge an Reis. Sie waren als einzige Bürger berechtigt, Waffen zu besitzen und zu gebrauchen, und ihr privilegierter Status wurde durch zwei am Gürtel getragene Schwerter unterschiedlicher Länge deutlich zur Schau gestellt. Durch die Trennung der samurai vom Lande sollte natürlich für immer die Gefahr beseitigt werden, daß einzelne von ihnen sich mit der Zeit zu mächtigen lokalen Herrschern entwickeln könnten. Auch innerhalb der über 200 Burgstädte und in Edo lebten die samurai segregiert von den übrigen Stadtbewohnern in eigenen Vierteln zusammen. Ihr Lebensstil sollte möglichst einfach sein, die Ethik des bushidø (Weg der Krieger) schrieb ihnen uneingeschränkte Loyalität zu ihrem Herrn und ständiges Bereitsein für den Tod vor. Diese Werte wurden ihnen in eigenen han-Schulen anerzogen, in welchen sie im Konfuzianismus und den chinesischen Klassikern, in Kalligraphie, Kriegsführung und Kampfsportarten unterrichtet wurden. Praktische Fächer waren als eines samurai unwürdig nicht im Lehrplan vorgesehen, obwohl die samurai die Lehenstümer ihres Fürsten zu administrieren hatten und während der im großen und ganzen friedlichen Edo-Periode eigentlich eher Verwaltungsbeamte als Soldaten waren. Die anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten des bakufu und der meisten han hätten mit einer praxisbezogeneren Ausbildung der zukünftigen Administratoren vielleicht eher gemeistert werden können.
Etwa 80% der Bevölkerung machten die Bauern aus (nømin, hyakushø), die nach konfuzianischem Verständnis den zweithöchsten sozialen Stand bildeten, weil sie uneingeschränkt produktiv waren. Für die samurai waren sie ausschließlich als Steuerzahler wichtig. Im Laufe der Edo-Zeit verringerte sich die Steuerlast der Bauern von zunächst bis zu 60% ihrer Ernte (was ihnen wirklich "nicht genug zum Leben, aber zuviel zum Sterben" überließ) auf etwa 35% im 18. und nur noch 20% im 19. Jahrhundert. Ein wichtiger Grund für diese positive Entwicklung aus der Sicht der Bauern war die Umstellung des Besteuerungssystems von einem alljährlich sich am tatsächlichen Ertrag orientierenden System auf ein fixes Steuersystem, das natürlich diejenigen, die besonders hohe Erträge erwirtschafteten, bevorzugte. Weiters ging man immer mehr davon ab, die Steuern in Reis einzuheben. Bei einer Besteuerung in Form von Geld konnten die Bauern besonders ertragreiche Pflanzen anbauen, und so mehr Gewinn machen. Als Steuereinheit galt ein Dorf, das sich aus mehreren Nachbarschaftsgruppen zusammensetzte, und ab der Mitte der Edo-Zeit unter der Leitung dreier Amtsinhaber stand: des Dorfvorstehers (nanushi, shøya), des Vertreters der Nachbarschaftsgruppen (kumigashira) und des Vertreters der Bauern (hyakushødai). Obwohl diese Dorfhonoratioren von den Vollbauern eines Dorfes ausgewählt wurden, wenn die Ämter nicht erblich waren, hatten sie als Vertreter des Dorfes gegenüber den herrschenden samurai und zugleich als Vertreter der Herrschenden gegenüber dem Dorf eine sehr komplizierte Stellung inne. Besonders bei Bauernaufständen oder auch nur bei Petitionen des Dorfes mußte der Dorfvorsteher stets einer Todesstrafe gewärtig sein.
Ein durchschnittliches Dorf der etwa 63.000 Dörfer zu Ende der Edo-Zeit hatte einen jährlichen Reisertrag von 400 koku und etwas über 400 Einwohner, aber es gab auch wesentlich größere und kleinere Dörfer. Die einzigen nichtagrarischen Berufsinhaber in den Dörfern waren die Schmiede, die die landwirtschaftlichen Geräte herstellten. Die Zimmerleute, die gemeinsam mit dem ganzen Dorf neue Häuser errichteten, waren Bauern, die sich auf diesen Nebenerwerb spezialisiert hatten. Im Laufe der Edo-Zeit entstanden übrigens immer mehr Nebenerwerbsmöglichkeiten für die Bauern, natürlich besonders in der Nähe der großen Städte, in welchen sie auch ihre Produkte verkaufen konnten und wo sie die Exkremente der Stadtbewohner als Dünger kauften. Außer den Bauern, die sich handwerkliche Fertigkeiten angeeignet hatten, gab es auch Handwerker, die von Dorf zu Dorf zogen und ihre Dienste anboten.
Die Dörfer hatten neben dem Hausbau noch eine Reihe von Aufgaben gemeinsam zu bewältigen, wie etwa den Straßenbau, doch die wichtigsten Gemeinschaftsaufgaben, die auch immer wieder zu gewalttätigen Streitigkeiten zwischen einzelnen Dörfern führten, waren die gemeinschaftliche Nutzung der Wälder (iriai), bei Fischerdörfern auch der Seen und der Meeresküsten, und die gemeinsame Bewässerung der Felder (suiri). Die für den Naßreisbau notwendigen Bewässerungsanlagen waren äußerst komplizierte Systeme, in welchen bis zu fünfzig Dörfer zusammengeschlossen waren. Die bakufu- oder han-Regierungen griffen nur ungern in diesbezügliche Streitfälle ein; sie ermahnten in Ermangelung eines allgemein verbindlichen Rechtswesens die betroffenen Parteien vielmehr zu einer friedlichen Beilegung ihrer Konflikte durch gründliches Diskutieren des Falles. Das Betreiben der Landwirtschaft außerhalb der Gemeinschaft war praktisch unmöglich, und daher bedeutete der Ausschluß aus der Gemeinde bei unangepaßtem Verhalten (mura hachibu) in den Dörfern die strengste Strafe.
Die während der Edo-Zeit zahlreichen, und gegen Ende der Edo-Zeit besonders häufigen Bauernaufstände waren gegen zu hohe Besteuerung, gegen unfaire Behandlung durch die Amtsinhaber des Dorfes oder gegen soziale Veränderungen gerichtet. Ab der Mitte der Edo-Zeit entwickelte sich der Typ des wohlhabenden Bauern (gønø), der immer mehr Landbesitz akquirierte, sich im Handel engagierte und als Pfandleiher tätig war. Natürlich versuchten diese "neureichen", unternehmerischen Bauern auch die politischen Ämter des Dorfes zu besetzen. Durch ihre verschiedenen Aktivitäten entfremdeten sie sich immer mehr von den übrigen Bauern, die ihnen Profitgier vorwarfen und im Extremfall auch Aufstände provozierten, die die zu groß gewordenen sozialen Unterschiede wieder einebnen sollten.
Die Stadtbewohner (chønin), Handwerker und Kaufleute, hatten nach offizieller Lesart einen niedrigeren Status als die Bauern, die Kaufleute als gar nicht an der Produktion beteiligt den niedrigsten. Tatsächlich sind beide Gruppen nicht immer eindeutig voneinander abzugrenzen: wenn Handwerker ihre Produkte selbst in einem Laden verkauften, waren sie ja auch Kaufleute. Da sich das japanische Handwerk durch Jahrhunderte hindurch ungestört entwickeln konnte, hatte es zu Ende der Edo-Zeit einen sehr hohen Standard entwickelt, wie man auch aus den nach der Öffnung Japans in Europa und Amerika so beliebten kunsthandwerklichen Produkten (Farbholzschnitte, netsuke, Keramik, Eisenskulpturen) leicht ersehen kann. Die wenigen Geräte der Handwerker waren sehr ausgefeilt und stets in einem hervorragenden Zustand. Zum Schutz ihrer Interessen waren die Handwerker in Genossenschaften (nakama) organisiert und lebten in bestimmten Stadtbezirken zusammen. Wegen des ständigen Anwachsens der Städte und der vielen Katastrophen (Erdbeben, Brände), die immer wieder ganze Stadtteile vernichteten, waren die am Hausbau beteiligten "fünf Handwerker" vielleicht die wichtigsten. Von den samurai wurden die Hersteller von Waffen und Ausrüstung besonders geschätzt. Zentrum der Textilproduktion war Kyøto, in dessen Stadtviertel Nishijin ungefähr 100.000 Handwerker als Weber, Spinner und Färber gearbeitet haben sollen. Die Textilindustrie von Kyøto hatte fast so etwas wie einen Monopolstatus.
Der am niedrigsten bewertete Stand der Kaufleute konnte sich während der Edo-Zeit zum ökonomisch potentesten Stand entwickeln und ist somit ein gutes Beispiel für Statusinkonsistenz: mit einem niedrigen sozialen ging ein hoher wirtschaftlicher Status einher. Die Abschließungspolitik und das Ende der internen militärischen Auseinandersetzungen sowie das System der abwechselnden Residenz der Fürsten hatten eine rasche Urbanisierung bewirkt, eine Kommerzialisierung der Landwirtschaft und ein Aufblühen des Handels. So hatte sich beispielsweise erst im 16. Jahrhundert Baumwolle in Japan durchgesetzt, doch bald wurde sie zur wichtigsten Industriepflanze in der Gegend von Øsaka. Da Baumwolle in Nord- und Südjapan nicht gedieh, wurde die rohe Baumwolle in diese Regionen geliefert, dort zu Fäden gesponnen, und diese wurden zu Stoffen gewoben. Solche Entwicklungen förderten den Handel natürlich enorm. Øsaka war auch ein gewaltiger Umschlagplatz für Reis. Ein Großteil des als Steuer eingehobenen Reises wurde nach Øsaka transportiert, dort in Lagerhäusern des bakufu und der han gelagert und nach Bedarf verkauft. Bei all diesen Operationen hatten das bakufu und die daimyø die Dienste von Großhändlern, Maklern und Geldwechslern in Anspruch zu nehmen, und nicht selten mußten sie von diesen auch Kredite aufnehmen, so daß einzelne Kaufleute zu übergroßem Reichtum gelangen konnten. Hin und wieder erklärte das bakufu die akkumulierten Schulden für null und nichtig, oder es konfiszierte das Vermögen eines Superreichen, weil er nicht seinem Stand entsprechend bescheiden gelebt und sich somit schuldig gemacht hatte.
Anders als für die samurai, welche die Anhäufung von Geld und materiellem Besitz offiziell verachten sollten, war das Profitstreben Teil der Kaufmannsethik. Mit der Shingaku-Lehre, die in der zweiten Hälfte der Edo-Zeit florierte, schuf Ishida Baigan für die Kaufleute und Stadtbewohner eine eigene Morallehre, die immer wieder mit der "protestantischen Ethik" Max Webers verglichen wird. Besonders erfolgreiche Beispiele von Kaufmannsfamilien waren die Kønoike, die um 1700 die Finanzgeschäfte von etwa 40 daimyø abwickelten und gleichzeitig an 110 daimyø Kredite vergeben hatten und die ihre Gewinne unter anderem in Neulandgewinnung investierten; weiters die Sumitomo, die besonders im Kupfer-Bergbau engagiert waren, und die Mitsui, die in ihren Kaufhäusern Barzahlung und Fixpreise einführten und wegen ihrer modernen Werbemethoden Aufsehen erregten. Interessanterweise können alle diese drei Familien auf eine samurai-Abstammung verweisen und doch wechselten sie in den verachteten Kaufmannsstand. Sowohl den Sumitomo als auch den Mitsui gelang es, nach der Modernisierung zu großen Industriekonzernen zu werden.
Außerhalb dieser Ständeordnung standen die Angehörigen des buddhistischen und shintø'istischen Klerus einschließlich der Nonnen, Gelehrten und Ärzte. Innerhalb dieser Gruppe waren die sozialen Unterschiede natürlich wie in allen anderen Gruppen enorm. Das Gleiche galt für die unterhalb der Ständeordnung angesiedelten, verachteten und diskriminierten Personen und Berufe, die als eta und hinin zusammengefaßt wurden. Zu diesen gehörten nicht nur die Vertreter gewisser als unrein erachteter Berufe, wie Henker, Schlächter, Gerber, Abdecker, Totengräber und sämtliche lederverarbeitenden Handwerker, sondern auch Schauspieler, Prostituierte, Landstreicher und Bettler. Aus dem eta-Stand gab es kein Entkommen, in den hinin-Stand hingegen konnte man strafversetzt und auch wieder rehabilitiert werden.
Trotz des Versuches der herrschenden Schicht, die soziale Ordnung möglichst stabil zu halten, war das wegen der wirtschaftlichen Entwicklung nicht möglich, so daß es tatsächlich im Laufe der 250jährigen Edo-Zeit mehr sozialen Wandel gab, als oft geglaubt wird. Die Kommerzialisierung der Landwirtschaft führte zu einer Polarisierung der Landbevölkerung und einer sich daraus ergebenden Abwanderung vieler ärmer Bevölkerungsteile in die Städte, in welchen so mancher "illegal" eingewanderte Bauernsohn ökonomisch aufsteigen konnte. Die Popularität des Theaters brachte Stars hervor, die sich jeden Luxus leisten konnten, und niemanden mehr an ihren eigentlichen diskriminierten Status denken ließ. Den verschuldeten samurai blieb hingegen oft kein anderer Ausweg, als reiche Kaufmannskinder zu adoptieren oder zu heiraten, um ihre Schulden los zu werden, wodurch Kaufleute den begehrten samurai-Status erlangten. Die Existenz als rønin, als herrenloser samurai, bot eine gewisse Freiheit, wenn man über Fertigkeiten verfügte, die man zu Geld machen konnte, wie etwa als Fecht- oder Kalligraphielehrer.

Familie, Religion und Kultur

Obwohl es einige regionale Variationen gab, begann sich in der Edo-Zeit im wesentlichen ein bestimmter Familientyp durchzusetzen. Die vorherrschende Familienform war die des ie, in der mehrere Generationen einer Stammfamilie (honke) gemeinsam zusammenlebten, manchmal auch mit den unverheirateten erwachsenen Kindern. Die Vererbung erfolgte nach dem Erstgeborenenrecht, wobei Töchter nur dann erbten, wenn kein männlicher Erbe vorhanden war. In einem solchen Fall wurde der Ehemann der Tochter in der Regel adoptiert. Während im Normalfall Frauen in eine Familie einheirateten, war es in diesem Fall der Mann. Das Einheiraten war geschlechtsunabhängig mit einem niedrigen Status in der Familie verbunden. Der Haushaltsvorstand, der die Familie im Fünferverband repräsentierte, hatte natürlich den höchsten Status aller Familienmitglieder, den er jedoch mit dem Wechsel ins Ausgedinge an seinen Nachfolger verlor. Zweit- oder spätergeborene Söhne konnten unter Umständen mit einer geringen Kapitalausstattung Zweigfamilien (bunke) gründen und als Pächter mit sehr kleinem Eigengrund eine Landwirtschaft beginnen oder eine kleine Filiale eines Kaufhauses oder eines Handwerksbetriebs übernehmen. Besonders in Nordostjapan entstanden unter der Leitung eines Patriarchen aus den Haupt- und Zweigfamilien große Familienverbände (døzoku), die über 100 Mitglieder umfassen konnten. Im wirtschaftlich entwickelteren Südwestjapan hingegen waren die Familien kleiner und voneinander unabhängig.
Jede Familie verehrte ihre Ahnen, wobei der Begründer einer Zweigfamilie der Ahne einer neuen Familie wurde. Daneben hatte jedes Dorf seine Dorfgottheiten (ujigami), die zumindest zweimal jährlich bei großen Festen von der ganzen Gemeinde verehrt wurden. Die buddhistische Religiosität war je nach Region verschieden stark, doch dürfte die Zusammenarbeit mit der herrschenden Schicht dem Buddhismus beim Volk eher geschadet haben, wie sich nach der Meiji-Restauration zeigte, als die neue Regierung dem Buddhismus ihre schützende Hand entzog und es zu antibuddhistischen Ausschreitungen kam. Insgesamt war der japanische Volksglaube wohl ein Konglomerat von buddhistischen, taoistischen, konfuzianischen und einheimischen religiösen Vorstellungen mit großen regionalen Variationen. Mit Fortdauer der Edo-Zeit wurden Pilgerreisen zu großen nationalen Wallfahrtszentren wie etwa Ise immer populärer, und durch diese Kontakte mit anderen Landesteilen entstand auch im Volk allmählich ein nationales Bewußtsein von der Existenz eines Japan, wie es zu Beginn der Edo-Zeit noch nicht existiert hatte.
Eine Besonderheit der Edo-Zeit stellen sicher die prunkvollen Vergnügungsviertel in den großen Städten dar, die von den Herrschenden als Orte des Bösen (akusho) deutlich von den Wohngebieten abgetrennt wurden. Ausgehend von diesen Vergnügungsvierteln, als deren bekanntestes und prachtvollstes Shinyoshiwara in Edo galt, entfalteten die städtischen Bürger, denen jedwede politische Betätigung untersagt war, in einer Art Eskapismus eine bemerkenswerte Kultur, die noch heute als "traditionelle japanische Kultur" weltberühmt ist. In den Freudenhäusern trafen sich Literaten und Maler, die in ihren Werken der "Welt der Vergänglichkeit" (ukiyo) Ausdruck gaben. Auch die großen Kabuki-Theater, in welchen sich eine überaus spektakuläre Theaterform und ein Starkult entwickelte, waren Teil dieser Unterhaltungskultur, hinter derem vordergründigen Witz und Spielcharakter sich jedoch viel Gesellschaftskritik und -satire verbarg, und zwar umsomehr, je länger die Edo-Zeit andauerte.

Grundlagen der Modernisierung

Die rasche und erfolgreiche Modernisierung Japans nach der Öffnung auf Druck der USA ab 1853 wird unter anderem darauf zurückgeführt, daß in der traditionellen Gesellschaft bereits bestimmte Elemente, die eine rasche Modernisierung ermöglichten, vorhanden waren, daß vor der Modernisierung von außen bereits eine Modernisierung von innen stattgefunden hätte. Der Zeitpunkt, ab wann diese Modernisierung begonnen habe, wurde im Laufe der Forschungsgeschichte immer weiter zurückverlegt, weil man erkannte, daß gewisse Prozesse schon sehr früh einsetzten. Heute ist die Auffassung vorherrschend, daß die Kyøhø-Reformen unter dem achten shøgun Yoshimune (er herrschte von 1716-1745) in den 1720er und 1730er Jahren ein entscheidendes Datum darstellen. Auf der Suche nach neuen Einkommensquellen für das bakufu veranlaßte Yoshimune, daß gewisse wertvolle Heilpflanzen wie etwa die Ginseng-Wurzel gezüchtet und zu Geld gemacht werden sollten. Dies stimulierte ein neuartiges naturwissenschaftliches Interesse, zunächst an der medizinisch verwertbaren Botanik und Zoologie, zusammengefaßt als honzøgaku, dann an der europäischen Medizin, insbesondere der Anatomie, die von Vertretern der "hollandischen Schule" oder der "europäischen Schule" betrieben wurde. Auch die Geographie und die Militärwissenschaft versuchten sich von Europa frühzeitig wissenschaftliche Informationen zu beschaffen. All das bedeutete eine langsame Abwendung von der bis dahin im Zentrum gestandenen chinesischen Klassik und Wissenschaft sowie die Entstehung eines nationalen Bewußtseins.
Gefördert wurde dieses durch ein das ganze Land überziehendes Informationssystem, das wiederum voraussetzte, daß erhebliche Teile der Bevölkerung lesen und schreiben konnten. Für die Kinder der herrschenden Schicht der samurai gab es eigene Schulen, aber auch die Oberschicht der Dörfer, deren Mitglieder ja den Schriftverkehr mit den Behörden des bakufu oder der han abwickelten, sowie die Priester, die Sutren lesen mußten, konnten schreiben. Um 1800 soll es fast in jedem Dorf bereits eine Elementarschule gegeben haben, in welcher Lesen, Schreiben und Rechnen mit dem Abakus, der ostasiatischen Rechenmaschine, unterrichtet wurden. In den Städten war Bildung vermutlich noch weiter verbreitet. Wenn nicht beinahe alle Einwohner von Edo lesen hätten können, wäre die Entwicklung einer so großen Verlagsindustrie unmöglich gewesen. Im 19. Jahrhundert gab es in den drei großen Städten zusammen etwa 2.000 Verleger und um 1830 in Edo allein 800 Leihbuchhändler. Diese bedienten vor allem die ökonomisch schlechter gestellten Bevölkerungsteile, die sich Buchbesitz nicht leisten konnten, auf regelmäßige literarische Unterhaltung aber nicht verzichten wollten, wie etwa Dienstmädchen. Man schätzt, daß Mitte des 19. Jahrhunderts etwa 40% der Knaben und etwa 15% der Mädchen eines Jahrgangs eine Schule besuchten. Daß sich angesichts dieser Voraussetzungen ein nationales Bildungswesen, das auf Schulpflicht basierte, rasch durchsetzen konnte, ist nicht verwunderlich.
Eine andere wesentliche Voraussetzung für Modernisierung war die Stabilisierung des Bevölkerungswachstums. Unter dem shøgun Yoshimune wurde 1721 zum ersten Mal eine Volkszählung durch Zusammenzählen der Bevölkerungsregister durchgeführt. Die damals ermittelte Gesamtbevölkerung, ohne samurai, eta und hinin, lag nur um 800.000 unter der von 1846, was bedeutet, daß die Bevölkerung in einem Zeitraum von 125 Jahren nur um 3% angewachsen war. Für dieses geringe Wachstum sind einerseits klimatische Ursachen, die in Nordjapan Hungersnöte hervorriefen, und andererseits das hohe Maß an Urbanisierung maßgeblich. Japan war ab der Mitte der Edo-Periode die vielleicht am stärksten verstädterte Gesellschaft der damaligen Welt. In den Großstädten aber waren die Sterberaten aufgrund der unhygienischen Verhältnisse weit höher als in den Dörfern. Zusätzlich wirkte sich eine geschlechtsspezifische Zuwanderung von Arbeitskräften in die Städte sowohl in diesen als auch in den Abwanderungsgebieten negativ auf die Fruchtbarkeit aus.
Die bekannte Beschränkung unerwünschten Nachwuchses durch Kindestötung unmittelbar nach der Geburt wird heute als eine bewußte Haushaltsstrategie zur Verbesserung des Lebensstandards erklärt. Die Familienplanung hatte die folgenden Ziele: Erreichung der idealen Familiengröße und des idealen Verhältnisses zwischen Familiengröße und Betrieb, des gewünschten Geschlechterverhältnisses bei den Nachkommen und des erhofften Abstandes im Alter der Kinder. Nicht nur arme Eltern griffen auf die Kindestötung als Mittel zur Erzielung der gewünschten Anzahl von Kindern zurück, sondern auch wohlhabende. Viele samurai-Familien konnten sich höchstens ein Kind leisten. Angesichts der damaligen geringen Überlebenschancen eines Säuglings mußten sich die Eltern sorgfältig überlegen, zu welchem Zeitpunkt sie ein Kind welchen Geschlechts aufziehen wollten.
Mit diesen Geburtenbeschränkungsmaßnahmen, einem hohen Heiratsalter bei Erstehen und gewissen Heiratsbeschränkungen für nachgeborene Söhne gelang es, die Kinderzahl und damit das natürliche Bevölkerungswachstum gering zu halten. Bei genauen Untersuchungen in verschiedenen Dörfern lag die Kinderzahl pro Familie zwischen 4,0 und 7,7, ein Wert, der niedriger war als der entsprechende in Europa zur gleichen Zeit. Da noch dazu die Landwirtschaft im Laufe der Zeit immer höhere Erträge erwirtschaftete, die Steuerleistungen aber gleich blieben, konnten die Bauern, abgesehen von den Katastrophengebieten, Überschüsse produzieren und ihren Lebensstandard langsam steigern. Diese niedrige Geburtenrate in der Zeit, die der Industrialisierung voranging, ist mit derjenigen in England vor der industriellen Revolution vergleichbar und kann als die Erfüllung einer wichtigen Vorbedingung für deren erfolgreiche Bewältigung angesehen werden.

Weiterführende Literatur

Ausführliche Gesamtdarstellungen der Geschichte und Gesellschaft der Edo-Zeit in deutscher Sprache fehlen bisher, wenn man von Barth (1979) absieht, dem Werk eines begeisterten Amateurwissenschaftlers. In Ehmcke und Shøno-Sládek (1994) geht es primär um die Darstellung der bürgerlichen Kultur, es gibt aber auch einige interessante Beiträge zu deren wirtschaftlichen Grundlagen von Erich Pauer, zum Reisen von Franziska Ehmcke, zu den Handwerkern von Yoshida Mitsukuni, zu den Frauen von Kondø Eiko und zum Verlagswesen von Kuwabara Setsuko. May (1983) enthält viel Wesentliches auch zum Thema dieses Aufsatzes. In Formanek und Linhart (1995) gehen mehrere Artikel der vormodernen Informationsgesellschaft nach. Über die Hintergründe der Bauernaufstände informiert ein Aufsatz von Linhart (1992).
In englischer Sprache geben Hall und McClain (1991) und Jansen (1989) in Sammelbänden den amerikanischen Forschungsstand um 1990 wieder, während Totman (1993) versucht, in einer Monographie die wesentlichen politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen der Edo-Zeit darzustellen, wobei er ökologischen Trends besonderes Gewicht einräumt. Der Sammelband von Nakane und Øishi (1990) ist im Zusammenhang mit dem in den 1980er Jahren in Japan herrschenden Edo-Boom zu sehen. Darin wird explizit nach den "modernen" Zügen in der vormodernen Gesellschaft gesucht. Dunn (1969) liefert eine äußerst informative Darstellung des Volkslebens.
In etlichen Werken wurde versucht, die für die Entstehung des modernen Japan wesentlichen Elemente in der vormodernen Gesellschaft zu erfassen, doch kann hier nur auf die wichtigsten Pionierarbeiten hingewiesen werden. Dore (1965) hat als erster westlicher Autor auf die hohe Verbreitung von Lese- und Schreibkenntnissen vor der Öffnung des Landes aufmerksam gemacht, während Hanley und Yamamura (1977) die Bevölkerungsweise der Edo-Zeit als Ausdruck rationaler Entscheidungen interpretierten. Die entscheidenden Veränderungen in der Landwirtschaft analysierte Smith (1959), den Aufschwung des Kaufmannsstandes beschrieb Sheldon (1958), und den Nachweis eines Protestantismus-Äquivalents für die Edo-Zeit versuchte Bellah (1957) zu liefern. Schließlich machte Keene (19521) frühzeitig auf die Abkehr der Wissenschaft von China und auf die Hinwendung zu Europa aufmerksam. Pauer (1983) gelang der Nachweis, daß frühe Spuren der Industrialisierung Japans schon um 1850 mit der Errichtung der ersten Flammöfen gefunden werden können. Sehr interessant ist auch Hanleys (1997) Argumentation, daß die materielle Kultur des vormodernen Japan den Japanern beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Industrialisierung bot.
In japanischer Sprache ist das wissenschaftliche Schrifttum zur Edo-Zeit unüberblickbar groß geworden, besonders seit dem erwähnten Edo-Boom in den 1980er Jahren. Für einen ersten Zugang ist die von Tsuji und Asao (1991-94) herausgegebene 18bändige Serie über das vormoderne Japan zu empfehlen, an der die besten japanischen Spezialisten mitgeschrieben haben.

Literatur

Barth, Johannes (1979): Edo. Geschichte einer Stadt und einer Epoche Japans. Tokyo: Deutsche Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens und Japanisch-Deutsche Gesellschaft (=Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens 76).
Bellah, Robert N. (1957): Tokugawa religion. The values of pre-industrial Japan. Glencoe: Free Press
Dore, R. P. (1965): Education in Tokugawa Japan. Berkeley/Los Angeles: Univ. of California Press
Dunn, C. J. (1969): Everyday life in traditional Japan. London: Batsford
Ehmcke, Franziska/Shøno-Sládek Masako, Hg. (1994): Lifestyle in der Edo-Zeit. Facetten der städtischen Bürgerkultur Japans vom 17.-19. Jahrhundert. München: Iudicium
Formanek, Susanne/Linhart, Sepp, Hg. (1995): Buch und Bild als gesellschaftliche Kommunikationsmittel in Japan einst und jetzt. Wien: Literas (=Reihe Japankunde)
Hall, John Whithney/McClain, Janus L., Hg. (1991): The Cambridge history of Japan. Bd. 4: Early modern Japan. Cambridge etc.: Cambridge U. P.
Hanley, Susan B. (1997): Everyday things in premodern Japan. The hidden legacy of material culture. Berkeley/Los Angeles/London: Univ. of California Press
Hanley, Susan B./Yamamura Kozo (1997): Economic and demographic change in preindustrial Japan 1600-1868. Princeton: Princeton U. P.
Jansen, Marius, Hg. (1989): The Cambridge history of Japan. Bd. 5: The nineteenth century. Cambridge etc.: Cambridge U. P.
Keene, Donald (1969; Erstauflage 1952): The Japanese discovery of Europe, 1720-1830. Rev. Aufl. Stanford: Stanford U. P.
Linhart, Sepp: "Bauernaufstände für "Weltverbesserung" im Japan des 19. Jahrhunderts". In: Bauern im Widerstand. Agrarrebellionen und Revolutionen in Ländern der dritten Welt und im vorindustriellen Europa, Hg. Peter Feldbauer/Hans-Jürgen Puhle. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 1992 (=Beiträge zur historischen Sozialkunde, HSK 1): 79-103
May, Ekkehard (1983): Die Kommerzialisierung der japanischen Literatur in der späten Edo-Zeit (1750-1868). Rahmenbedingungen und Entwicklungstendenzen der erzählenden Prosa im Zeitalter ihrer ersten Vermarktung. Wiesbaden: Otto Harrassowitz
Nakane Chie/Øishi Shinzaburø, Hg. (1900): Tokugawa Japan. The social and economic antecedents of modern Japan. Tokyo: Tokyo U. P.
Pauer, Erich (1983): Japans industrielle Lehrzeit. Die Bedeutung des Flammofens in der wirtschaftlichen und technischen Entwicklung Japans für den Beginn der industriellen Revolution. Bonn: Japanologisches Seminar der Universität Bonn (=Bonner Zeitschrift für Japanologie 4/1-2)
Sheldon, Charles David (1958): The rise of the merchant class in Tokugawa Japan 1600-1868. An introductory survey. Locust Valley: Augustin (=Monographs of the Association for Asian Studies 5)
Smith, Thomas C. (1959): The agrarian origins of modern Japan. Stanford: Stanford U. P.
Totman, Conrad (1993): Early modern Japan. Berkeley/Los Angeles/London: Univ. of California Press
Tsuji Tatsuya/Asao Naohiro, Hg. (1991-94): Nihon no kinsei. 18 Bde. Tøkyø: Chu-ø køronsha


Quelle: Weltregionen 1: Ostasien. Geschichte und Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Herausgegeben von Sepp Linhart, Erich Pilz. Wien: Promedia 1999.
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